Seite - 186 - in Musik am Dom zu Salzburg - Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult
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6 Die SammlungDommusikarchiv
SalzburgerKomponisten des frühen 19. Jahrhun-
derts, dienebender zeitgenössischenMusikpflege
auch die Rezeption ältererMeister beleuchten.
Darüber hinaus dokumentiert diesesRepertoire
denÜbergang von einer vorwiegend höfisch ge-
prägten zu einer vomBürgertumgetragenenMu-
sikkultur, wie er nicht nur in derweltlichenMu-
sik, sondern auch in der Kirchenmusik seinen
Niederschlag fand.
4. RestbeständeweltlicherMusikpflege in Salzburg,
darunter Solokantaten, Symphonien undKonzer-
te, aber auchKammermusik undChorwerke
5. Geistliche undweltlicheMusik desDommusik-
verein undMozarteums von 1841 bis 1881
Mit derGründungdesDommusikverein undMo-
zarteums im Jahre 1841 durchErzbischof Fried-
richFürst von Schwarzenberg (1809–1885) und
denWiener Advokaten Franz von Hilleprandt
(1796–1871) kam es zu einerReorganisation und
Neubelebung des Salzburger Musiklebens, die
zur „Emporbringung der Musik in allen ihren
Zweigen, insbesondere aber der Kirchenmusik,
und hiezu die Gründung und Beförderung ei-
nerMusik-Anstalt zurwürdigenErhaltung des
AndenkensMozarts in seinerVaterstadt, für alle
Zeiten ‚Mozarteum‘genannt“2, führte.Bereits im
erstenVereinsjahr konnten alle 14 Stadtkirchen
mitMusikversorgtund100Schüler indie fürdie
Ausbildung des Nachwuchses errichteteMusik-
schuleaufgenommenwerden.EineVoraussetzung
sowohl für denMusikunterricht als auch für die
Versorgung derKirchenmusikmitNotenmaterial
wurde durch denAufbau einerMusikbibliothek
geschaffen.
Als 1844 derNachlass vonW.A.Mozarts jüngs-
temSohnFranzXaver nach Salzburg kamund
zwischen 1856 und 1858 Stiftungen des älteren
Sohnes Carl in den Besitz des Dommusikver-
ein undMozarteums gelangten,wurde auch der
Grundstein für eineStättederMozart-Forschung
gelegt. Mit der Auflösung bzw. Trennung von
Dommusikverein undMozarteumEnde1880wur-
de der gesamteNotenbestand, auchderNachlass
2Vereinsstatuten von 1861 (§ 2). der SöhneMozarts, geteilt unddenbeidenNach-
folgeinstitutionen, demDommusikverein undder
InternationalenStiftungMozarteum, überantwor-
tet.Der überwiegende kirchenmusikalischeTeil
desMusikalienbestandeswurde demDommusik-
verein, der weltliche Teil samt denMozartiana
(Familienkorrespondenz,MozartsAutographe, In-
strumente undFamilienporträts) der Internatio-
nalen StiftungMozarteum (ISM) anvertraut.
6. Geistliche undweltlicheMusik desDommusik-
vereins und derDommusik (einschließlich der
Nachlässe vonDomkapellmeistern) von 1881 bis
zurMitte des 20. Jahrhunderts
NachderTrennungdesDommusikvereinundMo-
zarteums im Jahr 1881 bestand derDommusik-
verein als eigenständigerVerein auchweiterhin.
Dieser setzte die Sammeltätigkeit fort und be-
wahrtewie zuvor geistliche undweltlicheMusik.
Von großemmusikhistorischen Interesse sind in
diesemZusammenhang dieNachlässe vonDom-
kapellmeistern, die in der Zeit von 1881 bis zur
Mitte des 20. Jahrhunderts wirkten, wie zum
Beispiel JosephMessner, der im zweitenViertel
des 20. Jahrhunderts nicht nur lokaleBedeutung
alsKomponist erlangte.
7. HistorischeMusikalienbeständeeinzelnerPfarren
undKollegiatstifte derErzdiözese Salzburg, die
nicht imBesitz der SalzburgerDomkirche sind,
sondern derenBestände nur angeschlossen sind
8. Eine kleine Sammlung vonOpernpartiturenmit
Werken u.a. von JohannAdolfHasse, derenPro-
venienz zurzeit noch ungewiss ist, werden eben-
falls imArchiv derErzdiözese aufbewahrt.
9. Eine letzteGruppevonmusikalischenHandschrif-
tenundDrucken sind jene, die sich inSalzburger
Pfarrarchiven befanden bzw. noch befinden. Sie
werden seit etwa 20 Jahren imArchiv der Erz-
diözese zentral gesammelt und alsDeposita im
Archiv derErzdiözese verwahrt, bedürfen jedoch
noch derKatalogisierung, um sie der Forschung
zurVerfügung stellen zu können.Es handelt sich
dabei nicht nur umPfarren aus demBundesland
Salzburg, sondern auch aus demTiroler Teil der
Erzdiözese Salzburg.
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Musik am Dom zu Salzburg
Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult
- Titel
- Musik am Dom zu Salzburg
- Untertitel
- Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult
- Autoren
- Eva Neumayr
- Lars E. Laubhold
- Ernst Hintermaier
- Verlag
- Hollitzer Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2018
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-99012-540-0
- Abmessungen
- 21.0 x 30.2 cm
- Seiten
- 432
- Kategorie
- Kunst und Kultur