Web-Books
im Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Kunst und Kultur
Musik am Dom zu Salzburg - Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult
Seite - 203 -
  • Benutzer
  • Version
    • Vollversion
    • Textversion
  • Sprache
    • Deutsch
    • English - Englisch

Seite - 203 - in Musik am Dom zu Salzburg - Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult

Bild der Seite - 203 -

Bild der Seite - 203 - in Musik am Dom zu Salzburg - Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult

Text der Seite - 203 -

6.2 DerCatalogusMusicalisdes SalzburgerDoms hauptsächlich aus Münchner Umfeld hinzu.95 Joa- chim JosephFuetschsNachträge beziehen sich auf 50 Komponisten und stellen größtenteils auch insofern eineErweiterung dar, als nur 14 dieserKomponisten bereits vonEstlinger oderGatti verzeichnetworden waren. Insgesamt 65Komponisten kommendemnach imCatalogus „Gatti“mit all seinenNachträgen vor. Doch betrifft ein großer Teil der Nachträge ‚neuer‘ KomponistenErgänzungenälterenRepertoires, reprä- sentiert also nicht unbedingtNeuanschaffungen um oder nach 1800, sondern dieAusweitung derKatalo- gisierungsarbeit auf längst vorhandeneMaterialien, diemöglicherweise, alsEstlinger denKatalog entwarf, nicht imZentrumdes praktischen Interesses gestan- den hatten. Eine eigeneGruppe bilden hierbeiWerke von Jo- hann Stadlmayr, AbrahamMegerle, PeterGutfreund (=PietroBonamico),AndreasHofer undanderen, die nach der LiturgiereformErzbischofWolfDietrichs im 17. Jahrhundert für den SalzburgerDomgeschaffen oder adaptiert und in z.T. prächtigenChorbüchern notiert wordenwaren.96Teile diesesRepertoires wur- den vorwiegend im zweitenViertel des 18. Jahrhun- derts in Stimmen ausgeschrieben und so bismindes- tens ins 19. Jahrhundert weiter gepflegt. Insbeson- dere die Introiten Stadlmayrs wurden von Fuetsch ausgiebigmitAngabe der jeweiligen liturgischenBe- stimmung und Incipit der Intonation katalogisiert.97 Auch einige PropriumsgesängeGutfreunds undHym- 95JohannBaptist Lasser (1751–1805), JosephChristianWil- libaldMichl (1745–1816), „Pfeiffer“ (FranzAnton?/1754– 1787), JosephPreindl (1756–1823) sowieGeorg JosephVog- ler (1749–1814). 96Hintermaier:Katalog (1992). 97Catalogus „Gatti“, S. 178–187. nen(bearbeitungen)Megerles98 hatFuetsch verzeich- net. Nur siebenAutoren, die durchFuetsch imälteren Katalog neuhinzukommen, erscheinen imDommusik- archiv tatsächlich inMaterialien, die sicher oder zu- mindestmöglicherweise nach 1800 entstanden sind.99 EinVergleich desRepertoires imCatalogus „Gat- ti“ inklusive allerNachträgemit jenem imCatalogus „Fuetsch“ von1822 ergibt, dass dieVeränderungen in der Zusammensetzung der beteiligtenKomponisten relativ gering sind. Fuetschs Neuschrift verzeichnet 67Autoren100, also nur zweimehr als der ältereKa- talog, und es sindauchweitgehenddie gleichenwie in diesem. ZwölfKomponisten, die im älterenKatalog noch vorhanden waren, fielen nun aus dem Reper- toire heraus101, und zwar durchgehend solche, die denSchwerpunkt ihres Schaffens vor derMitte des 18. Jahrhundertshattenund/odermitnurwenigen,meist sogar nurmit einem einzigenWerk in Erscheinung 98Dass die zu dieser Gruppe gehörigen, in großer Zahl vor- handenenHymnenT. L. deVictorias imCatalogus nicht berücksichtigt sind, dürfte daran liegen, dassAbrahamMe- gerle 1649alsBearbeiter desChorbuchesW.b.XIII., in dem er – in Umsetzung der 1643 erfolgten Revision des römi- schenBreviers–VictoriasHymnenausdem1632vonGeorg Moser ingrossiertenChorbuchW.b.XVII. bearbeitet, „nicht mehr dezidiert imTitel anführt, daß er dieKompositionen unterVerwendung von fremden, teils bereits vorliegenden Kompositionen nur zusammengeschrieben, fortgeführt und aufgezeichnet habe, sondern lapidar festhält:Hymni sacri [.. .] composuit AbrahamusMegerle.“Hintermaier:Kata- log (1992), S. 15.Als im18. JahrhundertWerke aus diesem Chorbuch in Stimmen ausgeschriebenwurden, war offen- bar dasWissen umdie ursprünglicheAutorschaftVictorias bereits verloren gegangen. Zu den aus dieserQuellenlage resultierenden Prinzipien der RISM-Katalogisierung vgl. S. 359 in diesemBand. 99Franz Xaver Brixi (1732–1771) mit einer Messe, Johann Chrysostomus Drexel (1758–1801) mit einer Litanei, Jo- hann Baptist Gänsbacher (1778–1844) mit einer Messe, GeorgHuber (oderHueber, Lebensdaten unbekannt)mit dreiMessen,GottliebMilder (ca. 1764–1817)mit zwei Li- taneien, Joseph Panny (1794–1838)mit einerMesse und Joseph Baptist Schiedermayr (1779–1840) ebenfalls mit einerMesse. 100Sowiemit JohannBaptist Sternkopf (1753–1817) einen neu hinzugekommenenKomponisten, von demeinWerk bereits früher imCatalogus „Gatti“, S. 65, verzeichnet, dort aber fälschlichGatti zugeschriebenwordenwar. 101Giovanni BattistaCasali (1715–1792, vonEstlinger als „Gio Batta“verzeichnet),AntonioBertali (1605–1669), „Carcani“ (gemeint ist anscheinend einWerk vonLeonardoVinci, ca. 1693–1730),GiuseppeMariaCarretti (1690–1774), Joseph ChristophDeichel (1695–1753,Material einerVesper aus Eichstätt, von Johann JakobRott 1753 für Salzburg einge- richtet), VitalianoGrizziotti (Lebensdaten unbekannt), Jo- hannCasparKerll (1627–1693),MathiasÖttl (1675–1725), Giovanni Porta (1675–1755), JosephUmstatt (1711–1762), GeorgChristophWagenseil (1715–1777), JosephPaul Zieg- ler (1722–1767). Die meisten der entfallenenWerke sind heute noch imDommusikarchiv vorhanden. 203
zurück zum  Buch Musik am Dom zu Salzburg - Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult"
Musik am Dom zu Salzburg Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult
Titel
Musik am Dom zu Salzburg
Untertitel
Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult
Autoren
Eva Neumayr
Lars E. Laubhold
Ernst Hintermaier
Verlag
Hollitzer Verlag
Ort
Wien
Datum
2018
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-99012-540-0
Abmessungen
21.0 x 30.2 cm
Seiten
432
Kategorie
Kunst und Kultur
Web-Books
Bibliothek
Datenschutz
Impressum
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Musik am Dom zu Salzburg