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Menschenrechte und Gerechtigkeit als bleibende Aufgaben - Beiträge aus Religion, Theologie, Ethik, Recht und Wirtschaft
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© 2020, Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen ISBN Print: 9783847111658 – ISBN E-Lib: 9783737011655 gebrühten Realismus übernommen, sondern sickerte in den redaktionellen Mainstreamein. Auch einigeAspekte, die durchaus realpolitisch relevant sein können,wurdeninsabgehoben-normativistischeEckabgedrängt.Diepolitische Irrelevanz humanitärer Aspekte im Koordinatensystem des selbststilisierten Realismusdingfest zumachen, scheint inweitenKreisen zumargumentativen Selbstläufergewordenzusein.Beimanchensiehtmandendüsteren„Realismus“ Joseph de Maistres durchscheinen, der Menschenrechte (und überhaupt die Redevon„demMenschen“) zurZeit der französischenRevolutionalsHirnge- spinst ohne empirischeBasis lächerlichmachte. GleichzeitigwirddasAufbre- chenbestehenderpolitischerVerhältnisse(dieBekämpfungvon„Stillstand“und „Establishment“) zur absolutenPriorität – einePriorität, diekaumdurch real- politische Erwägungen zu relativieren ist. Das Interessante dabei ist, dass die dabeigeltendgemachtenMotive,ZieleundTheorienvölligunterschiedlichund zumTeilunvereinbar sind. EinevitaleDemokratiebeschränktsichnichtaufWahlmechanismen,sondern istaufdenkontroversenDiskursderAngelegenheitenöffentlichenInteressesaus verschiedenenBlickwinkeln angewiesen. Ansonsten verkommt sie zuWettbe- werb zwischenMachtkartellen, diedurchGefälligkeitenundKlientelismus zu- sammengehaltenwerden.DemokratiekannwederunterBedingungenpopulis- tischerPolarisierungBestandhabennochunterderneoliberal-instrumentellen Fiktion,esgäbekeineAlternativezurRationalitätdesMarktsalsKompassoder garRichtschnurfüralleLebensbereiche.AngesichtsdieserSkyllaundCharybdis –die imUnterschied zurgriechischenMythologienochdazumitunterunheil- volleFusioneneingehen–wäre es anderZeit,Konzepte sozialerGerechtigkeit weiterzuentwickeln,mitBlickaufBodenhaftungundaktuelleHerausforderun- genderdigitalenGlobalisierung.NursokannderunsinnigeGegensatzzwischen Realismus undHumanismus überwundenwerden. Und nur so kann jene ba- bylonischeSprachverwirrungüberwundenwerden,diedadurchentstanden ist, dass invielenLändernderParteienwettbewerbwederWettbewerbumdiebes- seren Problemlösungen noch das Austragen echter Interessengegensätze ist, sonderndieKonfrontationunterschiedlicherParadigmendesPolitischen. 5. Quellen Barry,Brian,JohnRawlsandtheSearchforStability, in:GeraldDworkin(Hg.),Ethics105, S. 874–915. Carver,ThomasN.,Essays inSocial Justice,Cambridge1915. Corning,Peter,TheFairSociety.TheScienceofHumanNatureandthePursuitofSocial Justice,Chicago-London2011. Elster, Jon(Hg.),DeliberativeDemocracy,Cambridge2008. SozialeGerechtigkeitundpopulistischePolarisierung 517 Open-Access-Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Menschenrechte und Gerechtigkeit als bleibende Aufgaben Beiträge aus Religion, Theologie, Ethik, Recht und Wirtschaft
Titel
Menschenrechte und Gerechtigkeit als bleibende Aufgaben
Untertitel
Beiträge aus Religion, Theologie, Ethik, Recht und Wirtschaft
Autoren
Irene Klissenbauer
Franz Gassner
Petra Steinmair-Pösel
Herausgeber
Peter G. Kirchschläger
Verlag
Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co
Ort
Wien
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-7370-1165-5
Abmessungen
15.5 x 23.2 cm
Seiten
722
Kategorie
Recht und Politik
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