Seite - 268 - in Musik am Dom zu Salzburg - Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult
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6 Die SammlungDommusikarchiv
kumentiert214, auch bei Eisenwird seine Schreiber-
handdiskutiert undabgebildet.215ManfredHermann
Schmid führte ihn als Schr. 8216.
Rainprechter, Johann Nepomuk Franz Sera-
phin (1757–1812)217, ausAltötting absolvierte ein
JurastudiumanderUniversität Ingolstadt, bevor er
nach Salzburg ging,wo er bei LeopoldMozartKom-
positionsunterricht nahm.Ab ca. 1773/74war er in
St. Peter alsGeiger tätig. EndeFebruar 1779 erhielt
er seineLebensstellungalsChorregent inSt.Peter.Er
verfasste zahlreicheweltliche und geistlicheKomposi-
tionen, vondenen insbesondere das geistlicheWerk in
St.Petergutüberliefert ist.AuchAbschriften fremder
Werke sind in St. Peter in großer Zahl erhalten.Das
Dommusikarchiv verwahrt von seinerHand lediglich
eine einzelneOrgelstimme zuM.HaydnsDeutschem
Miserere „ImStaub vor deinemAngesichte“MH592
(A 610).
Reischl, ThomasAlois (1.H. 19. Jh.), erscheint
als Schreiber fremderWerke nur einmalmit der Par-
titur der deutschen Litanei MH 514 (A 609) von
M.Haydn. 13Manuskripte der Sammlungüberliefern
abermutmaßlicheKompositionenReischls, vondenen
etwa die Hälfte wohl als autograph anzusehen sind.
Der Schriftzugwar bisher als Schreiber 318 katalogi-
siert. ZurBiographie→S. 363.
Reiter, Franz Seraphin (7.11.1798–30.01.1878),
ausFornachamoberösterreichischenHausruckwurde
1816 als Lehrer der Pfarrschule Mattsee angestellt
und bekleidete dieses Amt bis über das Jahr 1869
214Senn: „DieMozart-Überlieferung“, S. 355f.
215Eisen: „The Mozarts’ Salzburg Copyists“, S. 260; Eisen:
Leopold-Mozart-Werkverzeichnis, S. 212–213.
216Schmid:DieMusikaliensammlung der Erzabtei St. Peter,
S. 27f.
217Ebd., S. 23–25. hinaus.218 Am 30. Jänner 1878 verstarb er an den
Folgen einer „chronischenBronchitis“219.
Die vonReiter geschriebenenMaterialien dürften
kaummit der SalzburgerDommusik inVerbindung
stehen, allenfalls mit dem späteren Dommusikver-
ein und Mozarteum. Möglicherweise bestand aber
Kontakt zu den Stadtpfarrmusikanten. Einem in der
Sammlung befindlichen vonFranz de Paula Joseph
Weindl geschriebenenVesper=Lied (A 1454) liegt ein
Zettel beimit derAufschrift: „Ein StoßMusikalien /
Eigenthumdes hg. [heimgegangenen?] FranzReiter“.
Da dasMaterialmit demStempel desDommusikver-
ein undMozarteums versehen ist, könntenMusikalien
ausReitersBesitz an denVerein gelangt und später
derA-Reihe eingegliedertworden sein.Hinweise auf
eine Schenkung an denVerein sind imRepertorium
dermusikalischenBibliothek nicht aufzufinden.Auf
den meisten von Reiter geschriebenen Umschlagti-
teln hat er sich selbst als FranzReiter, oft auch als
„Schullehrer“ bezeichnet. In seinenHandschriften ge-
legentlichanzutreffendeDatierungen reichenvon1821
(A 1700) bis 1844 (A 545).
Rott, Johann Jakob (ca. 1682–[11.]5.1766), war
ab 1709 alsHoffagottist angestellt und übernahm im
August1742offizielldasAmtdeskurzzuvorverstorbe-
nenHofkopistenJ.F.S.Samber220, dürfte aber schon
ab seinerAnstellung alsMusiker seinemSchwiegerva-
ter Samber zurHand gegangen sein. Zum erstenMal
beschrieben und abgebildet wurde seine Schreiber-
hand als „SalzburgCopyist 2“ vonDavidCarlson221.
Aufgrund der von Thomas Hochradner vorgeschla-
218In diesemJahrwurde im jährlich erscheinendenVerzeichnis
des Personalstandes desErzbistums (Schematismus) letzt-
malig auch der Lehr-Personalstand der deutschen Schu-
len des Erzbisthums Salzburg veröffentlicht, in dem es
zurPfarrschuleMattsee imSchuldistriktKestendorf heißt:
„Herr FranzReiter,Musterlehrer. geb. zu Fornach 7. No-
vember 1798, angestellt 22. Febr. 1816.“ Personalstand
der Säcular- und Regular-Geistlichkeit des Erzbisthums
Salzburg. Auf das Jahr 1869, Salzburg: Verlag der f.e.
Consistorial-Kanzlei, DruckDuyle’scheBuchdruckerei (An-
tonPustet) 1869, S. 155.
219AES,Mattsee, Sterbebuch 5, S. 178: „Herr Franz Seraph.
Reiter, jublirterMusterlehrer von hier, durch 52 Jahre Leh-
rer an der hiesigen Schule, vonFornach bei Frankenmarkt
gebürtig /: verehelicht 53 1/4Jahre :/“.Vgl. auchdenoffen-
sichtlich fehlerhaftenEintrag zudenLehrern inMattseebei
Behacker:Volksschulen (1912), S. 3: „1817–1837 Franz
Reiter, einMusterlehrer, dessenNachfolger (d 1879) den
gleichenNamen führt.“
220Hintermaier:Die Salzburger Hofkapelle, S. 341f.
221Carlson:TheVocalMusic of LeopoldMozart, S. 113–114,
Abb. S. 114.
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Musik am Dom zu Salzburg
Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult
- Titel
- Musik am Dom zu Salzburg
- Untertitel
- Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult
- Autoren
- Eva Neumayr
- Lars E. Laubhold
- Ernst Hintermaier
- Verlag
- Hollitzer Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2018
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-99012-540-0
- Abmessungen
- 21.0 x 30.2 cm
- Seiten
- 432
- Kategorie
- Kunst und Kultur