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Musik am Dom zu Salzburg - Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult
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Seite - 154 - in Musik am Dom zu Salzburg - Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult

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5 Aspekte derAufführungspraxis Sammlung in den Stimmenbezeichnungen nicht ge- bräuchliches Instrument vor. Alle anderen, vier geist- licheArien, diemindestens teilweise von demEich- stätterDomkapellmeister JohannGeorg Steingriebler stammen119, dürften nie zum festenBestandteil der SalzburgerDomliturgie gehört haben. Viola d’amore Viole d’amore sind explizit und in idiomatischer Schreibweise lediglich inKarlHeinrichBibers Sakra- mentslitanei (A 1573) aus dem Jahr 1730 verlangt. Von den drei Stimmen fürViola d’amore ist eine als „Principal“, die anderenbeiden sindalsViolad’amore „1“ und „2“ bezeichnet. Erstere hatmehrere Soli, die sich durch den gehäuftenGebrauch von Sechzehntel- figurationen von der sonstigenFaktur unterscheiden. Alle drei Partien teilenwiederholt längereAbschnitte gleichen Stimmenverlaufs, wobei vonDoppelgriffen undAkkordspielhäufigerGebrauchgemachtwird.Au- ßerVioloncello undViolone kommenkeineweiteren Streicher vor. Matthias SiegmundBiechtelersMotette „Ovirgo dilecta“ (HocBA.3.31) für Sopran- oderTenor-Solo, die „2VioleD’Amor“ verlangte, ist heute nur noch aufgrunddes für einanderesWerkwiederverwendeten und daher erhalten gebliebenenUmschlagtitels nach- zuweisen (heute bei A 105). Hierwar das Instrument gemeinsammit zweiViolinen, einerOboe,Violoncello undOrgel verwendetworden. Auch inKarlHeinrichBibersSakramentslitaneivon 1733 (A 158) könnte sich zumindest die Spur einer Viola d’amore erhalten haben, sofern derAusdruck „Violettad’anglese“alsSynonymfürViolad’amore zu verstehen ist: In einer Flötenstimmeheißt es: „Flout Travers: / dopo Tremendum. seg[ue] il Solo / con la violetta d’anglese: / insieme.“Dazu gibt es in der Direktionsstimmenach dem„Tremendum“ eine spä- ter eingelegte, aber teilautographeVioloncello-Solo- Stimme, diewohl alsErsatz für eineheutenichtmehr vorhandene Stimme für „Violetta d’anglese“ angese- henwerdenmuss.Die genanntenMaterialien sind al- lerdingsSonderfälle, diehinsichtlich einer allgemeinen 119Es handelt sich umdieMaterialienA-Sd,A 1511,A 1531, A 1524 undA1536, die alle von demgleichen, ansonsten in der Sammlung nicht nachweisbaren Schreiber kopiert wurden. Instrumentierungspraxis amSalzburgerDomkaum Aussagekraft besitzen. Violoncello Seltener als Violen sind in den Stimmen des Dom- musikarchivsVioloncelli vorgeschrieben.Noch ausge- prägter ist auch derenKonzentration in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Von ca. 200Materialien, die die Stimmenbezeichnung Violoncello aufweisen, entstanden drei Viertel vor 1750. Die Stimmenbe- zeichnung kann jedoch kein einziges Mal vor 1700 nachgewiesenwerden, nur etwa 30Materialien dürf- ten vor 1720 entstanden sein, entsprechend häufig taucht das Instrument deshalb inWerkenMatthias SiegmundBiechtelers undKarlHeinrichBibers auf. In der Zeit, in der diese Musiker in der Hofmu- sikkapelle tätigwaren, finden sich auch gelegentlich BesetzungenmitmehrerenVioloncelli, die entweder alsVioloncello I/II (z.B.A160)oderdurchdieUnter- scheidung von „obligato“/„ripieno“-Stimmen (A 161) ausgewiesen sind120, sodass in derKombination bei- der Möglichkeiten in einchörigenWerken121 bis zu dreiVioloncelli verlangt sein können (A 153). In einerReihe vonMaterialien aus dieser Zeit wur- dedie entsprechendeStimmevonKarlHeinrichBiber geschrieben und/oder zugleich alsDirektionsstimme ausgewiesen, so bei denMaterialienA146undA154, die beide von Johann JakobRott geschrieben, von Biber aber zusätzlich mit einer solchen Direktions- stimme für einenCellisten versehenwurden; imFall der Litanei A 154 war bereits eine Direktionsstim- me von Rott vorhanden. A 66 ist der einzige Fall einer nicht vonBiber stammendenKomposition, zu der er eigenhändig eine Stimme – eine kombinierte Violoncello- undDirektionsstimme – hinzufügte.122 All dieseHinweise erlaubendieAnnahme,Biber habe 120Eine terminologischeVariante stellt jener Fall dar, in dem ein sporadisch konzertierendesVioloncello principalemit einemVioloncello 2do kombiniert ist (A-Sd,A 114). 121ZweiVioloncelli werden auch inKarlHeinrichBibers dop- pelchörigemTeDeum (A-Sd,A 133) eingesetzt, das eine vollkommen symmetrischeTeilung vonVokalchor undOr- chester mit der wiederum in beiden Chören erfolgenden Binnenteilung in Streicher- undBläserchor verlangt. 122WeitereMaterialien, in denen diese Stimmenkombination vorkommt sind:A-Sd,A 117,A 122,A 128,A 130,A 132, A 141,A 152,A 155,A 157,A 786,A 1415,A 1576 (alle Biber), weiters: A 27, A 33, A 64, A 90, A 98, A 107 (Biechteler), A 405 (Eberlin), A 822,A 828 (Lolli), A 1236, A 1285,A 1449,A 1474,A 1485 (anonym). 154
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Musik am Dom zu Salzburg Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult
Titel
Musik am Dom zu Salzburg
Untertitel
Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult
Autoren
Eva Neumayr
Lars E. Laubhold
Ernst Hintermaier
Verlag
Hollitzer Verlag
Ort
Wien
Datum
2018
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-99012-540-0
Abmessungen
21.0 x 30.2 cm
Seiten
432
Kategorie
Kunst und Kultur
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