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Menschenrechte und Gerechtigkeit als bleibende Aufgaben - Beiträge aus Religion, Theologie, Ethik, Recht und Wirtschaft
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© 2020, Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen ISBN Print: 9783847111658 – ISBN E-Lib: 9783737011655 unterschiedlicher Weise religiös geprägten bzw. mit engen Religion-Poli- tik-Verknüpfungen ausgestatteten politischenGemeinwesen. Zwar gab es hier FormenderToleranz, aber eswar eineToleranz imSinne einerDuldung oder einesopportunenGewährenlassensvonReligionen,dievomjeweils etablierten Bekenntnis abwichen. Dementsprechend „säkularistisch“, alsomit einer aus- drücklichenundnachdrücklichenSkepsis gegenüberderReligionausgestattet, entwickeltesichdannderkontinentaleuropäischeLiberalismusinsbesonderein Folgeder französischenRevolution.AusdurchausgutenGründen,nämlichum das offenkundig unruhestiftende Potential der Religionen einzuhegen, wurde nachundnachdiesäkularistischeoderlaizistischeTendenzderVerdrängungder Religion aus derÖffentlichkeit entwickelt. Deshalbwar bzw. ist etwa im fran- zösischen Laizismus die Angst vor und die Intoleranz gegenüber Religionen besonders ausgeprägt, was etwa imVerbot des Niqab und inweitreichenden Kopftuchverboten zum Ausdruck kommt. In den USA dagegen konnte sich –ohnedenhistorischenBallast derReligionskriege europäischenAusmaßes – eineTraditionder religiösenPluralität entwickeln.Diese ist einerseitsmit der Separation von Religion und Politik verbunden, lässt andererseits aber weite Spielräumefür religiöseOrientierungenundPraxis.DieFrage,umwelche reli- giösenOrientierungenessichjeweilshandelt,tritt–jedenfallsgrundsätzlich–in denHintergrund. „Die Idee, dass politischeGrundsätze nicht zugunsten einer Religiondie anderenvernachlässigen, sonderngleichenRespekt für alle bezei- gen sollten, funktionierte in den amerikanischen Kolonien viel besser und letztlichauch inderneuenNation.“4Nussbaumleugnetnatürlichnicht,dasses eineDiskriminierungvonKatholikenundanderenreligiösenDenominationen in den USA gab und gibt; sie befürwortet aber das in den USA favorisierte PrinzipdesgleichenRespektsgegenüberdenunterschiedlichenReligionenund sieht in ihmauchdenSchlüssel fürdieLösungdesgegenwärtigenProblemsder religiösen Intoleranz.Deshalb sieht sie inderBewältigungdiesesProblemsdie USAaufeinembesserenWegalsEuropa–unddiesnochvorderZunahmeder populistischenVerwerfungen in der europäischen Politik seit 2015, allerdings auchvor demAntritt der Trump-Administration. „Heutewissenwir, wie gute politischeGrundsätze aufdemFelddes religiösenRespektsundderGleichheit aller Menschen aussehen. In den USA, aber viel uneinheitlicher in Europa, werdendieseGrundsätze inGesetzundöffentlichemLebenbeachtet.Doch sie bleibeninZeitenderAngstfragil.“5EsliegtaufderHand,dasssichdieSituation inzwischenverschärfthat.DieAngriffevorallemgegendenIslamsindschärfer geworden,UngleichbehandlungensindnichtnurinEuropaausgeweitetworden, sondernkonntenauch indenUSAzumpolitischenProgrammwerden. 4 Nussbaum,Dieneuereligiöse Intoleranz,S. 196. 5 Nussbaum,LibertyofConscience,S. 197 (eig.Übers.). ReligionspolitischeTransformation inÖsterreich? 521 Open-Access-Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Menschenrechte und Gerechtigkeit als bleibende Aufgaben Beiträge aus Religion, Theologie, Ethik, Recht und Wirtschaft
Titel
Menschenrechte und Gerechtigkeit als bleibende Aufgaben
Untertitel
Beiträge aus Religion, Theologie, Ethik, Recht und Wirtschaft
Autoren
Irene Klissenbauer
Franz Gassner
Petra Steinmair-Pösel
Herausgeber
Peter G. Kirchschläger
Verlag
Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co
Ort
Wien
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-7370-1165-5
Abmessungen
15.5 x 23.2 cm
Seiten
722
Kategorie
Recht und Politik
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