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Musik am Dom zu Salzburg - Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult
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5 Aspekte derAufführungspraxis Abbildung 5.6: „Ein Hoftrompeter“, Aquarell- GouacheausderSammlungKuenburg,Werkstatt Lederwasch, Salzburg 1782–1790 (Privatbesitz). Anspruch weltlicher Macht, was in der Gegenwart der militärisch organisierten und dem Oberststall- meister unterstehenden Hof- und Feldtrompeter223 in der liturgischen Feier hör- und sichtbaren Aus- druck findet. Der Zusammenhang ist zeitweilig so selbstverständlich, dass die Bezeichnung „con clarini“ geradezu synonym für dieKennzeichnung des solen- nenFestrangs verwendetwird224, wie umgekehrt die Feststellung „senza Clarini“225 nur in der dadurch ausgedrückten Bestimmung einesWerkes für einen niedrigerenFestrang ihren Sinn erhält. DieAnstellung vonTrompetern amSalzburgerHof lässt sich bis ins späteMittelalter zurückverfolgen226, Indizien für eine besondere Stellung innerhalb des hö- fischenRepräsentationsapparates finden sich seit dem frühen 16. Jahrhundert; um1600 scheint die Salzbur- gerTrompeterei bereits überregionaleAusstrahlung erlangt zu haben, und jedenfalls gehörte der unter Wolf Dietrich vonRaitenau dienendeAdamSchrof- fenauer zu den Initiatoren des gegenreformatorisch motivierten, 1623 vonKaiser Ferdinand II. erstmals ausgestelltenTrompeterprivilegs, das alsGrundlage für die im 17. und 18. Jahrhundert erhobenen Ex- klusivitätsrechte der Trompeter für den Gebrauch vonTrompeten undPauken imHeiligenRömischen ReichDeutscherNationbestimmendwerden sollte.227 AnspruchsvolleTrompetenmusiken aus der Zeit von Heinrich IgnazFranzBiberbisJohannMichaelHaydn belegen den hohenGrad künstlerischerBeherrschung des Instruments amSalzburgerHof. DiemitBezugzumliturgischenFestrangvorgenom- meneKonventionalisierung der Besetzungen ist für 223Hintermaier:Die Salzburger Hofkapelle, S. XXI–XXIV. 224Z.B. in einemKatalogeintrag von JosephRichardEstlinger: „Dixit, Magnificat in C con clarini“, Catalogus „Gatti“, 24/1. 225Z.B. EstlingersUmschlagtitel zuA 32: „Missa senzaClarini di Sig[no]reBiechteler“. 226Zur Frühgeschichte der Trompeter am Salzburger Hof bis zur Zeit Wolf Dietrichs vgl. Laubhold, Lars E.: „Die Trompeter- undPaukerkunst zur ZeitWolfDietrichs“, in: GerhardAmmerer/IngondaHannesschläger (Hrsg.): Strategien der Macht. Hof und Residenz in Salzburg um 1600 – Architektur, Repräsentation und Verwaltung unter Wolf Dietrich von Raitenau. 1587 bis 1611/12, Salzburg: Gesellschaft für Salzburger Landeskunde 2011, (Mitteilungen derGesellschaft für Salzburger Landeskun- de/Ergänzungsband 28), S. 577–588. 227Ausführlich dazuLaubhold, LarsE.:Magie derMacht. Ei- ne quellenkritische Studie zu JohannErnstAltenburgs ‚Ver- sucheinerAnleitung zurheroisch-musikalischenTrompeter- und Pauker-Kunst‘ (Halle 1795),Würzburg:Königshausen &Neumann2009, (Salzburger Stier, 2), bes. S. 84–95 sowie Abb. 12, S. 96/97. 170
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Musik am Dom zu Salzburg Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult
Titel
Musik am Dom zu Salzburg
Untertitel
Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult
Autoren
Eva Neumayr
Lars E. Laubhold
Ernst Hintermaier
Verlag
Hollitzer Verlag
Ort
Wien
Datum
2018
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-99012-540-0
Abmessungen
21.0 x 30.2 cm
Seiten
432
Kategorie
Kunst und Kultur
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