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Musik am Dom zu Salzburg - Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult
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7 Der SalzburgerDomalsAusgangspunkt derVerbreitungmusikalischerQuellen in Einsiedeln nachzuweisen, die anderen imDommu- sikarchiv. In der Regel korrespondieren bei diesen Materialien auch Schreiberzüge undWasserzeichen. Eine zunächstunerklärliche scheinbareAbweichung von diesemÜberlieferungsmuster zeigt sich an einer Reihe vonAbschriften J.J. Rotts vonMotettenMau- rizioCazzatis.80Bei diesen hatte derKopist die origi- naleStimmenanzahlaufdenTitelblätternvermerkt.81 DieStimmen inSalzburgunddiejenigen inEinsiedeln ergänzen sich zwar äußerlich perfekt, die ermittelte Gesamtstimmenanzahl ist aber um vieles höher als die auf demTitelblatt notierte. Bei genauererUnter- suchung stellte sichheraus, dassderSchreiberJohann JakobRott82 zunächst den originalen Stimmensatz (dermit der auf demTitel angegebenen Stimmenzahl korrespondiert) hergestellt und diesen erst zu einem späteren Zeitpunkt umeinenweiterenVokalstimmen- satz erweitert hatte.83P. Sigismund nahm120 Jahre später entweder einen dieser Stimmensätze oder eine Mischung aus älteren und jüngeren Stimmenmit sich nachEinsiedeln. Insgesamt befinden sich in EinsiedelnQuellen zu etwa 70Werken vonKarlHeinrichBiber,Matthias SiegmundBiechteler, PeterGutfreund, JohannErnst Eberlin,MaurizioCazzati,MichaelHaydn, Franz Ig- naz Lipp, die über Pater S. Keller dorthin kamen. Überdiesnachzuweisen sindvierMaterialien, die zwar aus Salzburg imweiteren Sinne, nicht aber derDom- musik entstammen.84 80DieAbschriftenwurden von Johann JakobRott vermutlich anhanddesDrucksMotetti a otto voci, Bologna 1669, op. 52, gemacht, der in Salzburg inzwischen nichtmehr nach- weisbar ist. Vgl.Giorgi: Maurizio Cazzati (1616–1678). MusicoGuastallese: Nuovi Studi e ProspettiveMetodologi- che, S. 167. 81Z.B.A-Sd,A221c;A1520;A220a;A221d;A220d;A220c; A221a;A220b: jeweils „Parti 10“vonderHandJ. J.Rotts auf demTitelblatt vermerkt. 82WichtigsterSalzburgerNotenkopist inderMittedes18.Jahr- hunderts. Seine Schrift zeigt charakteristische, im Laufe seines Lebens sichwandelndeMerkmale, die eine ungefähre DatierungderMaterialien zulassen.Die ersten Stimmensät- ze entstanden vor 1743, die Zweitkopienmeist nach 1753. 83DieGründe für dieHerstellungweiterer Stimmensätze für bereits kopierteMotetten liegen imDunkeln.Vielleicht sind sie in einerAnpassung an geänderteAufführungskonventio- nen amSalzburgerDomzu suchen. 84CH-E,400,11und240,5 (Mondsee);CH-E,450,2 (Nonnberg); CH-E, 494,8 (Herkunft unbekannt). 330
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Musik am Dom zu Salzburg Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult
Titel
Musik am Dom zu Salzburg
Untertitel
Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult
Autoren
Eva Neumayr
Lars E. Laubhold
Ernst Hintermaier
Verlag
Hollitzer Verlag
Ort
Wien
Datum
2018
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-99012-540-0
Abmessungen
21.0 x 30.2 cm
Seiten
432
Kategorie
Kunst und Kultur
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