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Musik am Dom zu Salzburg - Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult
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Seite - 305 - in Musik am Dom zu Salzburg - Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult

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7 Der SalzburgerDomalsAusgangspunkt der VerbreitungmusikalischerQuellen Dass die SammlungDommusikarchiv zunächst im so- genannten „Domkasten“, dann in derWachskammer des Salzburger Domes1 relativ geschlossen Kriege, Besetzungen und andere unruhige Zeiten überlebt hat, ist ein Glücksfall für die Salzburger Musikge- schichtsforschung,müssen doch imGegensatz dazu die Musikalien des Salzburger Hofes bis auf kleine Restbestände als verloren betrachtetwerden. Gleichwohl sind in zahlreichenArchiven auch au- ßerhalbSalzburgsQuellenzufinden,derenSalzburger ProvenienzanhandvonSchreiber-undWasserzeichen- Untersuchungen nachgewiesen werden kann. Das hängt zum einenmit verschiedenenArten vonNoten- transfers, wie z.B. Schenkungen, Sammlertätigkeit und ähnlichem zusammen, zum anderen studierten zahlreicheAngehörige vonKlöstern aus dem süddeut- schenRaumander SalzburgerBenediktineruniversi- tät (die ja von einerKlosterkonföderation getragen wurde) undwurden somit derMusik bekannt, die amSalzburgerDomaufgeführtwurde.Dadurch fan- den viele Musikstücke in Salzburger Kopien ihren Weg inKlöster im süddeutschenRaum, z.B. Seeon, Raitenhaslach,Ottobeuren etc. oder auch in die ös- terreichischenKlöster, z.B. nachKremsmünster oder Lambach.AuchüberMusiker,die ihreAusbildungam Kapellhaus oder beiMusikern in Salzburg erhalten hatten, verbreiteten sich Salzburger Quellen, etwa nachLaufen,Wasserburg, Burghausen etc. Unterschiedenwerdenmuss folglich zwischenAb- schriften von Salzburger Kopisten, mit denen, wie schonWolfgangAmadéMozart feststellte2, schwung- vollHandel betriebenwurde, undOriginalquellen aus demDommusikarchiv und derenKopien, die durch Schenkung,Abschreiben,Diebstahl,Kauf etc. in an- dereArchive oder inPrivatbesitz gelangten. 1EinemRaumüberder linkenSakristei,wo in früherenZeiten auch dieKerzenvorräte desDomes gelagertwurden. 2Vgl. S. 310. Ein Beispiel für solch einen Handel mit Musika- lien im 18. Jahrhundert, der auch mit Abschriften kirchenmusikalischer Werke betrieben wurde, sind zahlreiche Kopien vonWerkenAnton Cajetan Adl- gassers, JohannErnst Eberlins, vor allem aber von Gradualien JohannMichaelHaydns, dieKopistenwie Joseph Richard Estlinger und Felix Hofstätter für das KlosterWeingarten kopiert haben dürften und die zwei Jahrzehnte nach dessen Säkularisation 1824 durch Kauf ins Musikarchiv der Benediktinerabtei MariaEinsiedeln in der Schweiz kamen.3 Viel später, noch Anfang des 20. Jahrhunderts, wurden gelegentlichQuellen verliehen, die dann nicht mehr zurückgegebenwurden: ImFrühling 2010 konn- te imArchiv des Stifts Herzogenburg zumBeispiel die einzige Quelle zu Heinrich Ignaz Franz Bibers f-Moll-Requiemals eineAbschrift des Schreibers 111 auf SalzburgerPapier identifiziertwerden,womit fest- steht, dass es sich um jeneQuelle aus demDommu- sikarchiv handelt, die Anfang des 20. Jahrhunderts mit anderenmusikalischenQuellen an dieRedaktion derDenkmäler der Tonkunst in Österreich (DTÖ) verliehen und als einzige nichtmehr zurückgegeben wurde.4 Allen SalzburgerAbschriften des 18. Jahrhunderts in den verschiedenenFundstellen nachzugehen,wäre ein riesigesUnterfangen, das unsere Forschungen zu denMusikalien des SalzburgerDoms umJahre ver- zögert hätte.Wir haben uns daher auf für denDom geschriebene Musikalien (im Unterschied zu ande- renKopien) konzentiert undversuchten exemplarisch, einigeArten vonKulturtransfers genauer nachzuvoll- ziehen,wie denHandelmit zeitgenössischenAbschrif- 3ZudenSalzburgerMusikalien imMusikarchiv derBenedikti- nerabteiMariaEinsiedeln vgl.Neumayr/Laubhold: „Die Quellen der SalzburgerDommusik“, S. 169–175. 4Für die Identifizierung als SalzburgerQuelle sind dabei vor allemPapiere aus denPapiermühlenLengfelden bei Salz- burg, Raitenhaslach (Bayern) und aus derRegionToscola- no (Italien) inVerbindungmit in Salzburg nachgewiesenen SchreiberzügenwichtigeMerkmale. 305
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Musik am Dom zu Salzburg Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult
Titel
Musik am Dom zu Salzburg
Untertitel
Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult
Autoren
Eva Neumayr
Lars E. Laubhold
Ernst Hintermaier
Verlag
Hollitzer Verlag
Ort
Wien
Datum
2018
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-99012-540-0
Abmessungen
21.0 x 30.2 cm
Seiten
432
Kategorie
Kunst und Kultur
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