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6.2 DerCatalogusMusicalisdes SalzburgerDoms
Abbildung 6.2:Einträge imCatalogus „Gatti“.
thek desConservatorio ‚Luigi Cherubini‘ in Florenz
aufbewahrte SammlungFerdinands III. vonToskana
angefertigt. Die Annahme, dass er schon zu Ferdi-
nands Salzburger Regierungszeit zu einem kleinen
Kreis von Personen gehörte, die in die Organisati-
on derMusikalien involviertwaren, erscheint daher
plausibel. KonkreteHinweise, dass dieArbeit amCa-
talogus inZusammenhangmitdenAbschriften fürden
Kurfürsten stand, waren bisher jedoch nicht aufzu-
finden.Möglicherweise erfolgten sie erst nachGattis
Tod.
Außer den systematischen Ergänzungen durch
Fuetsch und Schitra finden sich in beiden Katalog-
exemplaren gelegentlicheNachträge vonLuigiGatti
selbst (18Einräge imExemplar „Gatti“) sowie von ei-
nigenPersonen, die anscheinend in engererBeziehung
zum letzten Hofkapellmeister standen. Evident ist
dies für Schreiber 14080, dessen Schriftzug imCatalo-
gus (27Einträge) ebensowie in denDommusikalien
wiederholt gemeinsammit jenemGattis aufscheint
und der ebenfalls eineReihe derAbschriften imFon-
do Pitti, und zwar ausschließlich vonWerkenGattis,
herstellte. Offenbar inAnlehnung an dessenEinträge
im Exemplar „Gatti“ verzeichnete Schreiber 24581
20OffertorienGattis imExemplar „Archivium“.Ei-
ne ähnlicheBeziehung zwischen beidenExemplaren
zeigt sich anNachträgen, wiederumvonWerkenGat-
80Vgl. Schreiberverzeichnis, S. 274.
81Vgl. Schreiberverzeichnis, S. 276. tis, die BenediktHacker82 imCatalogus „Archivium“
nachtrug.
Die deutlichstenAbhängigkeiten zwischen den bei-
denälterenKatalogbändenbetreffenaberdieEinträge
der beiden ergänzendenHauptschreiber JoachimJo-
sephFuetsch undMatthias Schitra.Diese legen nahe,
dass einzelneEinträge Fuetschs imCatalogus „Gatti“
vorgenommenwurden, bevor Schitra seineErgänzun-
gen imCatalogus „Archivium“ anbrachte, dass aber
derGroßteil vonFuetschsNachträgen imCatalogus
„Gatti“ bereits auf der Kenntnis jener von Schitra
imCatalogus „Archivium“ aufbaut.Dortwiederholt
anzutreffendeFehler sowie Inkonsistenzen derGrup-
pierung, die in Fuetschs Exemplar nicht enthalten
sind, belegen dieHauptrichtung des Informationsflus-
ses.83Der genaueHergang derKatalogisierungsarbei-
ten bleibt bisher aberweitgehend imDunkeln.
FuetschwarkeinezweiWochennachGattisTodam
1.März 1817 die „Aufsicht“ über die inGattisWoh-
nung vorgefundenenMusikalien, die „wegenMangels
82Vgl. unten S. 262 und 351.
83Vgl.Catalogus „Gatti“, S. 48, woFuetsch in einem frühen
Stadiumdie vonEstlinger vergessenenEinträge nach dem
Vorbild vonCatalogus „Archivium“, S. 47, ergänzt hat. Zu
einem späterenZeitpunkt (in deutlich geändertemSchrift-
duktus) übernahm er an gleicher Stelle einen am korre-
spondierendenOrt imCatalogus „Archivium“ von Schitra
hinzugefügtenEintrag, dessen fehlerhaftes Incipit er aber
korrigierte. FürweitereBeispiele zu den komplexenAbhän-
gigkeiten zwischen denKatalogexemplaren vgl.Laubhold/
Neumayr: „DerCatalogusMusicalis des SalzburgerDoms“,
S. 35, sowieLaubhold/Neumayr: „Gatti andtheCatalogus
Musicalis“.
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Musik am Dom zu Salzburg
Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult
- Titel
- Musik am Dom zu Salzburg
- Untertitel
- Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult
- Autoren
- Eva Neumayr
- Lars E. Laubhold
- Ernst Hintermaier
- Verlag
- Hollitzer Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2018
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-99012-540-0
- Abmessungen
- 21.0 x 30.2 cm
- Seiten
- 432
- Kategorie
- Kunst und Kultur