Seite - 201 - in Musik am Dom zu Salzburg - Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult
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6.2 DerCatalogusMusicalisdes SalzburgerDoms
Komponist 1791 1822 m A-Sd
J. E. Eberlin 206 232 215 250
J.M.Haydn 78 128 123 242
L.Gatti 44 105 95 109
M. S. Biechteler 13 100 96 133
J. Stadlmayr - 81 81 197
G. Lolli 1 54 52 70
K.H.Biber - 53 52 107
A.Caldara 10 27 26 42
A.C.Adlgasser 19 20 17 30
W.A.Mozart 10 18 17 28
P.Gutfreund - 16 16 63
F. I. Lipp - 13 13 34
M.Cazzati - 12 12 12
A.Megerle - 11 10 53
D. Fischietti 7 7 7 8
G.Reutter 6 7 4 5
J.D.Westermayer - 6 6 9
L.Mozart [4]a 5 5 5
J. B.Hochreiter - 5 5 4
J.M.Kracher - 5 4 20
J. J. Fux 3 4 3 4
G. J. Paris 2 4 4 4
F.N.Novotný 2 4 4 4
L.Hofmann 2 [4] [4] [4]b
H. I. F. Biber - [3]c 3 10
J.Haydn 2 3 3 9
F.X.Neymiller - 3 3 4
G.C.Wagenseil - 3 3 3
J.G.Reinhardt [?] 1 2 2 2
M.Kracher (jun.) - 2 1 13
J.C.Kerll - 2 2 6
J.Hafeneder 1 1 1 2
L. Leo 1 1 1 1
A. Lotti 1 1 1 1
„Rül“ [=K. Loos?] 1 1 1 1
C. Sonnleithner 1 1 1 1
G.B.Casali 1 1 1 2
„Carcani“ 1 1 - -
S. Bernardi - 2 [1] 140
T. L. d.Victoria - - - 118
a L.MozartsMissa brevis inA (CarM. IA3,A-Sd,A 450)
wurde vonEstlinger fälschlich alsWerkW.A.Mozarts
katalogisiert, während unter denWerkenLeopolds lediglich
drei Litaneien verzeichnet sind.
bWegenmehrfacher Fehlzuschreibungen geben die Zahlen ein
unrichtigesBildwieder. Bereits Estlinger hatte eine eigene
Fehlzuweisung anHofmannnachträglich eliminiert, Fuetsch
bzw. Schitra fügten jedoch zweiweitere hinzu.Alle vier unter
demNamenHofmanns katalogisiertenWerke sind imArchiv
vorhanden; nur die beiden ersten, vonEstlinger verzeichneten,
werden jedoch heute alsWerkeHofmanns angesehen.
cKompositionenH.I.F. Biberswurden alsWerkeK.H.
Bibers verzeichnet.
Tabelle 6.2:Einträge imCatalogus „Gatti“. hezu durchgehend und zumTeil beträchtlich über-
steigt. Letzteres liegt zum einen daran, dass große
Teile der in derKathedralliturgie verwendetenMu-
sik nicht katalogisiert wurden. Zum anderen zeigte
sich erst imZuge derRISM-Katalogisierung, dass der
hier bearbeiteteBestandweniger geschlossen ist, als
bisher angenommen, und neben gelegentlichen Ein-
sprengseln andererProvenienzQuellen ganz eigener
Typik enthält, die in solcherDichte auftreten, dass
manwohl vonmindestens einem eigenenTeilbestand
innerhalb der Sammlung sprechenmuss, der nachbis-
herigemKenntnisstand nicht derKathedralliturgie,
sondern anderen, Stadt-SalzburgerAufführungskon-
texten, zu einemGutteil wohl der bisherweitgehend
unerforschten Institution der Stadtpfarrmusikanten
zuzuordnen ist. Die hohe Zahl überlieferterWerke
JohannMichael Haydns ist zumindest teilweise auf
deren Popularität undVerbreitung auch außerhalb
derDomliturgie zurückzuführen – eine Popularität,
die Luigi Gatti fehlte und die sich in der Überliefe-
rung seiner Kirchenmusik nahezu ausschließlich im
Dommusikrepertoire niederschlug. Dass überdurch-
schnittlich vieleWerke beiderKomponisten, die nach
EstlingersTod noch produktivwaren, inNachträgen
verzeichnet sind,überraschtnicht.Eher erstaunt,dass
unter den bereits verstorbenenmitBiechteler, Lolli,
Caldara undMozart vier Komponisten waren, die
prinzipiell von Estlinger berücksichtigt worden wa-
ren, derenWerke aber zu erheblichenTeilen erst in
Nachträgen verzeichnetwurden.
Einen Sonderfall im Salzburger Dommusikreper-
toire stellt diesbezüglichW. A.MozartsWerk dar,
dem imZuge einer beginnendenKanonbildung spä-
testens ab etwa 1800 auch in Salzburg wachsendes
Interesse entgegengebrachtwurde.DerVerlagBreit-
kopf & Härtel war 1799 mit der Bitte anMozarts
in St. Gilgen lebende Schwester Maria Anna von
Berchtold zu Sonnenburg herangetreten, denVerlag
bei derHerausgabe einer ‚Gesamtausgabe‘ derWerke
Mozarts zu unterstützen.Wie, angeregt durch diese
Initiative desVerlags, schließlich eineReihe vonMu-
sikalien aus demBestand vonHof- undDommusik
ihrenWegnachLeipzig fanden,wobei insbesondere
derHofschreiberFelixHofstätter und schließlich auch
Luigi Gatti selbst maßgeblich beteiligt waren, hat
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Musik am Dom zu Salzburg
Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult
- Titel
- Musik am Dom zu Salzburg
- Untertitel
- Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult
- Autoren
- Eva Neumayr
- Lars E. Laubhold
- Ernst Hintermaier
- Verlag
- Hollitzer Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2018
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-99012-540-0
- Abmessungen
- 21.0 x 30.2 cm
- Seiten
- 432
- Kategorie
- Kunst und Kultur