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5 Aspekte derAufführungspraxis
Zwischen 1722 und 1735 kopierte Johann Jakob
Rott sieben Introiten Stadlmayrs aus Chorbuch
W.b.XIX., einePassio secundumMattheum vonOr-
lando di Lasso und eine weitere Passio secundum
Johannes eines unbekannten Komponisten. In den
Jahren zwischen 1735 und 1743 sind von seinerHand
Stimmen fürweitere26 IntroitenStadlmayrs erhalten,
aber auch fürResponsorienvonStefanoBernardi und
Werke von Peter (Pietro Bonamico) und Johannes
Gutfreund. In seinen letzten Lebensjahren, von 1753
bis zu seinemTod 1766, beschäftigte sichRott, was
das alte Repertoire betrifft, hauptsächlich mit den
Stimmenabschriften zumChorbuchW.b.VIII., Peter
GutfreundsMelos divinarum laudum63. Von den 65
Motetten desChorbuches fehlen in den Stimmenab-
schriften des Domarchivs lediglich dieMotetten 62
bis 65 fürdenPalmsonntag.64Möglicherweise sinddie
KopienRotts vonGraduale, OffertoriumundPost-
ElevationemBonamicos bereits umdieMitte des 18.
Jahrhunderts verlorengegangen:Daswürde erklären,
warum von den wenigen Werken, die von Johann
Ernst Eberlins Motetten-Zyklus für die Vorfasten-
undFastenzeit, der sich als autographePartitur im
Musikalienarchiv der Erzabtei St. Peter, Salzburg
(Sign.Nr. Ebe 35.1)65, erhalten hat, amDomneben
zweiOffertorien nur Proprien für denPalmsonntag
(inAbschriftenRotts) in dasRepertoire desDomcho-
res Eingang gefunden haben.66DieseWerkeEberlins
spartierte dannLeopoldMozart zu Studienzwecken
für seinen Sohn aus dem„Kasten derDommusik“67.
63MELOS/divinarum laudum in duas / partes distributum,
/ quarum / Prima pars / Continet Introitus, Gradualia,
Offerto- / ria,&postCommun [iones] Pro singulis diebus
/ Dominicis Adventus. / Secunda Pars /Modulatur eas-
dem sacras laudes pro diesbusDominicis Septuagesimae&
sequentibus. / usq[ue] adPascha, constitutas. / Pro usu /
Metropolitanae Salisburge[n]sis Eccl[es]iaeCo[m]positu[m]
/A/PETROBONAMICO/ in eademEcclesiaMusices
olim /Praefecto. /ConscriptumAnno reparat[a]e salutis
/M.D.C.XXXV., AES, Dommusikarchiv,W.b.VIII., vgl.
Hintermaier:Katalog (1992), S. 12–13, 51–55.
64Teilweise sind dieseMotetten inPartituren S.Kellers nach-
zuweisen, soD-MS,Univ.Mus. 2/139(2)7 (Nr. 65 „Pater, si
non potest“), D-Mb,Mus.Hs. 43 (Nr. 62 „Tenuisti“, Nr. 65
„Pater, si non potest“).Dieser könnte allerdings dasChor-
buch für seineAbschriften verwendet haben.
65Eberlin:Motetten für die Vorfasten- und Fastenzeit.
66Vgl. A-Sd,A 431: „Tenuisti“, „Improperium“ und „Pater, si
non potest“.
67Schmid:Mozart und die Salzburger Tradition.
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Musik am Dom zu Salzburg
Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult
- Titel
- Musik am Dom zu Salzburg
- Untertitel
- Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult
- Autoren
- Eva Neumayr
- Lars E. Laubhold
- Ernst Hintermaier
- Verlag
- Hollitzer Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2018
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-99012-540-0
- Abmessungen
- 21.0 x 30.2 cm
- Seiten
- 432
- Kategorie
- Kunst und Kultur