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Musik am Dom zu Salzburg - Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult
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Seite - 261 - in Musik am Dom zu Salzburg - Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult

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6.4 Kopisten Stimmensatz. Eine unvollständige autographeParti- tur hat sich zu einer Litanei (A 404) erhalten. Zur Biographie→ S. 347. Schriftprobe→S. 283. Eckschlager, Karl (19. Jh.), aus Altenmarkt ge- hörte einer alteingesessenen ‚Dynastie‘ dortiger Schul- meister an.161Er trat am16.11.1841 demDommusik- verein undMozarteum als unterstützendesMitglied bei, wofür er einenmonatlichen Beitrag von 20 xr. entrichtete. SeinAusscheiden aus demVerein ist im Denkbuch nicht verzeichnet.162 SeineHandschrift ist ausschließlich aus zwei auf 1838datiertenund signier- ten Manuskripten (A 1716, A 1749) bekannt, die Offertorien von JosephBlahack, „Kapellmeister an der k.k. Patronats Pfarrkirche zu St. Peter inWien“, überliefern. Egger, Georg Anton J. (ca. 1729–1777), Dom- choralist (Tenor) von 1751 bis zu seinemTod, hat in der Sammlung Einzelstimmen und vollständige Abschriften von achtWerken hinterlassen, die über- wiegendwohlnichtderKathedralliturgie zuzurechnen sind.Die IdentifizierungseinerHandschriftbasiertauf demMaterial A 18mit demVermerk auf demUm- schlagtitel: „InUsumG:A: J: EggerM[anu propria]“. Demnach dürfte Egger neben seinenDomchoralisten- diensten (möglicherweise in leitender Funktion) an anderen kirchlichen Institutionenmusikalisch tätig gewesen sein. Eitzenberger, Joseph (1802–1881), hat alsDom- singknabe ein „SalveRegina etAlmaRedemtoris [!]“ komponiert, das in autographer und signierter, aber unvollständigerHandschrift (A 1395) aus demJahr 1817 überliefert ist. ZurBiographie→ S. 347. Estlinger, JosephRichard (1720–1791), war ab 1760 (unbesoldet) bzw. ab 1763 (fix bedienstet)Hof- violonist undaushilfsweise auchFagottist.Bereits vor Beginn seinerDienstzeit war er auch alsNotenkopist fürdenHof tätig, zunächst als dritterKopist, ab1766 als zweiter, und nach demTod des erstenKopisten 161„1702 tritt Balthasar Eckschlager als Schulmeister auf, dem bis 1878wiederEckschlager folgten.“Behacker,Anton: Materialien zurGeschichte der Volksschulen des Herzog- tumes Salzburg außerhalb der Landeshauptstadt, Salzburg: Mayr 1912, S. 46. 162Angermüller: „Denkbuch“, S. 499. MaximilianRaabdürfteerdessenNachfolge indiesem Amt angetreten haben.163 In dieser Funktion fertigte er zahlreicheMusikalien an, allein für die Dommu- sikwar er als Schreiber an derHerstellung von etwa 450Titeln beteiligt. ImAuftragLuigiGattis, der von FürsterzbischofColloredozur InventarisierungdesNo- tenarchivs angehaltenwordenwar, fertigte Estlinger den ältesten heute erhaltenen Bestandskatalog der Sammlung an, dessen zwei als identisch geplanteBän- denach seinemTodvonverschiedenenSchreibernmit zahlreichenNachträgenversehenwurden.164Als einer derHauptschreiber seiner Zeit kommt ihmauch im- menseBedeutung für dieÜberlieferungMozart’scher Werke zu. Schriftprobe→ S. 284. Cliff Eisens Studien ist die Unterscheidung einer früheren Schriftausprägung165 Estlingers von einer späteren166 zu verdanken. Erstere tritt in allen vor 1759, letztere in allen nach 1765 geschriebenenMa- nuskriptenEstlingers auf.167Damit hat dieseUnter- scheidung vergleichsweise geringeBedeutung für den Bestand desDommusikarchivs, daEstlingersAnstel- lung beiHof erst in die Zeit desÜbergangs zwischen beiden Schriftausprägungen fällt und nahezu alle sei- nerKopiaturen für denDomnach diesemÜbergang entstanden.168Vor der IdentifizierungEstlingerswur- de seine Schreiberhand von Senn als „Kopist B“169 und von Schmid als „Schreiber 1“170 katalogisiert. DavidCarlson nennt den Schreiber „Salzburg 1“ und ist der erste, der JosephRichardEstlinger alsMög- lichkeit zur Identifikation vorschlägt.171Eine genaue Beschreibung samtAbbildungen bietet auchEisen: Leopold-Mozart-Werkverzeichnis, S. 205–208. 163Hintermaier:Die Salzburger Hofkapelle, S. 91–93; Tauf- datum lautPfarrarchiv Straßwalchen,Taufbuch IV (Sign.: AES, 5.191.B1.4), S. 540. 164Vgl.Catalogus „Gatti“ sowieCatalogus „Archivium“. 165Abb. vgl.Eisen: „TheMozarts’ SalzburgCopyists“, S. 261. 166Abb. vgl. ebd., S. 262. 167Ebd., S. 259–265. 168EindeutigderälterenSchriftausprägungzugehörigunddamit in die früheste Zeit vonEstlingersAnstellung (oder davor) zu datieren sind die entsprechenden Stimmen zuLeopold Mozarts Litaneien LMV II:G1 (A 452) und LMV II:Es1 (A 454). 169Senn: „Die Mozart-Überlieferung“, Schriftprobe Abb. 24, S. 356. 170Schmid:DieMusikaliensammlung der Erzabtei St. Peter, S. 27. 171Carlson,DavidMoris:TheVocalMusic of LeopoldMo- zart (1719–1787): Authenticity, Chronology andThematic Catalog, Ann Arbor (Mich.): UMI Research Press 1976, S. 106–112. 261
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Musik am Dom zu Salzburg Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult
Titel
Musik am Dom zu Salzburg
Untertitel
Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult
Autoren
Eva Neumayr
Lars E. Laubhold
Ernst Hintermaier
Verlag
Hollitzer Verlag
Ort
Wien
Datum
2018
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-99012-540-0
Abmessungen
21.0 x 30.2 cm
Seiten
432
Kategorie
Kunst und Kultur
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