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© 2020, Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen
ISBN Print: 9783847111658 – ISBN E-Lib: 9783737011655
strengungennotwendig sind, welchewiederumdie Beteiligung privaterKapi-
talgeber erforderlichmachen. Die Europäische Kommission schätzt, dass zur
ErreichungdereuropäischenKlimaziele für 2030pro Jahr180MilliardenEuro
zusätzlich investiertwerdenmüssen.4Die im Jahr 2015vondenVereintenNa-
tionen veröffentlichten 17 nachhaltigen Entwicklungsziele (Sustainable Deve-
lopment Goals – SDGs) bedeuten eine grundlegende Transformation der glo-
balen Lebens- undWirtschaftsstile, für derenGelingen enorme Investitionen
erforderlich sein werden. Bis zum Jahr 2030 – so der Zeitplan – sollen bei-
spielsweise Hunger und Armut nicht mehr existieren und sich nachhaltige
Wirtschaftsweisendurchgesetzt haben.Das setzt voraus, dass es zueinerNeu-
ausrichtung der globalen Finanzströmekommt, umdenUrsachen für soziale
undökologischeMissständedieKapitalbasiszuentziehenbzw.einenachhaltige
Entwicklung zu finanzieren. Dafürmüssen auch die Rahmenbedingungen an
denKapitalmärktenverändertwerden.Undtatsächlichlassensichdiesbezüglich
seit einigen Jahren erste Schritte beobachten: Das Thema sustainable finance
findet sichaufderAgendadergrößten Industrienationen (G20), erhält zuneh-
mendesGewichtaufeuropäischerEbeneundwirdaufnationalerundregionaler
Ebene immer konkreter. Die VereintenNationen entwickelten bereits im Jahr
2006diePrinciples forResponsible Investment unddieEuropäischeKommis-
sion hat im März 2018 einen Aktionsplan zur Finanzierung nachhaltigen
Wachstumsvorgelegt, der zumZiel hat, dieRahmenbedingungen für nachhal-
tige Geldanlagen zu schaffen und so die Finanzierung nachhaltiger Projekte
gegendenKlimawandel zuermöglichen. InerstenRegionenundStädten–wie
zumBeispiel demLand Berlin oder der Stadt Stuttgart – gibt esmittlerweile
konkrete Vorgaben, um die Geldanlage der öffentlichen Hand sozial verant-
wortlichundökologischzukunftsfähigzugestalten.DienachhaltigeGeldanlage
ist somit inderPolitikangekommen.
Als einen dritten Grund für das Erstarken nachhaltiger Geldanlagen kann
mananführen, dassBedenkenbezüglich einer generellenUnvereinbarkeit von
nachhaltigenWirtschaftsweisen einerseits undökonomischemErfolg anderer-
seitswiderlegtwerdenkonnten.WiediebisherigenErfahrungenmit ethischen
undnachhaltigenGeldanlagen sowie eine ganzeReihe vonwissenschaftlichen
Studien belegen, bedeutet die Berücksichtigung vonEthik undNachhaltigkeit
nicht, dass damit automatisch Ertragseinbußen einhergehen müssen. Mehr
noch:esgibtHinweise,dassRisikenreduziertundneueChancengenutztwerden
können.Dies ist auchderGrund,warumgeradekonventionelle Finanzakteure
vermehrtNachhaltigkeitsaspekte in ihre Investitionsentscheidungeneinfließen
4 Mitteilung der Kommission vom8.3.2018/COM/2018/97 –Aktionsplan: Finanzierung nach-
haltigenWachstums,vgl.https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/?uri=CELEX:52
018DC0097&from=EN(letzterZugriff: 17.05.2019).
KlausGabriel642
Open-Access-Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
Menschenrechte und Gerechtigkeit als bleibende Aufgaben
Beiträge aus Religion, Theologie, Ethik, Recht und Wirtschaft
- Titel
- Menschenrechte und Gerechtigkeit als bleibende Aufgaben
- Untertitel
- Beiträge aus Religion, Theologie, Ethik, Recht und Wirtschaft
- Autoren
- Irene Klissenbauer
- Franz Gassner
- Petra Steinmair-Pösel
- Herausgeber
- Peter G. Kirchschläger
- Verlag
- Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co
- Ort
- Wien
- Datum
- 2020
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-7370-1165-5
- Abmessungen
- 15.5 x 23.2 cm
- Seiten
- 722
- Kategorie
- Recht und Politik