Seite - 266 - in Musik am Dom zu Salzburg - Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult
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6 Die SammlungDommusikarchiv
nachzuweisen; zwei Eintragungen zuMessenMichael
Haydns (A 436,A 439) könnten eventuell auch von
ihm stammen. ZurBiographie→S. 355.
Kracher, Matthias jun. (1795–1858), ein Sohn
JosephMatthiasKrachers, scheint in der Sammlung
vielfach als Schreiber vonTeilstimmensätzenundEin-
zelstimmen (oft ergänzte Bläserstimmen) auf; voll-
ständige Stimmensätze von seinerHand sind in der
Sammlungnichtüberliefert. ZurBiographie→S. 356.
Lipp,Franz Ignaz (1.2.1718–15.8.1798),Hof- und
Domorganist ab 1754, hat im Bestand Dommusik-
archivHandschriften zu 62Materialien hinterlassen.
Davon sind nur etwa einViertel bis ein Drittel der
Kathedralmusik zuzuordnen, meist Einzelstimmen
wie z.B. einOrgelstimmbuch zu einer Sammlung von
HymnenkompositionenüberwiegendAbrahamMeger-
les undTomás Luis deVictorias nach den Salzburger
ChorbüchernW.b.XIII. undW.b.XXI., aber auch
einige dermindestens 19 in autographer (oder über-
wiegend autographer)Notierung ausgeführteKompo-
sitionenLipps.Der größereTeil der vonLippsHand
stammendenManuskripte ist hingegen aufgrund von
Besetzungs- undNotationskonventionen, gelegentlich
auch durchBesitzvermerke, einem städtischen oder
klösterlichenMusizierkontext zuzuweisen und gehört
damit zu einembisher als solchemnoch nicht erkenn-
bar gewesenenTeilbestand innerhalb desDommusik-
archivs, der nicht höfisch- oder kathedralliturgisch
gebundene SalzburgerKirchenmusik des 18. und frü-
hen 19. Jahrhunderts überliefert.
Der größte Teil von Lipps Handschriften dürfte
aus der Zeit nach seiner offiziellen Anstellung 1754
bis zu seinem Tod 1798 stammen, ohne dass sich
ausschließen ließe, dass einzelneManuskripte bereits
währendLippsVertretungsdiensten imDom(ab1738)
entstanden sind.Die genauereEingrenzung desEnt-
stehungszeitraums ist, sofernnichtkonkreteDatierun-
gen derMaterialien vorliegen, nur punktuell anhand
vonPapierbefunden oder derBeteiligung besser do-
kumentierter Schreibermöglich. Nachdem er in Lam-
bach bereits als Schreiber 39205 aufscheint, konnte
seine Kopistenhandschrift im Zuge der Katalogisie-
rungsarbeiten anhand der bei Weindler abgebilde-
205Lang:ZurGeschichte undPflege, Bd. II, S. CLXI–CLXII. ten SchriftprobeLipps206 demSalzburger Schreiber
136 zugewiesenwerden. Er ist auch jener Schreiber
„Salzburg 2“, dessenHandschrift imLeopold-Mozart-
Werkverzeichnis207 als nicht identifizierter Schreiber
abgebildet ist. ZurBiographie→S. 357. Schriftprobe
→ S. 290.
Lolli, Giuseppe Francesco (1701–[11.]8.1778),
hat in der Sammlung lediglich drei komplette Stim-
mensätze sowie einzelneErgänzungsstimmen zuAb-
schriften anderer Schreiber in autographerNotierung
hinterlassen.Als Schreiber fremderWerke tritt ermit
vollständigen Stimmensätzen außer in einemOfferto-
riumKarlHeinrichBibers (A 152) nurmitAbschrif-
ten vonWerken italienischerKomponisten –Caldara
(2Messen, 1Offertorium),GiuseppePriuli (2 Sinfo-
nien) sowie einer nicht sicher zuweisbaren Sonate –
inErscheinung. SeineHandschrift begegnet hingegen
in zahlreichenManuskriptenmitAufführungsanwei-
sungen,Korrekturvermerken undAufführungsdaten.
Vor Identifizierung der Schreiberhandwurde Lolli als
Schreiber 115 verzeichnet. ZurBiographie→S. 357.
Schriftprobe→ S. 291.
Moser,Georg (ca. 1584–1654), aus Schwaz inTi-
rol war 1614 Diener des Innsbrucker Stadtpfarrers
undwenig später für ErzherzogMaximilian II. tätig.
1616 erhielt er eineAnstellung, um für dasBrixener
Domkapitel neueChorbücher anzufertigen. ImSom-
mer1622begabsichMoser zunächstnachBayernund
schließlich nach Salzburg, wo er in den Jahren 1622–
1636 als Ingrossist eine Reihe vonChorbüchern für
denDomverfasste, die im 18. Jahrhundert zurVorla-
ge für zahlreiche Stimmenabschriftenwurden, welche
einen nicht unbeträchtlichenAnteil des in der Samm-
lungDommusikarchiv überlieferten, liturgischenRe-
pertoires ausmachen. InSalzburgniedefinitivgestellt,
begaber sich1637andenWienerHof,woer ebenfalls
als Ingrossist tätigwurde.Wohl vonWien ausmuss
er zwischen 1641und 1649noch siebendatierteChor-
bücher für Salzburg angefertigt haben,weitere acht
undatierteBücher könnten ebenfalls aus derWiener
Zeit stammen. Allein 27 von insgesamt 31 erhalten
206Weindler, Karl: Franz Ignaz Lipp. Kurzbiographie und
Thematisches Verzeichnis. Zulassungsarbeit zurKünstleri-
schenPrüfung fürdasLehramtanGymnasien,Fachrichtung
Musik,Diplomarbeit,München 1975, S. 20.
207Eisen:Leopold-Mozart-Werkverzeichnis, S. 219.
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Musik am Dom zu Salzburg
Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult
- Titel
- Musik am Dom zu Salzburg
- Untertitel
- Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult
- Autoren
- Eva Neumayr
- Lars E. Laubhold
- Ernst Hintermaier
- Verlag
- Hollitzer Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2018
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-99012-540-0
- Abmessungen
- 21.0 x 30.2 cm
- Seiten
- 432
- Kategorie
- Kunst und Kultur