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6 Die SammlungDommusikarchiv
selbst fürdenbearbeitetenBestandeindeutig sind.128
Während fürdenbearbeitetenBestanddieKonsistenz
der Dokumentation über beide Schlüssel (Beschrei-
bung/Referenznummer) sichergestellt ist, kann hin-
gegen für denGesamtbestand derRISM-Datenbank
weder ausgeschlossenwerden, dass gleicheWasserzei-
chen in verschiedenen Beschreibungen erfasst sind,
nochumgekehrt, dass verschiedeneWasserzeichenmit
gleichenBeschreibungen bezeichnetwurden.
In unseren Zeichnungen, und damit auch in den
Beschreibungen, wurden Zwillingsschöpfformen nicht
unterschieden.Daes sichbei denvonunskatalogisier-
tenMaterialien in denmeistenFällen umStimmen-
material und daher umEinzel- oder Doppelblätter
handelt, wurde darauf verzichtet, die Position des
Wasserzeichens innerhalb der Schöpfform zu rekon-
struieren. Darüber hinaus wurde beimAbzeichnen
nicht zwischen Sieb undFilzseite unterschieden. Spie-
gelbildliche Formenwurden auf eine angenommene
Rectus-Version korrigiert.Mondewurden nicht ver-
messen, da ihre Zuweisung an eine bestimmte Pa-
piermühle äußerst schwierig ist.WennWasserzeichen
durch eine Jahreszahl auf demUmschlag genauer da-
tierbarwaren,wurde diese Jahreszahl aufgenommen,
ansonstenwurde jedemWasserzeichen ein zeitlicher
Verwendungsbereich zugewiesen, der sich an den be-
kanntenFaktenüberPapiermacher undSchreiber der
Materialien orientiert, in denen dasWasserzeichen
vorkommt.Dieser zeitlicheBereich ist in Zweifelsfäl-
len eher großzügig bemessen. EinigeNummern fehlen
inderListe: In diesenFällenhandelt es sichum ledig-
lich fragmentarisch erkennbareWasserzeichen, über
die kaum Information vorhanden ist, die aber in un-
seremWasserzeichenkatalog ebenfalls eineNummer
haben.
128Ausnahmen bilden unvollständigeBeschreibungen vonWas-
serzeichen, die im jeweils untersuchtenMaterial nicht voll-
ständig sichtbar waren und anhand der sichtbaren Teile
auch nicht zweifelsfrei einemder bekanntenWasserzeichen
zuzuordnenwaren. SolcheTeilbeschreibungen erhielten ei-
geneRegistereinträge imKatalog, jedochnurdann separate
Datensätze in unsererWasserzeichendatenbank,wenndie
Zugehörigkeit zu einemder bereits dokumentiertenWasser-
zeichen auszuschließenwar. 6.3.1 Papierer undPapiermühlen
DiePapiermühle Lengfelden
DiePapiermühle Lengfeldenwurde 1534 erstmals ur-
kundlich erwähnt und im17. Jahrhundert zunächst
vonderFamilieWurmgeführt.1729heirateteSusanne
WurmnachdemTod ihres erstenEhemannesdenaus
St. Pölten zugezogenenPapiererTobiasWörz (gest.
1650), nach dessenTodMichael Pfleghardt, der die
Mühle bis 1669 führte.Nach ihmkamTobiasWörz
d. J. (1640–1677), nach seinem tragischenUnfalltod
fiel die Papiermühle durchVerzicht derGeschwister
undGeschwisterkinder anMariaWörz (1647–1700),
danach an ihre Tochter aus erster Ehe, Apollonia
Elisabeth Hofmann (1666–1704) und derenGatten
JohannFranzHofmann (1662–1709).FranzWörz (bis
1696) und sein Sohn Joseph (bis ca. 1708) arbeiteten
alsPapierermeister imFamilienbetriebund führtenei-
geneWasserzeichen.Nach demTode seiner Frauwur-
de JohannFranzHofmannAlleinbesitzer und führte
vermutlich in Zusammenarbeitmit seinemPapierer-
meister Johann Rieder die Wasserzeichen-Initialen
‚HR‘, die sich bis 1737 nachweisen lassen. SeinNach-
folgerwurde1725derältesteSohn,JohannSigismund
Hofmann (1701–1736), dessen Initialen sich bis in die
70er-Jahre des 18. Jahrhunderts auch imNotenpapier
nachweisen lassen. 1737 kamendessenEhefrauMaria
HofmannunddieKinderAntonFidelis (1730–1775)
undMariaGertraud (1731–1808) in denBesitz der
Mühle. NachdemMaria Hofmann 1751 die Mühle
allein übernommenhatte, übergab sie diese 1754 an
ihren SohnAntonFidelis Hofmann (Initialen ‚AFH‘)
und dessenFrauMaria JohannaWolf.129
Um1781 übernahmen deren Söhne Franz Anton
(1755–1832)undIgnazHofmann(1756–nach1808)die
Papiermühle. Ignazwurdeum1788ausbezahltund ist
in der Folge alsWirt inMariaPlain nachweisbar.130
FranzAntonHofmannheiratete in erster EheEli-
sabethPurtscher vonLobenstein.131Dieser Ehe ent-
129Vgl.Hintermaier:Katalog (1992), S. 34.
130Wird er 1787bei derGeburt seinerTochterElisabeth Johan-
naTheresia als „gewesterMühlher“, 1788 bei derGeburt
seines SohnesAnton nochmals als „Meister auf der hierlän-
digenPapierfabrick“bezeichnet, ist seingenannterBeruf ab
derGeburt einerweiterenTochterMariaAnnaElisabeth
1789 „Bestandwirth imPlain“.AES,TaufbuchBergheim,
S. 608, 613 und 620. Seine Initialen ‚IH‘ tauchen imNoten-
papier allerdings nicht auf.
131Vgl. Pfarre Bergheim, Trauungsbuch 3, S. 267. Elisabeth
Purtscher vonLobenstein (d zwischen 1795 und 1800), die
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Musik am Dom zu Salzburg
Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult
- Titel
- Musik am Dom zu Salzburg
- Untertitel
- Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult
- Autoren
- Eva Neumayr
- Lars E. Laubhold
- Ernst Hintermaier
- Verlag
- Hollitzer Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2018
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-99012-540-0
- Abmessungen
- 21.0 x 30.2 cm
- Seiten
- 432
- Kategorie
- Kunst und Kultur