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Menschenrechte und Gerechtigkeit als bleibende Aufgaben - Beiträge aus Religion, Theologie, Ethik, Recht und Wirtschaft
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© 2020, Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen ISBN Print: 9783847111658 – ISBN E-Lib: 9783737011655 hungensehen,indemreligiöseTraditionennuraufsäkulareEntwicklungenund Ideenreagieren.8 DieHabermas’scheVersionderPostsäkularität kannalsdie einflussreichste Definitionbezeichnetwerden.AbernebendieserDefinitionvonHabermasgibt es alternative Sichtweisen von Postsäkularität. Beispiele für diese alternativen DefinitionenfindensichinWerkenvonJohnCaputo,insbesondereinseinemOn religion, oder in JohnMilbanksBeyond secular reasonundder von ihm initi- ierten Bewegung der „Radical Orthodoxy“.9 Diese nicht-habermasianischen Interpretationen von Postsäkularität zielen auf eine direkte Kritik und eine NeudeutungderwestlichenAufklärungab.SieinterpretierendiePostsäkularität alseinenwichtigenWendepunkt inderGenealogiedesmodernenDenkens.Die Postsäkularität wird in dieser Hinsicht zu einem konstitutiven Element einer postmodernen Wendung, die ein Umdenken in Bezug auf die wichtigsten GrundsätzederModernemarkiert,wobeidieKritikdermodernenAblehnung derReligionderwichtigsteWendepunktist.WennmandieGrundprinzipiender säkularenModerneüberdenke, behaupten sie, somüsseman auch dieUnter- scheidungen, dieHabermas lieber intakt lassenwürde,überdenken– also das VerhältnisvonGlaubeundVernunft,ReligionundSäkularität,Philosophieund Theologie. Die nicht-habermasianischen Interpretationen der Postsäkularität betrachtendiePostsäkularitätalsonichtnuralseinUmdenkenderantireligiösen Voreingenommenheit des modernen säkularen Denkens, sondern auch als Überdenkender säkularenVernunft selbst, bishinzurErwägungderMöglich- keit,überdiesäkulareModernehinauszugehenundalternativeVersionendavon zu entwickeln. Eine solche „starke”“VersionderPostsäkularität ist aus ortho- doxer theologischer Sicht –die traditionellmodernitätskritisch ist –durchaus attraktiv. KeinWunder also, dass es diese nicht-habermasianischenVersionen derPostsäkularitätwaren,dieimrussischenphilosophischenundtheologischen Kontext zuallererst rezipiertundentwickeltwurden. 8 Z.B. Badredine Arfi, Habermas and the Aporia of Translating Religion in Democracy, in: European JournalofSocialTheory18/4/November1/2015, S. 489–506;MaeveCooke, Salva- ging and Secularizing the Semantic Contents of Religion: The Limitations of Habermas’s PostmetaphysicalProposal, in: International Journal forPhilosophyofReligion60/1/3/2006, S. 187–207. 9 JohnD.Caputo,OnReligion,London-NewYork2000; JohnMilbank /CatherinePickstock / GrahamWard (Hg.), RadicalOrthodoxy, London-NewYork 1999; JohnMilbank, Theology andSocialTheory:BeyondSecularReason,Holboken1993. KristinaStoeckl498 Open-Access-Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Menschenrechte und Gerechtigkeit als bleibende Aufgaben Beiträge aus Religion, Theologie, Ethik, Recht und Wirtschaft
Titel
Menschenrechte und Gerechtigkeit als bleibende Aufgaben
Untertitel
Beiträge aus Religion, Theologie, Ethik, Recht und Wirtschaft
Autoren
Irene Klissenbauer
Franz Gassner
Petra Steinmair-Pösel
Herausgeber
Peter G. Kirchschläger
Verlag
Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co
Ort
Wien
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-7370-1165-5
Abmessungen
15.5 x 23.2 cm
Seiten
722
Kategorie
Recht und Politik
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