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Menschenrechte und Gerechtigkeit als bleibende Aufgaben - Beiträge aus Religion, Theologie, Ethik, Recht und Wirtschaft
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© 2020, Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG, Göttingen ISBN Print: 9783847111658 – ISBN E-Lib: 9783737011655 men auch die Fähigkeit, dieses Recht zu achten, wenn nicht unmittelbar, so wenigstens längerfristig. Innovation kann die Qualität der Arbeitsplätze ver- bessern, ohnedieQuantität zu verringern.Kurz gesagt,Unternehmensverant- wortung ist Selbsteinsatz ausFreiheit inderkonkretenHerausforderung, exis- tenzsicherndeLöhnezuzahlen. Das Recht auf einen existenzsichernden Lohn gründet in der persönlichen Würde der Arbeitenden und in ihremRecht auf einmenschenwürdiges Exis- tenzminimum als Bürgerinnen und Bürger und nicht bloß als Arbeitskräfte. PersönlicheWürde heißt fähig zu sein, einwürdiges Leben zu führenunddie Mittel für einen angemessenen Lebensunterhalt zu haben, nicht nur für sich, sondernauchfürdieFamiliemiteinodermehrerenKindern,bissieerwachsen sind.Der existenzsicherndeLohn ist definiert inBezug auf die sozioökonomi- schen Standards derGemeinde, in der die Arbeitenden leben, und notwendi- gerweise variiert je nach Zeit und Raum. Obschon es nicht leicht ist, einen genauen existenzsicherndenLohn zudefinieren, ist esmöglich, ihn innerhalb einer gewissenBandbreite derUnschärfe zubestimmen.17Zudemmuss er aus ethischenundwirtschaftlichenGründenauch festgelegtwerden. Zusätzlich zu den ethischen Argumenten gibt es auch starkemikro- und makro-ökonomische Argumente, die für existenzsichernde Löhne sprechen. NachDonaldStabile18könnensie indreiGruppeneingeteiltwerden. (1)Nach- haltigkeit als langfristigePerspektiveüberGenerationenverlangt, dass dieAr- beitskraft nicht aufgebraucht, sondern erneuert und gestärkt wird. Parasitäre BranchenundUnternehmen,diekeine existenzsicherndenLöhnezahlen, neh- menvonderNatur, denMenschenundderGesellschaftmehrweg, als sie zu- rückgeben. (2) Das Fähigkeitsargument nimmt die Arbeitenden nicht nur als Produktivkräfte,sondernauchalsMenschenernst.Löhnesollensiemotivieren, ihre Fähigkeiten alsMitglieder sowohl der Unternehmen als auch der Gesell- schaftzuverbessern.InsoweitLöhnemitArbeitsproduktivitätpositivkorreliert sind, zahlen sich höhere Löhne durch höhere Produktivität aus.19 (3)DasEx- ternalitätenargument besagt, dass das Nichtzahlen von existenzsichernden LöhnennettonegativeExternalitätenverursacht, indemesDrittparteien scha- det, die nicht inAngebot undNachfrage vonLöhnen involviert sind.Ähnlich zumNachhaltigkeitsargument kannmangeltendmachen, dass diejenigen, die wenigeralsdenexistenzsicherndenLohnerhalten,dienotwendigenRessourcen füreinenangemessenenLebensunterhaltnichtbekommen.WenndieserMangel 17 SiehezumBeispieldenALICEReport2018, Indiana, vgl. https://www.iuw.org/alice (letzter Zugriff: 13.04.2020). 18 DonaldR.Stabile,TheLivingWage.Lessons fromtheHistoryofEconomicThought,Chel- tenham,UK2008. 19 George A. Akerlof / Janet Yellen, Fairness and Unemployment, in: American Economic Review78/1988,S. 44–49. Unternehmensverantwortung fürwenigerEinkommensungleichheit 657 Open-Access-Publikation im Sinne der CC-Lizenz BY 4.0
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Menschenrechte und Gerechtigkeit als bleibende Aufgaben Beiträge aus Religion, Theologie, Ethik, Recht und Wirtschaft
Titel
Menschenrechte und Gerechtigkeit als bleibende Aufgaben
Untertitel
Beiträge aus Religion, Theologie, Ethik, Recht und Wirtschaft
Autoren
Irene Klissenbauer
Franz Gassner
Petra Steinmair-Pösel
Herausgeber
Peter G. Kirchschläger
Verlag
Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co
Ort
Wien
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-7370-1165-5
Abmessungen
15.5 x 23.2 cm
Seiten
722
Kategorie
Recht und Politik
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