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Musik am Dom zu Salzburg - Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult
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Seite - 351 - in Musik am Dom zu Salzburg - Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult

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te ursprünglich das Handwerk seines Vaters lernen. Von seinem Volksschullehrer Andreas Peterlechner dürfte er erstenOrgelunterricht erhalten haben. In der „AuthentischenVeranlassung“, einemDokument, in dem er sich im Jahr 1854 an die Umstände der Entstehung seines berühmtenWeihnachtsliedes „Stil- leNacht! HeiligeNacht!“ zurückerinnert, erwähnt er, dass er „18 Jahre alt zumH[errn]GeorgHartdobler Stadtpfarr=Organisten inBurghausen in die Lehre“ gekommenwar. SeinUnterricht beiGeorgHartdobler (1774–1851) war jedoch bereits nach drei Monaten beendet.Grubermachte dieAusbildung zumLehrer und trat 1807 seine ersteStelle inArnsdorf an.Neben seiner Tätigkeit als Lehrer war er auch alsMesner undOrganist beschäftigt, als letzterer auch an der Kirche St.Nikolaus inOberndorf, wo er den jungen JosephMohr kennenlernte. 1818 entstand für St. Ni- kolaus das später berühmteWeihnachtslied „Stille Nacht!HeiligeNacht!“ nach einemText, den Joseph Mohr bereits 1816 inMariapfarr verfasst hatte. In diesen JahrenwarGruber in derUmgebung bereits als versierterMusiker bekannt: Bereits 1819 kopierte der Salzburger Stadtpfarrchorregent JohannBaptist Weindl (→ S. 369) eine LitaneiGrubers78, 1820wird er in einer Publikation anlässlich der Säkularfeier derWallfahrtskircheMaria imMösl inArnsdorf, bei der „unter der Leitung desHerrnGruber, Schulleh- rers und Mesners von Arndorf, Messen, Litaneien undOratorien aufgeführt [wurden], die jederCathe- dralkircheEhre gemacht habenwürden“79, als „sehr geschickterTonkünstler“80 gerühmt.Als er 1829 bei derBesetzungeiner ihmbereits zugesagten81Stelle in Oberndorf übergangenwird, übernimmt er zunächst die Lehrerstelle an der Schule inBerndorf, wird aber 1835 als Stadtpfarrchorregent undOrganist nachHal- lein berufen, wo er neben anderenmusikalischenAuf- gaben seine Kompositionstätigkeit intensiviert und immusikalischenVereinswesenaktivwird.Der größte Teil seinesNachlasses, darunter zahlreicheAutogra- phe, ist im Stille-Nacht-Archiv desKeltenmuseums Hallein überliefert. 78Diese befindet sich im Bestand desDommusikverein und Mozarteums (A-Sd,Gr 324). 79Mühlmann, Joseph:FranzXaverGruber. Sein Leben, Salz- burg:Residenz-Verlag 1966, S. 30. 80Seethaler, JohannAndreas:ZurDritten Jubel Feyer von der Wallfahrt=Kirche zu unser l. Frau in Armstorf bey Laufen, Salzburg:Duyle 1820. 81Hohenleitner: „Lebensparallelen“, S. 4. Gutfreund, JohannFranz (1606–1637),Kompo- nist und seit spätestens 1629Domstifts- bzw.Hofor- ganist in Salzburg; Sohn desHofkapellmeisters Peter Gutfreund.82 Gutfreund, Peter (um 1579–um 1625), Kompo- nist,Hofsänger undab1608bis zu seinemTodHofka- pellmeister in Salzburg.83 Seine imSalzburgerChor- buchW.b.VIII. posthumkompilierte Propriensamm- lungMelosdivinarumlaudumwurdevom17.Jahrhun- dert bis ins 19. Jahrhundert amDomkontinuierlich gepflegt. Sie ist in der Mitte des 18. Jahrhunderts durch dieAnfertigung von Stimmenabschriften – er- halten sind 13Sammlungenmit insgesamt 62Werken – für dieAufführungpraxis amDomaktualisiert wor- den. Teile dieser Stimmensätze sind um 1870 von P. SigismundKeller insKlosterMariaEinsiedeln in der Schweiz verbrachtworden (→Tab. S. 141). Hacker, Benedikt (30.5.1769–2.5.1829)84, in sei- nemHeimatortMetten beiDeggendorf vomdortigen DirektorderSingschule, JohannBaptist Sternkopf, in dieGrundbegriffe derMusik eingeführt, übersiedelte er im Jahr 1783 auf Einladung des an der Salzburger Universität lehrenden P.Modest Schmetterer nach Salzburg. Durch den Tod seines Gönners im Jahr 1784wurde der Plan, ihmbei LeopoldMozartVio- linunterricht zu ermöglichen, vereitelt. Hacker dürf- te daher niemals Schüler LeopoldMozarts gewesen sein, wie in der Literatur immer wieder behauptet wird.85 ZuM.Haydn, der ihmKlavier- undKompo- sitionsunterricht gab, entwickelte Hacker ein enges Freundschaftsverhältnis. Er gehörteHaydnsMänner- quartettkreis an,machtemit ihmKammermusik und bemühte sich nachHaydns Tod um die Errichtung 82Hintermaier:Katalog (1992), S. 178. 83Ebd. 84Kramml, Peter F.:Benedikt Hacker (1769–1829) – Ein Salzburger Komponist und Verleger an der Zeitenwende, Salzburg: Verein der Freunde der Salzburger Geschichte 1988, (SalzburgArchiv, 5), bes. S. 7–48. 85Ebd., S. 10. Vgl. dazu die beiden zu Hackers Lebzeiten erschienenen Artikel inGerber, Ernst Ludwig:Neues historisch-biographisches Lexikon der Tonkünstler, welche Nachricht von demLeben und denWerkenmusikalischer Schriftsteller, berühmterKomponisten, Sänger,Meister auf Instrumenten, kunstvollerDilettanten,Musikverleger, auch Orgel- und Instrumentenmacher, älterer und neuerer Zeit, aus allenNationen enthält, Leipzig:Kühnel 1812, Sp. 459– 463, undPillwein:Biographische Schilderungen, S. 76–79, dieHackermitgroßerWahrscheinlichkeit selbst geschrieben, zumindest aber redigiert hat. 351
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Musik am Dom zu Salzburg Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult
Titel
Musik am Dom zu Salzburg
Untertitel
Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult
Autoren
Eva Neumayr
Lars E. Laubhold
Ernst Hintermaier
Verlag
Hollitzer Verlag
Ort
Wien
Datum
2018
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-99012-540-0
Abmessungen
21.0 x 30.2 cm
Seiten
432
Kategorie
Kunst und Kultur
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