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7 Der SalzburgerDomalsAusgangspunkt derVerbreitungmusikalischerQuellen
Abbildung 7.2: Eintrag auf S. 71 desCatalogus
MusicalisExemplar „Archivium“mitAbgängig-
keitsvermerk.
Abbildung7.3:RechnungJ.J.Fuetschs vom9. Ju-
ni 1828, S. 2 (AES,Dommusikverein undMozar-
teum,AT-AES 1.2.AXd 522).
Originalmaterial derMesse, vielleicht gemeinsammit
jenemderVesper,mit Billigung desHofkapellmeis-
ters Luigi Gatti als Schenkung in die Bestände der
SammlungFondoPitti gelangt ist.
Bei der Inventur, die 1817 nach Gattis Tod im
Auftrag der österreichischenBehörden durchgeführt
wurde, wurde ebendiese Messe jedenfalls vermisst,
undman ließ sich diese „von den zurückgelassenen
eigene[n]Musikalien desVerstorbenenmit einer an-
deren ersetzen“32.
Irgendwann zwischen 1817 und 1828 kopierte Joa-
chimFuetsch, der immer noch Zugang zumNachlass
Gattis hatte, dieMesse erneut vomAutographund
stellte diese Kopie am 9. Juni der Domkustodie in
Rechnung, sodass die neueren Stimmen (imorigina-
lenUmschlag) nun imBestand desDommusikarchivs
vorhanden sind.
Insgesamt befinden sich Kopien vonmehr als 60
Werken in der SammlungFondoPitti in Florenz (I-
32AES,Dommusikverein undMozarteum,AT-AES1.2.AXd
522. Fc), die sich im Dommusikarchiv (A-Sd) nicht er-
halten haben.Überdies gibt es imDommusikarchiv
mindestens 34 auch in der Sammlung Fondo Pitti
erhalteneMaterialien, die in Salzburg von Fuetsch
nach1817kopiertwurden.Mankönntealsovermuten,
Ferdinand III. habedasDommusikarchivbenutzt, um
seine Sammlung zu vervollständigen.
Allerdings sind nur vier dieser Werke in Einträ-
gen in den beiden Bänden desCatalogusMusicalis
desDommusikarchivs nachweisbar, nämlichL.Gat-
tisLitanie de B:V:Maria in Eb (F.P.Ch. 197/2)33,
GattisOffertorium„Surrexit pastor bonus“ fürTenor
inB (F.P.Ch. 208/3)34 undGattisOffertorium„Ni-
mis honorati sunt“ (F.P.Ch. 214/2)35, die in beiden
Bänden von den Schreibern 245 bzw. 140 eingetra-
genwurden.Der Introitus „Domine ne longe facias“
(I-Fc, F.P.Ch. 126/6), in Florenz fälschlich Johann
Ernst Eberlin (1702–1762) zugeschrieben36, wurde
vonFuetschohneZuschreibungindenCatalogus„Gat-
ti“ eingetragen, das korrespondierendeMaterial fehlt
imDommusikarchiv.
Hingegen konnten von fünfOffertorienLuigiGat-
tis, die imDommusikarchiv, durchEinträge imCa-
talogusMusicalis nachgewiesen, fehlen, nur „Ascen-
dit/Surrexit Pastor“ von der Hand des Schreibers
132 (I-Fc, F.P.Ch. 208/3) und „Nimis honorati sunt“,
geschrieben vonLuigiGatti undBenediktHacker, im
Florentiner Bestand lokalisiert werden. Drei weite-
reOffertorien, nämlich „Hodie beata virgo“, „Reges
Tharsis“ und „In conspectu angelorum“, haben zwar
den gleichenTextwie die in denCatalogusMusicalis
eingetragenenWerke, sind aber andereKompositio-
nen. Bei „Gloria etCredo einerMess inC-Dur“ von
MichaelHaydn (I-Fc, F.P.Ch. 320/2) könnte es sich
jedoch umdas Stimmenmaterial handeln, das Joseph
RichardEstlinger in denCatalogus „Archivium“ auf
S. 79/5 und in denCatalogus „Gatti“ auf S. 85/5
eingetragen hat.Gatti dürfte denFürsten also auch
aus seinen privatenMusikalien bedient haben.
33In beidenBänden S. 67/2, Eintragungen v. Estlinger.
34Catalogus „Archivium“, S. 69/8 (Schreiber 245),Catalogus
„Gatti“, S. 73/8 (Schreiber 140).
35Catalogus „Archivium“, S. 69/4 (Schreiber 245),Catalogus
„Gatti“, S. 73/4 (Schreiber 140; später ausgestrichen).
36Der Komponist ist Pietro Bonamico, in dessenMELOS
divinarum lauduminduaspartes distributum [. . . ] von1635,
W.b.VIII./61, der Introitus zufinden ist, vgl.Hintermaier:
Katalog (1992), S. 104.
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Musik am Dom zu Salzburg
Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult
- Titel
- Musik am Dom zu Salzburg
- Untertitel
- Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult
- Autoren
- Eva Neumayr
- Lars E. Laubhold
- Ernst Hintermaier
- Verlag
- Hollitzer Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2018
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-99012-540-0
- Abmessungen
- 21.0 x 30.2 cm
- Seiten
- 432
- Kategorie
- Kunst und Kultur