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Menschenrechte und Gerechtigkeit als bleibende Aufgaben - Beiträge aus Religion, Theologie, Ethik, Recht und Wirtschaft
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© 2020, Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen ISBN Print: 9783847111658 – ISBN E-Lib: 9783737011655 aufsKornnimmt (vomPolitikverständnis anderer „normativer“Variantenwie etwaHannahArendtsdistanziert sie sich enpassant).KernderKritik ist, dass Habermas et al. wohlmeinendenNormativismus propagierten, dessen Flucht- punkt des argumentativ anzustrebendenKonsenses denRealitäten des Politi- schennichtgerechtwird.Magsein.Dennochistihrentgegenzuhalten,dassnicht nurdas„instrumentelle“, sondernauchdas„normative“ParadigmaEinsichten bietet, die jenenverschlossenbleiben,welche es als blutleerenNormativismus oderMoralismusabtun.SohatSchumpeter,derallesanderealseinNormativist war, darauf verwiesen, dass der im 19. Jahrhundert v.a. vomÖkonomischen getriebene moderne Rationalisierungsprozess dazu führte, dass bestimmte normativeStandards (etwaNicht-Diskriminierung, instrumentelleRationalität undutilitaristischeKalküle)über dieÖkonomie hinauswirkmächtig wurden. Dass bestimmte Konzepte nicht nur in der politischen Philosophie (etwa der UniversalisierbarkeitundUnparteilichkeit) oft ohneempirischeBodenhaftung diskutiertwerden, impliziertnicht, dass sie empirisch irrelevant sind. Siekön- nen bis zu einemgewissenGrad die EinstellungenundBewertungen vonAk- teurenprägen. Auchwenn sie sie nicht prägen, so sind sie doch heute für die meistenverständlich, sodass einAppell darannicht immer einhoffnungsloses Unterfangenist.DarüberhinausdürftensiehistorischeinefunktionaleRollebei derFundierungundAusdehnungderReichweitevonPolitikalsProblemlösung gespielt haben, etwa inverfassungsgebendenProzessen,wie JonElsters histo- rischeAnalysederEntstehungderUS-Verfassungdarlegt. Für eine „realistische“ Theorie des Politischen und dessen Rolle in Trans- formationsprozessen ist esvorteilhaft, EinsichtenausallendreiParadigmen in Betracht zuziehen. Indes:Politikals institutionellesGefüge,welches jeneRah- menbedingungenweiterentwickelt, unterdenendieÖkonomiedemLebender Menschendientundnicht entfremdendeEigendynamikenentwickelt, baut vor allem auf eine Kombination des Werte-Paradigmas mit dem instrumentellen Problemlösungs-Paradigma.SozialeGerechtigkeit isteinKonzept,dasinhohem Maße zur Förderung einer solchen Kombination in problemadäquater Form geeignet ist.Denn richtig verstanden ist sozialeGerechtigkeitweder vagenoch abgehobenundabstrakt. Schongarnicht ist sie einTrugbild,wieF.A.Hayek10 meinte – oder Bestandteil einer „Ethik als Mittel des Recht-Habens“, die in pluralistischenGesellschaften zueiner instabilen „TyranneiderWerte“ führen kann. Denn „soziale Gerechtigkeit“ wurde in Traditionen entwickelt, die das raler Normativismus symbiotisch in asymmetrischen Polarisierungen miteinander ver- bunden (Gutmenschen vs. Schmuddelpopulismus). Und betrachtet man die ideologische Mischungder 1968er-Bewegung, dann istmitunter einedirekteKombinationvonSchmit- tianismus und linkemNormativismus anzutreffen, während das instrumentelle Element schwachausgeprägtwar. 10 FriedrichHayek,Law,LegislationandLiberty,London1976. SozialeGerechtigkeitundpopulistischePolarisierung 511 Open-Access-Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Menschenrechte und Gerechtigkeit als bleibende Aufgaben Beiträge aus Religion, Theologie, Ethik, Recht und Wirtschaft
Titel
Menschenrechte und Gerechtigkeit als bleibende Aufgaben
Untertitel
Beiträge aus Religion, Theologie, Ethik, Recht und Wirtschaft
Autoren
Irene Klissenbauer
Franz Gassner
Petra Steinmair-Pösel
Herausgeber
Peter G. Kirchschläger
Verlag
Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co
Ort
Wien
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-7370-1165-5
Abmessungen
15.5 x 23.2 cm
Seiten
722
Kategorie
Recht und Politik
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