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© 2020, Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen
ISBN Print: 9783847111658 – ISBN E-Lib: 9783737011655
wirdder Soghin zudiesenKonsumgüternverstärkt, damit aber auch eineBe-
engungder relationalenGüter.Das heißt nunnicht, dass nicht auchKonsum-
güter wichtig sind, es bedeutet aber, die Bezüge, die mit den Konsumgütern
ermöglichtwerden,auchzunützen.EinGutistnämlichmehralseinreinaufden
TauschzureduzierendesDing,sonderninihmundimTauschsollenauchBezüge
eröffnetwerden,diedieEntfaltungdesMenschseins fördern. In Indirektheiten
undAnonymität aber stehen diese Bezüge in der Gefahr, gekappt zuwerden.
7. DieShareEconomyalsüberdas reinWirtschaftliche
hinausgehendesWirtschaftsmodell?
Auto-Sharingist invielen,besondersstädtischen,KontexteneineneueFormdes
UmgangsmitWirtschaft imTeilendesEigentums, inwelchemnunnichtmehr
nur die Rechenhaftigkeit, sondern auch die in der Sozialpflichtigkeit gelegene
BeziehungeineRolle spielt.Dies ist besondersangesichtsdesAutos als Status-
symbol eine bemerkenswerte Entwicklung. Oderman gestaltetWirtschaft auf
demHintergrund des Austauschs von Talenten, die in erster Linie Eigentum
nutzen, aber nicht schaffen und damit auch die Beziehungsebene verstärken,
wobei das Element der Unentgeltlichkeit zum Tragen kommt. Die Eigen-
tum-schaffendeunddadurchzumTeilwenigstens solidarischeStrukturenzer-
störende Geldwirtschaft soll einer solidarischenWirtschaft der Nutzung von
gemeinsamen Ressourcen und vereinigenden Talenten Platz machen. Private
TaxidiensteaufderGrundlage,dassjederundjedemitseinemAutoTaxianbieter
seinkann,undCouch-SharingalsErgänzungzueinerTourismuswirtschaft,die
aufexplizitefürTouristengedachteÜbernachtungsmöglichkeitensetzt,dassind
nureinigeunterSharing laufendeNeuerungen,diewiederauf alteZusammen-
hänge setzenundNachbarschaftshilfe unterdemZeichen einerweltweiten In-
formationstechnologie zu gestalten suchen.Wie aber Papst Benedikt XVI. in
seinerEnzyklikaCaritasinveritateNr.19betonte,dieGlobalisierunghatunszu
Nachbarngemacht,abernichtzuBekannten.UnterdiesenVorzeichennunistes
fraglich,obdasSystem,dasimkleinerenRahmensehrinnovativseinkann,nicht
in größeren Zusammenhängen pervertiert wird. Und auch wenn Teilen als
Signalwort fürethischdaherkommt, esmussnicht alles ethischsein,wasunter
„Teilen“ läuft. Ein Problem besteht ja darin, das System der herkömmlichen
Wirtschaft in ihren Infrastrukturangeboten zu nutzen, ohne etwa den Steuer-
beitragzuderenErhaltungzuleisten.EsfindenalsoweitgehendeVeränderungen
statt,dieNilsOleOermannsoumschreibt:
„WährendUnternehmenGeld damit verdienten, indem sie für Produkte die Kosten
reduzierten,gelingtesdurchdendigitalangebahntenTauschindershareeconomy,ein
Wirtschaft–mehralsWirtschaft:SozialethischeBemerkungen 599
Open-Access-Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
Menschenrechte und Gerechtigkeit als bleibende Aufgaben
Beiträge aus Religion, Theologie, Ethik, Recht und Wirtschaft
- Titel
- Menschenrechte und Gerechtigkeit als bleibende Aufgaben
- Untertitel
- Beiträge aus Religion, Theologie, Ethik, Recht und Wirtschaft
- Autoren
- Irene Klissenbauer
- Franz Gassner
- Petra Steinmair-Pösel
- Herausgeber
- Peter G. Kirchschläger
- Verlag
- Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co
- Ort
- Wien
- Datum
- 2020
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-7370-1165-5
- Abmessungen
- 15.5 x 23.2 cm
- Seiten
- 722
- Kategorie
- Recht und Politik