Web-Books
im Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Kunst und Kultur
Musik am Dom zu Salzburg - Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult
Seite - 196 -
  • Benutzer
  • Version
    • Vollversion
    • Textversion
  • Sprache
    • Deutsch
    • English - Englisch

Seite - 196 - in Musik am Dom zu Salzburg - Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult

Bild der Seite - 196 -

Bild der Seite - 196 - in Musik am Dom zu Salzburg - Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult

Text der Seite - 196 -

6 Die SammlungDommusikarchiv forderte, als er die Situation damals folgendermaßen beschrieb: „Die betrübendeTatsache, daß die ganze quellen=kundlicheArbeit auf demGebiete derMusik vonGrund auf reformbedürftig ist, wird gewiß kein Fachmann, der auf rein wissenschaftlich=historischemGebiet arbei- tet, leugnenkönnen.Es istnurallzubekannt, daß gerade unsereWissenschaft, sofern sie historischbleibt, sichalsonichtästhetischen, psychologischen, geschichtsphilosophischen undanderengrenzwissenschaftlichenProble- men zuwendet, auf einem schwankenden, ja geradezu fragmentarischenundruinenhaften Fundament ruht.“67 Die Situation, die Schneider damals bemängelte, hat sich in vielen europäischenLändern (beispielhaft ist etwa dieAufnahmedermusikalischenQuellen in Deutschland) entscheidendverbessert.FürÖsterreich, wozahlreichewichtigeSammlungen imRISM-Katalog noch nicht aufgenommen sind, ist SchneidersKritik nachwievoraktuell. InSalzburg ist jedenfallsmitder Katalogisierung der Reihe A des Dommusikarchivs ein erster Schritt in die richtigeRichtung gelungen. 6.2 DerCatalogusMusicalis des SalzburgerDoms 6.2.1 ZurEntstehung DasArchiv der Erzdiözese Salzburg bewahrt in sei- nenBeständen eineReihe ältererKataloge, die der Inventarisierung dermusikalischenHandschriftenbe- ständedesDomsdienten.68VonbesonderemInteresse für dieMusik des 18. Jahrhunderts sind zweiKata- loge, deren älterer auf die 1780er-Jahre zurückgeht. 67Schneider: „ZurOrganisation“, S. 258. 68Zum Folgenden vgl. Laubhold, Lars E./Eva Neumayr: „DerCatalogusMusicalis des SalzburgerDoms.Anmerkun- gen zur systematischenErschließung einer problematischen Quelle“, in:Michael Jahn/Klaus Petermayr (Hrsg.): JahrbuchdesRISM-Österreich 2010,Wien:DerApfel 2010, (Veröffentlichungen des rism-österreich, A/14), S. 25–48, sowieLaubhold,LarsE./EvaNeumayr: „LuigiGatti and theCatalogusMusicalis in EcclesiaMetropolitana of the Salzburg Cathedral“, in:Alessandro Lattanzi (Hrsg.): Luigi Gatti (1740–1817). LaMusica aMantova e a Sa- lisburgo tra Sette e Ottocento, Lucca: Libreria Musicale Italiana 2017, S. 147–165. DieserCatalogusMusicalis in EcclesiaMetropolitana besteht aus zwei Bänden, die als einPaar identischer Verzeichnisse geplant und begonnenwurden, durch spätereNachträge von diversen Schreibern jedoch an Einheitlichkeit einbüßten.69Ein zweites, demälteren Katalog in derKonzeption folgendesPaar trägt den TitelCatalogusMusicalis in EcclesiaMetropolitana, conscriptus 13. Juli 1822 ab Joachimo Fuetsch mp. Chori dirigente undwar offenbar dazu bestimmt, den älterenKatalog abzulösen. Die beiden älteren Bände wurden in der älteren Literatur fälschlich demSalzburgerHofkapellmeister LuigiGatti zugewiesen–wasvonWalterSennAnfang der 1970er-Jahre richtiggestellt wurde.70Grund für die falscheZuweisungwarderTitelzusatz „Gatti“ auf demTiteletikett eines der beiden Bände. Aus dem Umstand,dassder andereBandangleicherStelle den Zusatz „Archivium“ trägt, folgerte Senn plausibel, dass es sich umAngaben zurBestimmung derKata- loge handle: „fürGatti, der jederzeit in der Lage sein sollte, sich über das zurVerfügung stehendeReper- toire zu informieren,und fürdasArchiv,wodieNoten hinterlegtworden sind.“71AlsHauptschreiber beider Bände – als jenen Schreiber, auf den dieKonzeption und ursprüngliche Anlage des Katalogs zurückgeht und von demknapp 40%aller heute darin befindli- chenEinträge stammen – nannte Senn den von ihm inUnkenntnis von dessen Identität so genanntenKo- pistenB.72DieserSchreiberB,der zudenwichtigsten SalzburgerKopisten der zweitenHälfte des 18. Jahr- hunderts zählt, wurde vonManfredHermannSchmid als „Schr 1“73 bezeichnetundkonntemittlerweile von 69CatalogusMusicalis in EcclesiaMetropolitana. [Exemplar] Gatti, handschriftlicherBestandskatalog, angelegt von Jo- sephRichardEstlinger 1782–1791, erweitert bis ca. 1822 vorwiegendvonJoachimJosephFuetsch, 188Seiten,AES, o. Sign., sowieCatalogusMusicalis in EcclesiaMetropolita- na. [Exemplar]Archivium, handschriftlicherBestandskata- log, angelegt von JosephRichardEstlinger 1782–1791, erweitert bis ca. 1822 überwiegend vonMatthias Schitra, 196 Seiten,AES, o. Sign. 70Senn: „Der Catalogus Musicalis“, bes. S. 182–196. Beim seinerzeitigen Stand der Schreiberforschung überschätzte aber auch Senn die Zahl der vonGatti verfasstenEinträge, die ermit ca. 16%annahm, immens. 71Ebd., S. 183. 72Zusammenfassend zurGeschichte des Salzburger Schreiber- katalogs siehe untenAbschnitt 6.4, S. 257 ff. 73Schmid,ManfredHermann:DieMusikaliensammlung der Erzabtei St. Peter in Salzburg. Katalog. Erster Teil: Leo- pold undWolfgangAmadeusMozart, Joseph undMichael Haydn.Mit einer Einführung in dieGeschichte der Samm- lung, Salzburg: InternationaleStiftungMozarteumSalzburg 1970, (Schriftenreihe der Internationalen StiftungMozar- 196
zurück zum  Buch Musik am Dom zu Salzburg - Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult"
Musik am Dom zu Salzburg Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult
Titel
Musik am Dom zu Salzburg
Untertitel
Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult
Autoren
Eva Neumayr
Lars E. Laubhold
Ernst Hintermaier
Verlag
Hollitzer Verlag
Ort
Wien
Datum
2018
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-99012-540-0
Abmessungen
21.0 x 30.2 cm
Seiten
432
Kategorie
Kunst und Kultur
Web-Books
Bibliothek
Datenschutz
Impressum
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Musik am Dom zu Salzburg