Seite - 360 - in Musik am Dom zu Salzburg - Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult
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Personenverzeichnis
nach demTod desselben, in denGenuss der vollen
Bezüge. Er hatte zahlreicheKlavierschüler und unter-
richtete ab 1811Klavier undOrgel amKapellhaus.
SeineNichtewardieberühmteSängerinAnnaMilder-
Hauptmann.
Mohr, Joseph (1792–1848), ist vor allemalsText-
dichter desWeihnachtsliedes „Stille Nacht! Heilige
Nacht!“ bekannt. Erwurde als unehelicher Sohn des
SoldatenFranzMohr undderMaria Schoiber in Salz-
burg geboren undwuchs in ärmlichenVerhältnissen
auf. Durch dieUnterstützung desDomchorvikars Jo-
hannNepomukHiernle (1765–1850) und durch seine
Tätigkeit alsGeiger undSänger konnte er zunächst
das Salzburger Benediktinergymnasium, dann das
Gymnasium inKremsmünsterbesuchen.Nach seinem
Theologiestudiumwurdeer1815zumPriestergeweiht
undwar inderFolge inzahlreichenSalzburgerPfarren
tätig, so inMariapfarr undOberndorf. InMariapfarr
schuf er 1816 denText zu demberühmt gewordenen
Weihnachtslied, inOberndorf befreundete er sichmit
demOrganisten an derKirche St. Nikolaus undLeh-
rer inArnsdorf FranzXaverGruber (1787–1863), der
1818 seinenText vertonte.Mohr starb alsVikar von
Wagrain an einer Lungenlähmung.146
Molitor,Roman (17.Jh.),Benediktiner(OSB) im
Kloster St. Peter in Salzburg; 1653Defendent an der
UniversitätSalzburg;nicht identischmitdemBenedik-
tinerabtRomanMüller (1600–1671) und demDefen-
dentenRomanusMollitor (um1683).Vonihmstammt
allerWahrscheinlichkeit nach ein „Vidi aquam“ eines
„P.Romano ad S: Petrum“ (A1331).
Mozart, Leopold (1719–1787), kam 1737 nach
Salzburg, umanderBenediktineruniversität zu stu-
dieren,wurde jedochbereits1739ausMangelanFleiß
relegiert. Nachdem er alsKammerdiener undMusi-
ker in dieDienste vonGraf JohannBaptist Thurn-
Valsassina undTaxis, des Präsidenten des Salzburger
Konsistoriums, getreten war, baute er sich in den
146Hintermaier, Ernst: „Das Priesterleben JosephMohrs“,
in:Thomas Hochradner (Hrsg.): ‚Stille Nacht! Heilige
Nacht!‘ Zwischen Nostalgie und Realität – JosephMohr
– Franz Xaver Gruber – Ihre Zeit, Salzburg: Verein der
Freunde der SalzburgerGeschichte 2002, (Salzburger Stu-
dien. Forschungen zu Geschichte, Kunst und Kultur, 4),
S. 65–74. 40er-Jahren einenRuf alsGeiger undKomponist147
auf undwurde 1743 als vierter Violinist in dieHof-
musik aufgenommen.148 1758wurde er zumzweiten
Violinisten, 1763 schließlich zumVizekapellmeister
befördert. In dieser Eigenschaft machte er sich vor
allem auch umorganisatorischeBelange, wie denAn-
kauf neuer Instrumente, dieAnstellung vonMusikern
und die Auszahlung der Gehälter, verdient.149 Zu-
sätzlich unterrichtete er ab 1756Violine und später
auchKlavier amKapellhaus. Umdiese Zeit herum
betätigte er sich auch alsAutor: 1756 erschien seine
Violinschule bei Lotter inAugsburg, ein Jahr später
seineNachricht von dem gegenwärtigen Zustande der
Musik Sr.HochfürstlichenGnadendesErzbischoffs zu
Salzburg150.Währender inden40er- und50er-Jahren
des 18. Jahrhunderts ein fruchtbarerKomponist und
wichtiger früherVertreter der Symphoniewar, wobei
dieMehrzahl seinerWerke heute verloren ist, scheint
er seineKompositionstätigkeit immermehr reduziert
zu haben, je fruchtbarer das Talent seines Sohnes
wurde. Seine letztenKompositionen dürftenAnfang
der 70er-Jahre entstanden sein. ImDommusikarchiv
sindvon ihmdreiLitaneien, eineMesseund einOffer-
toriumenthalten. In zahlreichen, imDommusikarchiv
erhaltenenAbschriften derWerke seines Sohnes sind
seine Korrekturen enthalten. Der umgekehrte Fall
liegt bei LeopoldMozarts Sakramentslitanei inDvor,
derenPartitur er seinemSohnnachWien geschickt
haben dürfte, woWolfgangAmadéMozart dieHorn-
stimmen korrigierte.Die autographePartitur tauchte
1852wieder auf, als einUnbekannter sie demDom-
musikverein undMozarteum verkaufte.151 Sie wird
heute imArchiv der Erzdiözese aufbewahrt (Gr 127).
Mozart,WolfgangAmadé (1756–1791),warvon
1769 an zunächst unbesoldeter, ab 1772dannbesolde-
terKonzertmeister der SalzburgerHofmusikkapelle,
kündigte diese Dienststelle aber, als ihm Fürsterz-
147MGG2, Personenteil, Bd. 12, Sp. 586f.
148Hintermaier:Die Salzburger Hofkapelle, S. 290–295.
149Morgenstern: „LeopoldMozart undHieronymusCollore-
do“.
150[Mozart, Leopold]: „Nachricht von dem gegenwärtigen
Zustande derMusik Sr. HochfürstlichenGnaden des Erzbi-
schoffs zu Salzburg im Jahr 1757“, in:Historisch-Kritische
Beyträge zurAufnahme derMusik, Bd. 3, (1757), S. 183–
198.
151Mozart, Leopold; Senn,Walter (Hrsg.):Sakramentslita-
nei inD,Kasselu.a.:Bärenreiter1973, (WolfgangAmadeus
Mozart. NeueAusgabe sämtlicherWerke, X/28/Abt. 3-5).
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Musik am Dom zu Salzburg
Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult
- Titel
- Musik am Dom zu Salzburg
- Untertitel
- Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult
- Autoren
- Eva Neumayr
- Lars E. Laubhold
- Ernst Hintermaier
- Verlag
- Hollitzer Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2018
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-99012-540-0
- Abmessungen
- 21.0 x 30.2 cm
- Seiten
- 432
- Kategorie
- Kunst und Kultur