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Musik am Dom zu Salzburg - Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult
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7 Der SalzburgerDomalsAusgangspunkt derVerbreitungmusikalischerQuellen ten (→ ab S. 328), die Aktivitäten von Sammlern wie Ferdinand III. vonToskana (→ ab S. 306), den Umgangmit demmusikalischenNachlass des letzten Hofkapellmeisters LuigiGatti (→ ab S. 324) oder die Schenkungen an das SalzburgerMuseum im Laufe des 19. Jahrhunderts (→ ab S. 336). UmOriginalquellenausdemSalzburgerDommusik- archiv zu identifizieren, genügt nicht die Feststellung von Salzburger Papier undWasserzeichen.Vorausset- zungdafür,StimmenhandschriftenalsOriginalquellen ausdemDommusikarchiv zubetrachten, istderNach- weis, dass diese einmal in diesemArchiv aufbewahrt wurden, jetzt aber fehlen oder nur in einer späte- ren Abschrift vorhanden sind. Dieser Nachweis ist vor allemüberEinträge in dem in zwei Exemplaren angelegten Catalogus Musicalis in Ecclesia Metro- politana (→ S. 196ff.), aber gelegentlich auch über andereDokumente (Rechnungen) zu führen.Hinwei- se liefern auch die für dieMusik amDomtypischen Besetzungsgrößen sowie gelegentlicheEintragungen von SalzburgerMusikern. 7.1 Die SammlungFondoPitti in derBibliothek des Conservatorio ‚Luigi Cherubini‘ in Florenz DieSammlungFondoPitti in derBibliothekdesCon- servatorio ‚LuigiCherubini‘ inFlorenzbirgteinegroße Anzahl vonQuellen, die über Ferdinand III., Groß- herzog vonToskana (1769–1824), der Salzburg von 1803 bis 1805 regierte, ihrenWeg dorthin fanden. Ferdinand III.,Großherzog vonToskana und zweit- geborener Sohn Kaiser Leopolds II., hatte Florenz und dieToskana imZuge derNapoleonischenKrie- ge 1799 aufgeben müssen. Bereits im Vertrag von Lunéville 1801wurde er für diesenVerlustmit dem zu diesemZeitpunkt noch nicht säkularisierten späte- ren „Kurfürstentum“ Salzburg entschädigt. Nachdem FürsterzbischofHieronymusGraf vonColloredo am 11. Februar 1803 abgedankt hatte und das Land sä- kularisiertwordenwar, zogFerdinand am29.April 1803 in Salzburg ein undwurde von derBevölkerung freudig empfangen.Bereits imOktober 1805war er erneutgezwungen,vordenanrückenden französischen Truppen nachWien zu fliehen. Bereits im Vertrag vonPressburg (25.Dezember 1805) gab er Salzburg zugunsten seinesBrudersKaiser Franz II./I. auf und wurdemit demHerzogtumWürzburg abgefunden. Selbst ein fähiger Sänger undPianist und ein eif- riger Sammler, warFerdinand III. vonToskana kei- neswegs nur anMusikalien interessiert. Dominikus Hagenauer, der damaligeAbt derErzabtei St. Peter, schildert in seinem Tagebuch einen Besuch in den Sammlungen desGroßherzogs im Jänner 1805: „Mittwoch den 2ten besah ich mit den Fürsten inChiemsee undLavant, und dem Oberst StalmeisterGrafKüenburg die vom Kurfürsten neu neben demKlosterRefeck- tor aufgestelte prächtige Bibliotheck. Der Kurfürst hatte dieHöchsteGnad, und zeig- te uns diese in eigner Person.Man trift in dieser die ausgesuchtestenWerke von allen Wissenschaften,undzwar indenkostbarsten Ausgaben an. Nach einemAufenthalt von 1 1/2 Stund führte uns der guteRegent in seine nächst seinemSchlafzimmer errichtete HandBibliotheck inwelcher besonders die Authores Classici in verschiedenen Ausga- ben, und in einemNebenzimmer alle seine Musickalien vonwelchen er ein vorzüglicher Liebhaber ist, zu sehen sind. Er zeigte uns weiter ein erst vor 2Wochen inFlorenz für 300Dukaten erkauftesOriginalGemählde von dem berühmten Raphael Urbino, wel- ches dieMutterGottesmit demKind Jesu vorstellet, und ohneVergleich das schönste Bild ist,washierweitundbreit zufinden ist. EndlichbegleiteteerunsdurchseineZimmer in sein neuesGebaude, undwieß uns neben derKonfektstube seinPorcelain, das er zum Theil zu verehren bekommen, theils selbst beÿgeschaffet hat.Dieses gnädigste und für mich besonders schmeichelhafteHerumwei- sen,undVorzeigendauertebis1/21Uhr,wo wir mit den herablassendsten Ausdrücken entlassenwurden.“5 5Hahnl/Angermüller/Angermüller:Hagenauer. Tagebü- cher, S. 1021. 306
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Musik am Dom zu Salzburg Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult
Titel
Musik am Dom zu Salzburg
Untertitel
Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult
Autoren
Eva Neumayr
Lars E. Laubhold
Ernst Hintermaier
Verlag
Hollitzer Verlag
Ort
Wien
Datum
2018
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-99012-540-0
Abmessungen
21.0 x 30.2 cm
Seiten
432
Kategorie
Kunst und Kultur
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