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Musik am Dom zu Salzburg - Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult
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Seite - 265 - in Musik am Dom zu Salzburg - Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult

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6.4 Kopisten Virtuose seines Instrumentes geachtet, übernahmer bereits ab seinemzweitenDienstjahr organisatorische Aufgaben sowie eine Verpflichtung als Gesangsleh- rer amRupertinischenCollegium. 1847war erGrün- dungsmitgliedder SalzburgerLiedertafel und imJahr 1854 derenChorleiter. 1861–1869war er Leiter der Knabengesangsschule desVereins, 1874Domchordi- rektor.194 AlsArchivar desDommusikverein undMozarteums warerwesentlichamAufbauderMusikaliensammlung beteiligt und soll in der Nachahmung vonMozarts Handschrift so geschickt gewesen sein, dass seine – aus konservatorischenGründen angefertigten – „Fäl- schungen“ bei einerWeltausstellung in London als Mozart’scheAutographepassierten.195 Jelinekwar es, der inden1870er-Jahrendiebei einemSalzburgerGe- würzhändler aufgefundenePartiturvonH.I.F.Bibers Missa Salisburgensismit der unrichtigenAutorzuwei- sung an Orazio Benevoli versah.196 Jelineks Hand- schrift erscheint in der Sammlung gelegentlich mit jeweils einzelnen oderwenigenErgänzungsstimmen zuMaterialien, die demnach offenbar vomDommu- sikverein undMozarteum benutztwurden, gleichwohl aber imAltbestand desDommusikarchivs verblieben. Kappelmeier,Matthias (geb. um1774), 1789 an der Salzburger Universität immatrikuliert, war ab 1793 1. Oboist beim hochfürstlichen Infanterieregi- ment. Versuche, eineAnstellung bei der Salzburger Hofmusik zu erlangen, scheiterten mehrfach.197 In einemSchreiben der Landesregierung vomDezember 1806wird er als „gewesenerKapellmeister beÿ dem seit dem 1tenMaÿ inK.K.Dienste übernommenen salzburgerMilitär“ bezeichnet und für dieVertretung desThurnermeisters SebastianVogtvorgeschlagen198, nachdemdieser bereits seit 1801beimStadtmagistrat Beschwerdedarübergeführthatte,dass„dieberechtig- tenThurnergesellenundStadtmusikantenvondenmi- 194Wagner:DasMozarteum, S. 282. 195Kretschmann, Theobald: „Amalten ‚Mozarteum‘ zu Salz- burg (1871–1873)“ [Kapitel 1 aus dem zweiten Teil von KretschmannsLebenserinnerungenTempi passati. Aus den Erinnerungen einesMusikanten,Wien, Teschen u. Leipzig: VerlagKarl Prohaska 1910/1913, hrsg. v.OttoBiba], in: RudolphAngermüller (Redaktion):BürgerlicheMusik- kultur im 19. Jahrhundert in Salzburg, Salzburg: Interna- tionale StiftungMozarteum1981, S. 44–52, hier: S. 46. 196Hintermaier: „Missa Salisburgensis“, S. 155. 197Hintermaier:Die Salzburger Hofkapelle, S. 445. 198Stadtarchiv Salzburg, Pezoltakten, fol. 70. Verständigung über eineHofkommissionsentschließung, 10.12.1806. litärischenOboisten sehr beeinträchtigetwerden“199. NachVogtsTod 1808 ging dasAmtprovisorisch an Kappelmeier über.200 Ob ein 1824 als Oboist des MünchnerTheaters am Isar-Tor genannter „HerrKa- pelmaier“201mit vorigem identisch ist, konnte nicht eruiert werden. ImDommusikarchiv findet sich die vonKappelmeier signierte und daherwohl auch von diesemgeschriebeneStimme einer solistischenOboen- partie zu einem „Fronte veramente tota“ (A 1696) eines nicht näher bezeichneten „Sig[nore] Pfisterer“. Keller, Sigismund (25.1.1803–21.2.1882), leg- te 1820 im Benediktinerkloster Maria Einsiedeln (Schweiz)dieProfessab,wurde imgleichenJahrPries- terund feierte1826seinePrimiz. 1825–1833warerals Lehrer desKlostergymnasiums zugleichVizekapell- meister, 1846/47war er für kurze Zeit 1.Kapellmeis- ter. „Den 26.November 1868 kamer alsChorregent nach dem Stifte St. Peter in Salzburg [...]“202. In SalzburgundUmgebungdürfte er sichbismindestens Dezember 1869 aufgehalten haben, inwelcher Zeit er zahlreicheAbschriften vonMusikalien aus verschie- densten Sammlungen derRegion (bis nachLambach undKremsmünster), überwiegend aberwohl aus dem Bestand derDommusik anfertigte.203 Kholler, Ignaz (19.4.1804–nach 1871), dürfte im Umkreis desDommusikverein undMozarteums ko- piert haben, in demer lautAngermüller: „Denk- buch“, wederMitgliedwar, noch demkünstlerischen Personal angehörte.204 Leider ist über ihn nichtswei- ter bekannt, als dass er im19. Jahrhundert zahlreiche AbschriftenvonMusikaliengefertigtundnichtwenige Umschlagtitel neu geschrieben hat. Kracher, Joseph Matthias (1752–1835), ist in der Sammlung als Schreiber lediglich einerAbschrift eines anonymen geistlichen Liedes (A 1254, Nr. 2) 199Ebd., fol. 50f., Bittschreiben S.Vogts, 26.1.1802. 200Ebd., fol. 72, Regierungsdekret vom28.7.1808. 201Holzapfel, Friedrich Joseph: Münchner Theater- Almanach, Bd. 2,München:Hübschmann 1824, S. 69. 202Archiv desBenediktinerklostersMariaEinsiedeln, Profess- buch: BandB,Nr. 541, Kapitel: 14. Professen unterAbt KonradTanner 1808–25. P. Sigismund (Franz Josef)Kel- ler vonGossau. Zit. nach 〈URL: http://www.klosterarchiv. ch/e-archiv_personen_popup.php?id=1675〉 –Zugriff am 29.05.2013. 203Neumayr/Laubhold: „DieQuellen der SalzburgerDommu- sik“, S. 166f. 204Angermüller: „Künstlerisches Personal“. 265
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Musik am Dom zu Salzburg Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult
Titel
Musik am Dom zu Salzburg
Untertitel
Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult
Autoren
Eva Neumayr
Lars E. Laubhold
Ernst Hintermaier
Verlag
Hollitzer Verlag
Ort
Wien
Datum
2018
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-99012-540-0
Abmessungen
21.0 x 30.2 cm
Seiten
432
Kategorie
Kunst und Kultur
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