Seite - 260 - in Musik am Dom zu Salzburg - Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult
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6 Die SammlungDommusikarchiv
einenKatalog derKlosterbibliothek.Von 1837 bis zu
seinemTod war er Subprior von St. Peter. Bischo-
freiterwar alsMusiker SchülerMichaelHaydns und
gab 1833 dessenPartitur-Fundament (Salzburg:Ver-
lag derObererschen lithographischenAnstalt) heraus.
VonHaydnsWerken sind v.a. in St. Peter zahlreiche
inAbschriftenBischofreiters überliefert.153
DasDommusikarchiv verwahrt ebenfalls zweiWer-
keM.Haydns inderHandBischofreiters: dasRespon-
soriumTenebrae factae suntMH113 (A570) sowie
dasOffertorium„Ocaeli luminaria“MH291(A1431).
BeideManuskripte stellenals authentischeKopiendie
jeweils primärenQuellen der genanntenWerke dar,
wobei die Abschrift vonMH 291 bisher unbekannt
war. Für A 570 belegt ein Besitzvermerk, dass das
Material ursprünglich zumMusikalienbestand von
St.Peter gehörte; fürA1431 ließ sich selbiges anhand
der alten Signatur „Offertorium. 68“, die auf Bischof-
reiters Bibliothekskatalog referenziert154, ermitteln.
Deisböck,Leopold (1807–1870), stammteausHa-
selbach bei Braunau, erhielt seine Schulbildung als
Konventknabe des Benediktinerstiftes Michaelbeu-
ern, wo auch die Grundlagen seiner musikalischen
Ausbildung gelegt wurden.Mit 13 Jahren besuchte
er dasGymnasium in Salzburg undwurde zunächst
Sopransänger im Stift St. Peter, wo er auch nach
seinemStimmbruchweiterhinUnterricht auf Streich-
instrumenten,Orgel, Klavier und in derChorleitung
erhielt. 1835 provisorisch als Choralist amDombe-
stellt, übernahm er nach seiner Festanstellung dort
bald auch leitende Funktionen. 1838 wurde er Lei-
ter derMuseums-Konzerte, 1840Gesangslehrer für
dieChorknaben.155Deisböckwar nach demKapell-
meisterAlois Taux als „Chordirektor, Baßsinger und
Lehrer imMozarteum“156 der zweiteAngestellte, der
am 3.8.1841 vomDommusikverein undMozarteum
in denDienst genommenwurde. Am8.März 1842,
bei der Beerdigung vonMozartsWitwe Konstanze
Nissen, erklang nach derEinsegnung der Leiche ein
153Schmid:DieMusikaliensammlung der Erzabtei St. Peter,
S. 20f.
154FreundlicheAuskunft vonP.PetrusEderOSB.
155Wagner:DasMozarteum, S. 280f.
156Der entsprechende Eintrag imDenkbuch des DomMusik
Vereines undMozarteums zuSalzburgnenntdarüberhinaus
alsAushilfsdienste: „Contra-Bass,Orgel,Fortepiano,Violin,
Viola u.Violoncello“.Angermüller: „Denkbuch“, S. 550. vierstimmiger GesangDeisböcks.157Als Nr. 68 der
außerordentlichen Beitragsleister „Machte [er] dem
VereineMusikalien zumGeschenke“158. Neben seinen
Diensten amDomübernahmer auch dieChorleitung
derPriesterhaus- sowie der Loretokirche.Nach dem
TodvonAloisTaux(d1861) interimistischzumkünst-
lerischenLeiterdesDommusikverein undMozarteums
bestellt, blieb seineBewerbung umTaux’Nachfolge
jedoch erfolglos. Sein Bewerbungsschreiben ebenso
wie seine Nichtbestellung und daraus erwachsende
Reibereienmit demneuenKapellmeisterHans Schlä-
ger sind bereits von dem schwelendenKonflikt zwi-
schenbürgerlichenundkirchlichen Interessengeprägt,
der schließlich in die Spaltung des Vereinsmünden
sollte.159
DeisböcksSchreiberzugfindetsich inderSammlung
in nahezu 100Handschriften, zu denen er durch die
AnfertigungvonneuenUmschlagtiteln oder ergänzen-
den Stimmen, in geringeremUmfang auch durch die
Anfertigung ganzer Stimmensätze neu angeschaffter
Werke beigetragen hat. Das relativ häufigeAuftreten
seiner Schreibhand imhier erfasstenBestand reprä-
sentiert auch die inEinzelfällen unklareAbgrenzung
zwischen demnach 1841 selbstverständlichweiter be-
nutztenMusikalienfundus der altenDommusik und
der eigentlichenmusikalischenBibliothek desDom-
musikverein undMozarteums.
Eberlin, Johann Ernst (1702–1762), hat als
Schreiber außer in vier Fällen, in denen er Einzel-
stimmen zu fremdenWerken beifügte oder nurmar-
ginale Eintragungen vornahm, lediglich an etwa 50
Stimmensätzen eigenerWerkemitgewirkt, durch die
Anfertigung vonUmschlagtiteln oderEinzelstimmen
(z.B. A 376) sowie am häufigsten mit der Eintra-
gung vonAufführungsanweisungen (z.B.A 389).Die
Identifizierungwird dadurch erschwert, dass er sich
bisweilen in Einzelstimmen dem Schriftduktus sei-
nerKopisten anpasst. Zu lediglich vierWerken hat
er größereTeile desAufführungsmaterials selbst ge-
schrieben160, inkeinemFall jedocheinenvollständigen
157Angermüller, Rudolph: Das Salzburger Mozart-
Denkmal. EineDokumentation (bis 1845) zur 150-Jahre-
Enthüllungsfeier. Mit einem kunsthistorischen Beitrag
von Adolf Hahnl, Salzburg: Internationale Stiftung
Mozarteum1992, S. 110.
158Angermüller: „Denkbuch“, S. 547.
159Wagner:DasMozarteum, S. 281.
160A274,A 277,A 315,A 405.
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Musik am Dom zu Salzburg
Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult
- Titel
- Musik am Dom zu Salzburg
- Untertitel
- Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult
- Autoren
- Eva Neumayr
- Lars E. Laubhold
- Ernst Hintermaier
- Verlag
- Hollitzer Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2018
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-99012-540-0
- Abmessungen
- 21.0 x 30.2 cm
- Seiten
- 432
- Kategorie
- Kunst und Kultur