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Forschungsmethodik 142
Verfahrens ist zum einen auf die Eignung des Verfahrens hinsichtlich der zu beantwortenden
Forschungsfrage zu achten und zum anderen sind Vor- und Nachteile der Verfahren
abzuwiegen. Auch hängt die Auswahl einer geeigneten Forschungsmethode zu einem
beträchtlichen Anteil von der Forschungsfrage ab (Yin, 2011).
Creswell weist darauf hin, dass Forschungsfragen, die auf ein qualitatives Studiendesign
abzielen, explorativ formuliert sein müssen und nicht auf spezifische Ziele der
Forschungsfragen hinführen oder auch Hypothesen beinhalten dürfen. Der Autor empfiehlt
dazu ein oder zwei breit aufgestellte Forschungsfragen zu stellen und diese dann in Sub-
Forschungsfragen hinunter zu brechen. Zudem sollen Fragewörter wie „what“ (was) oder
„how“ (wie) das offen entstehende Design der qualitativen Studie unterstreichen. (Creswell,
2014)
Darüber hinaus ist ein weiterer konstituierender Faktor bei der Auswahl der
Forschungsmethode die Kontrollmöglichkeit des/der ForscherIn über das Verhalten der
ProbandInnen. Bei historischen Ereignissen stützt sich der/die ForscherIn auf vorhandenes
Datenmaterial, während bei gegenwärtigen Ereignissen in Befragungen oder auch
Beobachtungen aktiv in das Verhalten der ProbandInnen eingegriffen werden kann. (Yin,
2011)
Wahl der Untersuchungsmethode
Ziel einer qualitativen Vorstudie ist es, den Forschungskontext zu ergründen und Hypothesen
zu generieren. Um diesem Ziel zu entsprechen, wurde entschieden problemzentrierte
Interviews durchzuführen. Diese sind durch eine Abwechslung von deduktiven und induktiven
Elementen charakterisiert. Dies führt dazu, dass sowohl das theoretische Vorwissen der
Interviewperson als auch unvorhergesehene aber dennoch relevante Aspekte
Berücksichtigung finden. (Witzel, 2000)
Ein weiterer Vorteil der Führung von Interviews ist, dass der Forscher den Prozess der
Datenerhebung kontrolliert steuern kann. Dem stehen die Nachteile gegenüber, dass die
Informationen über den Interviewer nur indirekt erhoben werden können und es durch die
Präsenz des Forschers bzw. der Forscherin zu einem Bias bei den Antworten kommen kann.
(Creswell, 2014)
Bei der Durchführung von problemzentrierten Interviews im Rahmen einer Vorstudie stehen
nicht die quantitative Auswertung und der Vergleich der Ergebnisse der Interviews, sondern
vielmehr die Exploration des Forschungsschwerpunktes und die Integration der Aussagen der
ProbandInnen in den Forschungsprozess im Vordergrund. Es geht hierbei somit keinesfalls
um die Generierung von statistisch auswertbaren Daten, sondern vielmehr darum einen
Einblick in den Erfahrungs- und Handlungskontext der Probanden zu gewinnen. Zudem sollen
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Motive und unternehmerische Kompetenzen von GründerInnen technologie-orientierter Unternehmen
Techno- und sozioökonomisch orientierte Betriebswirtschaft
- Titel
- Motive und unternehmerische Kompetenzen von GründerInnen technologie-orientierter Unternehmen
- Autor
- Julia Soos
- Herausgeber
- Ulrich Bauer
- Verlag
- Verlag der Technischen Universität Graz
- Ort
- Graz
- Datum
- 2017
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC 4.0
- ISBN
- 978-3-85125-517-1
- Abmessungen
- 15.5 x 22.5 cm
- Seiten
- 282
- Schlagwörter
- Technologie, Unternehmensgründung, Wissen, Kompetenz
- Kategorien
- Universitäten und Institutionen TU Graz, Berichte