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Menschenrechte und Gerechtigkeit als bleibende Aufgaben - Beiträge aus Religion, Theologie, Ethik, Recht und Wirtschaft
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© 2020, Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen ISBN Print: 9783847111658 – ISBN E-Lib: 9783737011655 transparenteDarstellungwirdinderAnalysesozialerGerechtigkeitalsKonzept dernormativenTheorie vonPeterKoller entwickelt.KollersDefinitionvonso- zialerGerechtigkeit bezieht sich explizit auf verschiedeneBereiche sozialer In- teraktionen, die unterschiedliche Dimensionen von Gerechtigkeit beinhalten (Verteilungsgerechtigkeit, kommutativeGerechtigkeit, politischeGerechtigkeit und korrektive Gerechtigkeit). Unter der Annahme ausgeprägterWechselwir- kungen zwischendiesenBereichen ist ein angemessenes, integriertesKonzept sozialer Gerechtigkeit sinnvoll. Angesichts solcher Abhängigkeiten kann die isolierte Betrachtung der unterschiedlichen Dimensionen (wie Verteilungsge- rechtigkeit) die Ursache für blinde Flecken sein: Krasse Vermögensungleich- heitenkönnenetwakommutativeGerechtigkeitaushebeln,weildieFreiwilligkeit des vertragsvermittelten Austausches nicht plausibel ist, wenn die Armen gleichsambeiStrafedesUntergangs indenArbeitsmarktgezwungenwerden.20 Für den politischen PhilosophenDavidMiller ist soziale Gerechtigkeit ein Mehrebenen-Konzept, bei demunterschiedlicheArten vonAnspruchsmotiva- tionen, einschließlichderBedürfnisse, desVerdienstes undderGleichheit, be- rücksichtigt werden, die unterschiedlichen Bereichen sozialer Interaktionen entsprechen.Millerbetont ausdrücklichdieunabdingbareRollederSozialwis- senschaften (einschließlich der Sozialpsychologie und der empirischen Erfor- schungderGerechtigkeit) für jedeDiskussionüber sozialeGerechtigkeit: Das dritte Kapitel seines Buches ist derDemonstration gewidmet, dass die sozial- wissenschaftlichen und philosophischen Untersuchungen von Gerechtigkeit notwendigerweise voneinanderabhängen.21ZusammenfassendskizziertMiller einigeArgumente,diesichaufdieunterschiedlichenPerspektivenverschiedener Dimensionen sozialer Gerechtigkeit (Notwendigkeit, Verdienst, Gleichheit) unterBedingungender„Globalisierung“beziehen. Der wichtigsteDenker, der denBegriff „soziale Gerechtigkeit“ explizit ver- wendet, ist John Rawls. Er zielt auf eine bestimmte Relevanz für einen be- stimmtenTyp vonGesellschaften ab. SeinGerechtigkeitskonzept ist sorgfältig auf zeitgenössischeMarktgesellschaftenausgerichtet.Das relevanteDesignba- siert aufAnnahmen, die ohne sozioökonomischeTheorie und empirische So- zialwissenschaftennichtbeurteiltwerdenkönnen.Das facettenreicheGebäude von Rawls umfasst daher Diskussionen im ZusammenhangmitWirtschafts- wissenschaftenundSozialpsychologieundberücksichtigtProblemedersozialen Koordination, Effizienz und Stabilität.22 Diskussionen über Gegenseitigkeit, GerechtigkeitssinnundNeidspieleneinenichtzuvernachlässigendeRolle.Der 20 Koller,Gerechtigkeit, S. 1–57;Ders. (Hg.),Gerechtigkeit impolitischenDiskurs;Ders., So- zialeGerechtigkeit. 21 Miller, Social Justice, S. 43. 22 Rawls,Justice;BrianBarry,JohnRawlsandtheSearchforStability,in:GeraldDworkin(Hg.), Ethics, Juli/1995,S. 874–915. SozialeGerechtigkeitundpopulistischePolarisierung 515 Open-Access-Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Menschenrechte und Gerechtigkeit als bleibende Aufgaben Beiträge aus Religion, Theologie, Ethik, Recht und Wirtschaft
Titel
Menschenrechte und Gerechtigkeit als bleibende Aufgaben
Untertitel
Beiträge aus Religion, Theologie, Ethik, Recht und Wirtschaft
Autoren
Irene Klissenbauer
Franz Gassner
Petra Steinmair-Pösel
Herausgeber
Peter G. Kirchschläger
Verlag
Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co
Ort
Wien
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-7370-1165-5
Abmessungen
15.5 x 23.2 cm
Seiten
722
Kategorie
Recht und Politik
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