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Musik am Dom zu Salzburg - Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult
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Seite - 223 - in Musik am Dom zu Salzburg - Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult

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6.3 Die verwendetenPapiere und ihreHerkunft stammten acht Kinder: Franz Anton Paul (1783), Johannes Paul (1785), Elisabeth Catharina (1786), Anton (1788), SigismundAnton (1789),AntonGeorg (1791),MariaAloysia (1792) undAnna (1795). Um1814,alsdieHochzeitdesältestenSohnesFranz Hofmann (1783–1862)mitViktoriaMayr, einerToch- terdesSchiffwirthszuSalzburg, stattfand,mussFranz Anton die Papiermühle übergeben haben, denn 1815, bei derGeburt seines jüngsten SohnesFelixMarzel- linusmit seiner zweiten FrauAnnaReitsamer (um 1780–1823)132, wird er bereits als „Besitzer des Jäger- hofes zuKäsern“ bezeichnet.133Wann derWechsel derWasserzeichen von ‚FAH‘ auf ‚FH‘ stattfand, ist nicht genau festzustellen.Anzunehmen ist, dass die Initialen ‚FAH‘ zumindest bis zumTod ihresTrägers 1832 beibehalten wurden und danach erst die Ini- tialen ‚FH‘ oder dieWasserzeichen ‚F. Hofmann in Salzburg‘ inVerwendung kamen.Vielleichtwurden die Intitialen ‚FAH‘, ‚FH‘, ‚F.Hoffman‘ etc. aberauch gleichzeitig verwendet. DieEhe vonFranzHofmanndemJüngeren blieb anscheinend kinderlos, denn er verkaufte die Papier- mühle1852andenMannseinerNichte,JosefRauchen- bichler.Ab1865 ist derBesitzer dessen gleichnamiger Sohn.Nach einemgroßenBrand, durch den dasPa- piermühlengebäude zerstörtwurde, erfolgte 1867 ein Neubaumit Papiermaschine, 1879wurde derBetrieb nach einemHochwasser gänzlich eingestellt. Von letz- terenBesitzern sind keine Initialen in denPapieren mehr nachzuweisen. Franz Anton Hofmann am 13.2.1782 in Wien heiratete, stammte aus derPapiererfamiliePurtscher, die im18. Jahr- hundert die PapiermühleRehberg an derKrems führte. Ihr Vater JohannPaulPurtscher (d 1800)wurde 1772 nobili- tiert und durfte sich fortan „vonLobenstein“ nennen.Die Familie dürfte bereitsAnfang der 80er-Jahre des 18. Jahr- hunderts nachWien gezogen sein, 1787 eröffnete Johann PaulPurtscher jedenfalls einePapierhandlung inWien.Vgl. Eineder,Georg:TheAncient Paper-Mills of the Former Austro-Hungarian Empire and theirWatermarks, Hilver- sum:ThePaper Publications Society 1960, (Monumenta Chartae PapyraceaeHistoriam Illustrantia, 8), S. 53. 132DieHochzeit FranzAntonsmitAnnaReitsamer fand am18. November 1801 inBergheim statt.DerEhe entstammten sechsKinder: FriedrichFranz (1803), PaulArnold (1804), ErnstValentin (1806),Karl JosephLorenz (1807), Johann Nepomuk (1809) undFelixMarzellinus (1815). 133AlsseinezweiteFrauam23.April1823stirbt, steht imToten- buch ausdrücklich „AnnaHofmann, vorher Papiermacherin nunGutsbesitzerin amJägerhaus, 43 Jahre,Gedärmbrand.“ PfarrarchivBergheim, Sterbebuch 1823. DiePapiermühlenBraunau und Raitenhaslach NebendernaheSalzburggelegenenPapiermühleLeng- feldenwares indererstenHälftedes18.Jahrhunderts vor allemdiePapiermühleBraunau, die, insbesondere unter ihremBesitzerMatthiasRiepl,SalzburgmitNo- tenpapier versorgte. Nach einemBrand 1742war sie allerdings zehn Jahre lang außerBetrieb.134Danach lassen sichBraunauerPapiere in Salzburg vermehrt erst wieder im 19. Jahrhundert nachweisen:Hier sind es vor allemdiePapiere vonPaulHofmann, die aus Braunau nach Salzburg kamen. LautEineder135 kam die Papiermühle Braunau 1821 in den Besitz einer FamilieHofmann.Einen familiärenZusammenhang zurFamilieHofmann inLengfelden herzustellen, ist bisher nicht gelungen. Zuvor, nämlich um1789,war sie imBesitzAntonKieslings gewesen, dessen ande- reBetriebe zumgrößtenTeil inBöhmen lagen. Ihn könnte man durchaus als „Papiergroßindustriellen“ bezeichnen, besaß er doch 1789 neben der Papier- mühle inBraunauauch jene inTrautenau,Zamberku, Rokitnitz, JungbuchamBrettgrundundSchatzlar.136 Vielleicht sind diese frühenKontakte zwischenBrau- nau undBöhmen nie ganz abgerissen, denn ab den 20er-Jahren des 19. Jahrhunderts sind, parallel zu denBraunauer „Hofman-Papieren“ in Salzburg ver- mehrt Papiere ausBöhmenmit den Initialen ‚AK& S‘ (AntonKiesling und Sohn) nachweisbar.Denkbar ist, dass die PapiermühleBraunau ihreKontakte zur FamilieKieslingnutzte, umderenPapiere inSalzburg zu vertreiben. Auch zwischen der an der Salzach gelegenen Pa- piermühle der ZisterzienserabteiRaitenhaslach und der PapiermühleBraunau gab es verwandtschaftliche Verbindungen, war doch der ursprünglicheBesitzer GeorgRiepl derVater des Besitzers der Braunauer Papiermühle,MatthiasRiepl.Besonders in der ersten Hälftedes18.Jahrhunderts istRaitenhaslach fürSalz- burger Schreiber eineBezugsquelle. Die Papiere von GeorgRiepl, seinemSchwiegersohnF.A.Niederdor- fer und der ab ca. 1725 aktivenPapiermacherUlrich Marx sen. und jun. erfreuten sich bei den Schreibern 134Mitterwieser, Alois: „Die altenPapiermühlen vonLands- hut an der Isar undBraunau am Inn“, in:Gutenberg Jahr- buch, (1939), S. 31–38, hier: S. 35. 135Eineder:Ancient Paper-Mills, S. 63. 136Ebd., S. 123. 223
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Musik am Dom zu Salzburg Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult
Titel
Musik am Dom zu Salzburg
Untertitel
Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult
Autoren
Eva Neumayr
Lars E. Laubhold
Ernst Hintermaier
Verlag
Hollitzer Verlag
Ort
Wien
Datum
2018
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-99012-540-0
Abmessungen
21.0 x 30.2 cm
Seiten
432
Kategorie
Kunst und Kultur
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