Seite - 341 - in Musik am Dom zu Salzburg - Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult
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Personenverzeichnis
Achleitner, Innozenz → S. 258
Adlgasser, Anton Cajetan (1729–1777)1, war
spätestens 1744 Schüler des Salzburger Kapellhau-
ses und besuchte das derUniversität angeschlossene
Universitätsgymnasium. Nach seinemAbgang vom
Kapellhaus (1748) und der Ernennung J. E. Eberlins
zumHofkapellmeister (30.11.1749) übernahmer im
Laufe des Jahres 1750 den damit vakantwerdenden
DienstalsHoforganist zunächstvermutlichals „Acces-
sist“, definitivwohl ab 11.12.1750.2 In diesemDienst
wurde er auch alsCembalist undKomponist für den
Hof tätig, ab 1760 versah er zudemdenDienst eines
Klavierlehrers amKapellhaus.Nach einer einjährigen,
vonFürsterzbischof SigismundSchrattenbach unter-
stützten Italienreise verschob sich der Schwerpunkt
seines bis dahin vorwiegend geistlichenSchaffens stär-
ker auf außerliturgische,musikdramatischeGattun-
gen (mehrere Schuldramen undOratorien sowie eine
Oper).3Die SammlungDommusikarchiv beinhaltet
überwiegend authentischeAufführungsmaterialien zu
30Werken Adlgassers, von denen 23 eindeutig der
Domliturgie zuzuordnen sind. Seine Nachfolge als
Hoforganist tratWolfgang AmadéMozart 1779 an
(→S. 110).
Allegri,Gregorio (ca. 1582–1652).DerNamedie-
ses römischenKirchenmusikers taucht in der Samm-
lung lediglichalsFehlzuschreibungeinesanonymüber-
liefertenMiserere (A1692)auf, dessenkontinuierliche
Verwendung seit dem späten 18./frühen 19. Jahrhun-
dert bismindestens in die 1920er-Jahre durch sukzes-
siveErweiterungendes Stimmensatzes und zahlreiche
Aufführungsvermerke belegt ist. Leider hat die dop-
pelchörige Komposition nichts mit jenem von den
päpstlichen Sängern der SixtinischenKapelle streng
geheimgehaltenen, neunstimmigenMiserere zu tun,
1Rainer: „Adlgasser“.
2Hintermaier:Die Salzburger Hofkapelle, S. 3–5; Anstel-
lungsdatum laut einer heute nicht zu verifizierendenNotiz
inPeregrinus: „Kapellhaus“, [Teil III–V (1889)], S. 119.
3ZuAdlgassers kompositorischemGesamtschaffen vgl.deCa-
tanzaro/Rainer:Adlgasser. Thematic Catalogue. dasMozart am zweitenTag seinesRomaufenthaltes
am12.4.1779 (Karfreitag)während der Zeremonien
nach demGehör verbotenerweise zuPapier brachte.
Bach (um1800?), nicht näher identifizierter, wohl
imsüddeutschenRaumtätigerKomponist einerDeut-
schenMesse (A 1549).
Bach, Otto (9.2.1833–3.7.1893), der bei Simon
Sechter, Adolf Bernhard Marx und Moritz Haupt-
mann studiert hatte und alsOpernkapellmeister in
verschiedenen, meist deutschen Städten tätig war4,
setzte sich 1868mit seinerBewerbungumdasKapell-
meisteramt desDommusikverein undMozarteums in
einemnur „pro forma“ geführtenAuswahlverfahren
u.a. gegen denMitbewerberAntonBruckner durch.
„Während seinerDienstzeit und durch seine Person
wurde der in der zweitenHälfte des 19. Jahrhunderts
im deutschsprachigen Raum allgemein anwachsen-
de Konflikt zwischen konzertanter und streng auf
die Liturgie bezogenerKirchenmusik deutlich sicht-
bar“5,was letztlichauchdie1880erfolgteEtablierung
vonDommusikverein undMozarteum als eigenstän-
dige Institutionen und BachsWeggang nachWien
im gleichen Jahr zur Folge hatte. In der Sammlung
Dommusikarchiv erscheint seinName gelegentlich in
Aufführungsvermerken oder kurzen, für dieMusiker
bestimmtenNotizen.
Bauman, Carlo (2.H. 18.Jh.?), bisher nur als
Komponist eines Tantum ergo a tre voci / del ce-
lebre SigrCarlo Bauman di Spira (=Speyer;A 1344)
nachweisbar.
Berera, Francesco Antonio (24.08.1737–
08.04.1813), war in Trient als Organist von San
4Ammerer/Angermüller/Blöchl-Köstner: Salzburger
Mozart Lexikon, S. 26f.
5Sangl, Carena: „BürgerlicheMusikkultur, ‚Dommusikver-
ein‘ und Mozartkult“, in: Jürg Stenzl/Ernst Hinter-
maier/GerhardWalterskirchen (Hrsg.):SalzburgerMu-
sikgeschichte. Vom Mittelalter bis ins 21. Jahrhundert,
Salzburgu.München:Pustet 2005, S. 424–435, hier: S. 427.
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Musik am Dom zu Salzburg
Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult
- Titel
- Musik am Dom zu Salzburg
- Untertitel
- Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult
- Autoren
- Eva Neumayr
- Lars E. Laubhold
- Ernst Hintermaier
- Verlag
- Hollitzer Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2018
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-99012-540-0
- Abmessungen
- 21.0 x 30.2 cm
- Seiten
- 432
- Kategorie
- Kunst und Kultur