Seite - 267 - in Musik am Dom zu Salzburg - Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult
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6.4 Kopisten
gebliebenenChorbüchern für die SalzburgerMetro-
politankirche wurden vonMoser angefertigt.208 Im
Dommusikarchiv hat sich einemutmaßlich vonMoser
angefertigte Basso-continuo-Stimme (A 1016) zum
ChorbuchW.b.VI., das Messen Stefano Bernardis
überliefert, erhalten.
Nagnzaun,Albert (14.11.1777–29.09.1856), war
ab 1787 zunächst Schüler amSängerknabenkonvikt
vonSt.Peterundab1788Sängerknabe imDom.1795
trat er insKloster St. Peter ein und begann Studien
der Philosophie,Mathematik undTheologie an der
Benediktineruniversität. 1801 feierte er seinePrimiz,
1818wurde erAbt von St. Peter.209
Paris, Anton Ferdinand (19.2.1744–1.06.1809),
Sohn des Domstiftsorganisten Georg Joseph Paris,
besuchte ab 1756 das Salzburger Universitätsgym-
nasium, erhielt aber seinemusikalischeAusbildung
überwiegend von seinemVater. Nach demTod bei-
der Eltern wurde er 1762 zunächst für zwei Jahre
auf Probe, danach unbefristet als dritter Organist
nebenAdlgasser undLipp angestellt. UnterHierony-
musColloredo rückte er in denRang eines zweiten
Hoforganisten auf, den er bis zurAuflösung derHof-
kapelle 1807 innehatte. Schon unter Ferdinand dem
Domdekanat unterstellt, wurde er nachHaydnsTod
ersterDomorganist.210Pariswar als Schreiber an der
Herstellung vonMaterialien zu 33 fremden und 16
eigenenWerkenbeteiligt.SeineHandschriftwurdevor
ihrer Identifizierung als Schreiber 54 dokumentiert.
Schriftprobe→S. 292.
Paris,GeorgJoseph (4.3.1700–7.10.1760),hat im
Dommusikarchiv handschriftlichesAufführungsmate-
rial zu 27Kompositionen hinterlassen, darunter zwei
Stimmensätze eigenerWerke sowie einOrgelstimm-
buch als Abschrift nach dem Salzburger Chorbuch
W.b.XX.211, das eine Sammlung von 16Magnificat-
Vertonungen StefanoBernardis enthält. SeineHand-
schrift wurde vor ihrer Identifizierung als Schreiber
114 dokumentiert. Schriftprobe→S. 293.
208Hintermaier:Katalog (1992),S.31–33,SchriftprobenS.140–
144.
209Schmid:DieMusikaliensammlung der Erzabtei St. Peter,
S. 23.
210Hintermaier:Die Salzburger Hofkapelle, S. 309–312.
211Hintermaier:Katalog (1992), S. 23f. sowie 84–87. Pinzger, Johann Georg (17.4.1799–29.8.1862),
stammte aus einer seit Ende des 17. Jahrhunderts
inMattighofen ansässigen Instrumentenbauer- und
Musikerfamilie. 1816wurde erMusiker in St. Peter,
ab 1817wurde er in das Schullehrer-Seminar imKa-
pellhaus aufgenommenunddort u.a. imFigural- und
Choralgesang, Klavier- und Orgelspiel ausgebildet.
NachAblegen der Schullehrer-Prüfungwurde er Leh-
rer in Lamprechtshausen, wo er sichmit FranzXaver
Gruber, damals Lehrer im benachbarten Arnsdorf,
befreundete. Bereits 1825 zog ermit seiner Familie
zurück nach Salzburg, wo er nach einigen Jahren als
Musiker in St. Peter 1838Chorregent der Universi-
tätskirchewurde.212 SeineHand konnte imZuge des
Projekts als die des Schreibers 144 identifiziertwer-
den, diemit der des Schreibers 161 identisch ist. Er
dürfte neben seinenmusikalischenAktivitäten auch
alsKopist gearbeitet haben, denn in derReiheAdes
Dommusikarchivs sindmehr als zwanzigAbschriften
(u.a. vonMessen J.B. Schiedermayers etc.) von ihm
erhalten.Auch alsKomponist ist er hervorgetreten:
Einige seinerWerke finden sich imMusikarchiv des
SalzburgMuseum.
Raab,Maximilian (ca. 1720–01.02.1780)213, aus
Schärding hielt sich seit spätestens 1748 in Salzburg
auf, wo er sich an der Universität immatrikulierte.
Spätestens ab 1756 versah ermitViola undViolone
unbesoldetmusikalischenDienst imDom. ImDom-
Trauungsbuch scheint er 1760 als „Chori Regens et
Cantor inNonnberg“ auf. Seit 1762mit der „Exspec-
tanz auf die Hofcopiatur“ versehen, wurde er nach
Johann JakobRottsTod am16.05.1766 alsHofviolet-
tist undHofkopist angestellt.
Raab, der an der Herstellung von ca. 180 heute
imDommusikarchiv erhaltenenMaterialien beteiligt
war, istvoneminenterBedeutung fürdieauthentische
Überlieferung vonWerken JohannErnstEberlins, Jo-
hannMichaelHaydns undWolfgangAmadéMozarts,
schrieb aber auch Stimmensätze zuWerkenGiuseppe
Lollis, AntonCajetanAdlgassers und anderer. Sein
Schriftzugwurde vonWalter Senn alsKopistA do-
212Fürallebiographischen InformationenvergleicheHohenleit-
ner, Josef: „Lebensparallelen: FranzX.Gruber und Jo-
hannG.Pinzger“, in:Blätter der Stille-Nacht-Gesellschaft,
54 (2015), S. 1–5.
213Hintermaier:Die Salzburger Hofkapelle, S. 333–334.
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Musik am Dom zu Salzburg
Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult
- Titel
- Musik am Dom zu Salzburg
- Untertitel
- Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult
- Autoren
- Eva Neumayr
- Lars E. Laubhold
- Ernst Hintermaier
- Verlag
- Hollitzer Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2018
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-99012-540-0
- Abmessungen
- 21.0 x 30.2 cm
- Seiten
- 432
- Kategorie
- Kunst und Kultur