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Musik am Dom zu Salzburg - Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult
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Seite - 349 - in Musik am Dom zu Salzburg - Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult

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autodidaktisch und später in den Jahren 1790/91 un- ter der Anleitung des kurzzeitig zu diesem Zweck in Salzburg angestellten Luigi Zandonati55 erlernte. Nach diesem einjährigenUnterrichtwurde er imMai 1791 als „Supernumarius-Violoncellist“ in die Hof- kapelle aufgenommen und imJänner des folgenden Jahres definitiv gestellt. Unter Kurfürst Ferdinand rückte er 1803 zum ersten Violoncellisten auf. Von Michael Haydn und Luigi Gatti erhielt er Kompo- sitionsunterricht; Zeitgenossen hielten unter seinen Werkenv.a. jene für sein Instrument, dasVioloncello, sowie die unter demEinfluss JohannMichaelHaydns entstandenenGesänge fürMännerquartett für beach- tenswert.56Er verblieb nach der Säkularisation des Erzstiftes in Salzburg,wo er in derDommusik tätig blieb; von 1824 bis zurGründung desDommusikver- ein und Mozarteums 1841 war er in der Nachfolge Matthias Schitras als provisorischerDomchordirektor Leiter derDommusik.57 NochzuGattisLebzeitenmusser sich innerhalbder Dommusik hervorgetan haben, spätestens um 1800 war er als Schreiber (→ S. 261) in die Herstellung vonDommusikalien involviert.58BeiGattisAbleben erhielt er die Schlüsselgewalt über dessenWohnung sowie denAuftrag zur Inventarisierung der darin be- findlichenMusikalienund Instrumente.59 1822 erstell- te er nach vorangegangener umfassender Inventur eine vollständige Neuschrift der von Estlinger be- gonnenen Bestandsinventare des Musikarchivs der Dommusik, die zu denwichtigstenQuellen für dieEr- forschungdesRepertoires amDomzählen (→S. 261). DasDommusikarchiv verwahrtMaterialien zu neun meist kleineren kirchenmusikalischenKompositionen Fuetschs. EinweiteresWerk, das derMaterialzusam- mensetzung nachwohl ebenfalls derDommusik zuzu- rechnen ist, findet sich in derMusikaliensammlung 55Ebd., S. 467. 56Pichler:Biographien, S. 16. 57Hintermaier:Die Salzburger Hofkapelle, S. 128–130. 58So in dieHerstellung des Salzburger Erstaufführungsmateri- als von J.HaydnsDie Schöpfung oder des Stimmensatzes derDommusik zuMozartsRequiem.Laubhold/Neumayr: „...WasmeinBruder in seinenChören“, S. 64.Hochrad- ner:Matthias SiegmundBiechteler, S. 230, fandNachweise für FuetschsHand „[v]on ca. 1795 bis ca. 1820“. 59AES,Dommusikverein undMozarteum,AT-AES-1.2.AXd 522, Dommusikakten 1817–1836, Entwurf eines Antwort- schreibens der Domkustodie an die K. K. Hochlöbliche Finanz-Direction (12.03.1817), Ad N.o 6060. Die Dom- Musikalien u.Musikinstrumente betr. des SalzburgMuseum.60Darauf, dass einTenebrae Fuetschs, das inderMusiksammlungKurfürstFerdin- andsnachFlorenzgelangt istunddort inautographer Partitur und einfachem Stimmensatz vorliegt61, in SalzburgVerwendung gefunden habe, gibt es keinen konkretenHinweis. In dieNeuorganisation derDom- musik imDommusikverein undMozarteum scheint er nichtmehraktiv involviert gewesen zu sein, obwohl er noch über die Jahrhundertmitte hinaus in Salzburg lebte. Fuetsch verstarb als „jubilierter Dommusik- Chordirektor“ hoch geehrt im Jahr 1852.62 Fux, Johann Joseph (1660–1741), Wiener Hof- kapellmeister, ist durch drei Werke in der Samm- lung vertreten, vondenen zweiMessenLieF63 15 und KöcF64 32 (A 1202,A 1204) in zeitgenössischenAb- schriften überliefert sind.DasOffertoriumKöcF 153 (A 1203) ist in einerAbschrift aus der zweitenHälfte des 18. Jahrhunderts überliefert. EineweitereMesse ina-Moll65warvonEstlinger indieältestenBestands- kataloge aufgenommen, von spätererHand (vor 1822) aberals „donataalCalcante“66 abgeschriebenworden und fehlt seither. EinTantum ergo (A 1421)wurde vonMatthias Schitra wohl nach 1817 als einWerk vonFux katalogisiert67 – eine Zuschreibung, die aber bereits vonFuetsch nicht übernommenwurde68; das Werk ist heute alsKomposition JohannStadlmayrs erkannt.69 60Offertorium [„Haec est dies“] pro octava Ascensionis D. n. J. Ch. a 4 Voci, 2 violini, 2 Clarini in C, Orga- no conBassi Solidi. di Gioachino Fuetschm. p., Salzburg Museum,Bibliothek (A-Sca),Hs 610, vgl.Gassner: „Die Musikaliensammlung“, S. 190.Darüber hinauswird imglei- chenBestandaucheinevonFuetschkomponierteSammlung vonÜbungsstücken für zweiHörner verwahrt (A-Sca, Hs 666). 61Tenebraea2.Tenori 2.Bassi col’, oSenzaOrganoeContra- basso, a piacereDiGioachimoFuetsch, Florenz, Bibliothek desConservatorio ‚Luigi Cherubini‘, I-Fc, F.P.Ch. 1048. 62Hintermaier:Die Salzburger Hofkapelle, S. 128–130. 63Liess,Andreas:JohannJosephFux.Ein steirischerMeister des Barock. Nebst einem Verzeichnis neuer Werkfunde, Wien:Doblinger 1948. 64Köchel, LudwigRitter von: Johann Josef Fux, Hofcom- positor undHofkapellmeister derKaiser Leopold I., Josef I. und Karl VI. von 1698 bis 1740 [darin als Beilage X separat paginiert:]Thematisches Verzeichnis der Composi- tionen vonJohannJosefFux,Wien:Beck’scheUniversitäts- Buchhandlung 1872. 65KöcFdeest, LieF 7; lautParallelüberlieferung inCZ-Pkřiž, XXXVIA81 (RISM-Nr. 550282609) eineMissa S. Aloysij. 66Catalogus „Gatti“, S. 59. 67Catalogus „Archivium“, S. 59. 68Catalogus „Gatti“, S. 59;Catalogus „Fuetsch“, S. 65. 69Es ist eine Abschrift aus StadlmayrsHymni quibus totius anni decursu [...], Innsbruck 1628 (RISM,A/1/8 S 4291). 349
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Musik am Dom zu Salzburg Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult
Titel
Musik am Dom zu Salzburg
Untertitel
Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult
Autoren
Eva Neumayr
Lars E. Laubhold
Ernst Hintermaier
Verlag
Hollitzer Verlag
Ort
Wien
Datum
2018
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-99012-540-0
Abmessungen
21.0 x 30.2 cm
Seiten
432
Kategorie
Kunst und Kultur
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