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Musik am Dom zu Salzburg - Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult
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Seite - 258 - in Musik am Dom zu Salzburg - Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult

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6 Die SammlungDommusikarchiv MaximilianRaab, JosephRichardEstlinger undFelix Hofstätter143, wodurch die zahlreichen von ihnen ge- schriebenenMaterialien als authentischeKopien aus demKontext des SalzburgerHofs gesichert sind. Diewichtigste Schreiberidentifizierung fürQuellen derVor-Mozart-Zeit gelangThomasHochradner, in- dem er aus den von ihm untersuchtenMaterialien schloss, dass die vormals so bezeichneten Schreiber- züge 100, 101, 100a und 101a diverseAusprägungen ein- und derselben Schreiberhand seien, die demals Hofkopisten belegten Johann JakobRott144 zuzuord- nen seien.145 Rott konnten im Zuge des laufenden Projekts auch die Schreibernummern 87 und 94 si- cher zugewiesen und zudem einige frühe (vor 1725) Ausformungen seiner Schrift belegtwerden. Im Laufe der beiden Projekte gelang Eva Neu- mayr die Identifizierung der Schreiber 9, 20, 67a und 112a, 144 und 161.Die Schreibernummern 9 und 20 konnten demSalzburgerMusiker undMusikverleger Benedikt Hacker (→ S. 262) zugeordnet werden146, der in den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts tätig war und daher insbesondere für die Michael- Haydn-Überlieferung, aber auch fürdie aufkommende Mozart-Rezeption vonBelang ist. Von lokaler Bedeu- tung ist die Identifizierung der Schreibernummern 144 und 161 als Schriftzug JohannGeorgPinzgers147, demFreundFranzXaverGrubers (→S. 267), der im mittleren 19. Jahrhundert u.a. als Chorregent an der Universitätskirche tätigwar. DieSchriftdesSchreibers112a,der imausgehenden 17. undbeginnenden18. Jahrhundert tätigwar, hatte eine sehr charakteristischeAusprägung, die sich auch in seiner Schreibschrift ausdrückte. Als eine Bewer- bung des JohannCarlWeissenbach für die Stelle des Stadtpfarrorganisten diese geradezumanieristischen 143Hintermaier:Die Salzburger Hofkapelle, S. 334, 92 u. 183. Darüber hinaus sind die weiteren von Senn vergebenen Schreiber-Siglenwie folgt aufzulösen:KopistD,GundH =Hofstätter, Kopist E undF=Schreiber 27, vgl.Hinter- maier: „MozartsReginaCoeli-KompositionenKV127 und 276“, S. 118. 144Hintermaier:Die Salzburger Hofkapelle, S. 341f. 145Hochradner:Matthias SiegmundBiechteler, Teil I, S. 129– 139. 146Wir dankenElke Schmid-Blagrave für denHinweis auf eine signierteQuelle in derMusikbibliothek des Stiftes St. Flo- rian. 147Diese Identifizierung gelang, als JosephHohenleitner, Seeon, uns eine SchriftprobePinzgers zeigte, in derwir den Sbg. Schreiber 144/161 erkannten. Merkmale zeigte, gelang es, auch dieser Schreiber- Nummer einenNamen zuzuordnen. Die Identifizierung derHandschriftMatthias Schi- tras,des langegesuchtenSchreibers67a(→S.269)148, demalsDombassist undLeiter derDommusik in der Nachfolge LuigiGattis wesentliche Funktionen in der wenig erforschtenÜbergangszeit zwischen derAuflö- sung des Hofes und der Gründung desDommusik- verein und Mozarteums zufielen, war essentiell für ein vertieftes Verständnis der verschiedenen Schrei- berschichten in den historischenBestandskatalogen (→ S. 197). Bei derKatalogisierungderMusikalienwurdenalle in der Sammlung anzutreffendenSchriftzüge (auch je- ne sämtlicher nachgeordneterMaterialschichten)mit dem bestehenden Schreiberkatalog verglichen und, sofern keineÜbereinstimmungmit einer der vorhan- denen Schriftproben festzustellenwar,mit wenigen Ausnahmen, bei denen aufgrund eines sehr reduzier- ten und zudemwenig charakteristischen Schriftbildes die Aussicht auf Identifizierung oder auch nurWie- dererkennung des Schreiberzugs als verschwindend geringangesehenwerdenmusste, alsneueSchreiber in dasVerzeichnis aufgenommen.DieNummerierungna- mentlich unbekannter Schreiber erfolgte in derRISM- Datenbankals„CopyistofSalzburg [...]“, imKatalog inderForm„Sbg. Schreiber [... ]“.DieseBezeichnung impliziert nicht automatisch, dass der betreffende Schreiber tatsächlich in Salzburg oder dessenUmfeld tätig gewesen ist (wiewohl dies in denmeistenFällen zutreffen dürfte), sondern lediglich, dass seineHand- schrift, gleichwelcher Provenienz auch immer, in den Katalog SalzburgerNotenschreiberAufnahme gefun- denhat.Die folgendeListeenthältnichtalleSchreiber des Salzburger Schreiberkatalogs, sondern nur dieje- nigen, die imBestandDommusikarchiv nachgewiesen werden konnten. 6.4.1 Namentlich bekannte Schreiber Achleitner, Innozenz (22.11.1832–5.3.1880), war ab 1862 Bassist und Geiger beimDommusikverein undMozarteum, zwei Jahre späterVize-Chordirektor, ab 1870Chordirektor. Danebenwar er an verschie- 148Sie gelang,wie die Identifizierungdes Schreibers 112a, durch Vergleichmit Schriftstücken in den dieDommusik betref- fenden historischenAkten. 258
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Musik am Dom zu Salzburg Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult
Titel
Musik am Dom zu Salzburg
Untertitel
Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult
Autoren
Eva Neumayr
Lars E. Laubhold
Ernst Hintermaier
Verlag
Hollitzer Verlag
Ort
Wien
Datum
2018
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-99012-540-0
Abmessungen
21.0 x 30.2 cm
Seiten
432
Kategorie
Kunst und Kultur
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