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Da« sy crzaigtcn dem kindloin
ain solhcz grab es stuk unrein,
wer er nit gewest ir erpherr
und her uon fremden landen uerr
5 gewesn, aiu kind ains armen,
ain solclis solt sy erbarmen!
Kon t>en nageln, ÖJJ öcm inngen in bp ucflcn tuuröcit pra^t.
Also lept nun der iung fürst
in mangel, zadel, hungers durst.
ains tags er in der kapein stund,
10 pei dem kaiser sehn xiater vnd
der kaiserin seinr muter,
da pei waren uil guter
Frauen, iierren, riter vnd kneht.
vnd do peschah grass wunder, seht!
15 daz kindlin zu der muter ret
fauch got! daz ich gut uagel het!
dy weit ich also geren
sehyessen vnd verzeren!*
Die kaiserin sprach 'mein sun, so 09:l
20 kny nider vnd pit unser frau,
das sy dir gnad ervverb allain
gen irem lieben kindlein ciain,
daz sy tregt an irn armen,
daz es sich vvel erbarmen
25 Über dich hy in diser quel,
vnd dir pehut leib vnd auch sei!
auch daz es dich speiss vnd erner,
und dir auch uagel hy pescher!'
da kniet daz kinlein nider.
30 hört! wy ergieng es sider,
Leiht got dais-kumert vnd petül.
Michael Beheim's - Buch von den Wienern
- Titel
- Michael Beheim's - Buch von den Wienern
- Autor
- Th. G. v. Karajan
- Verlag
- P. Rohrmann, K. K. Hofbuchhändler
- Ort
- Wien
- Datum
- 1462
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 11.9 x 19.8 cm
- Seiten
- 580
- Schlagwörter
- Chronik, Strophenform
- Kategorien
- Geschichte Vor 1918