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Musik am Dom zu Salzburg - Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult
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Seite - 362 - in Musik am Dom zu Salzburg - Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult

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Personenverzeichnis Pergolesi, Giovanni Battista (1710–1736), ist mit einem seiner berühmtestenWerke in der Samm- lungDommusikarchiv vertreten:Von seinemStabat mater hat sicheinevonJohannJakobRott (→S.268) zwischen 1743 und 1752 geschriebene Partitur aus denBeständen desKapellhauses erhalten (A 1310). Für denTransfer desWerkes ausNeapel kommt am ehestenHofbassist JosephNikolausMeissner (1725– 1795)158 in Frage, dessen ersteKonzertreise nach Ita- lien 1748 nachzuweisen ist. Erwird allerdings bereits 1746 imTagebuchFr.HeinrichPichlers als „berümb- terBassist“ bezeichnet159, was nahelegt, dass er be- reits vorher aufReisen gewesen sein könnte.Dass er im fraglichen Zeitraumauch inNeapel war, geht aus LeopoldMozartsNachricht von dem gegenwärtigen Zustande derMusik Sr. HochfürstlichenGnaden [. . . ] hervor, wo es heißt,Meissner habe „Anfangs zuPisa, nachdem zuFlorenz und endlich auf demTheater zu S. Carlo inNeapel recitieret [...]“160. Ab 1751war er der Figural-Gesangslehrer derKapellknaben, sein Nachfolger als solcher wurde 1770wegenMeissners zahlreicherAbwesenheiten aufgrund vonKonzertrei- sen der Tenor Franz Anton Spitzeder (→ S. 367), dessenNamemitBleistift in griechischenBuchstaben in derPartitur desStabatmater vermerkt ist. Pernsteiner,Matthias (1795–1851),Komponist, Organist undChorregent, aus Friedburg naheKru- mau (Frymburk nadVltavou) gebürtig, war von 1822 bis 1824Organist undKammerdiener im StiftWil- hering, danachChordirektor an der SalzburgerUni- versitätskirche und ab 1827Organist undChorregent inKufstein. EinOnkel von ihmhieß ebenfallsMatt- hias Pernsteiner (1775–1836) und wirkte als Orga- nist inGmunden (Oberösterreich).161Dass die vier Werke imDommusikarchiv, die unter diesemNamen überliefert sind,mit einigerWahrscheinlichkeit dem jüngerenPernsteiner zuzuweisen sind, kann nur aus Indizien erschlossenwerden: einerseits aus dessenkur- zem Salzburger Engagement, andererseits aus dem Titelblatt zu einerMessePernsteiners (A 1661), das die Jahreszahl 1837 nennt, die zumindest als Kom- positionsdatum für den ein Jahr zuvor verstorbenen 158Hintermaier:Die Salzburger Hofkapelle, S. 263–273. 159Martin: „VomSalzburger Fürstenhof“ [Teil 1], S. 12. 160[L.Mozart]: „Nachricht von demgegenwärtigen Zustande“, S. 191. 161Angaben lautRISM-Normdatei. älteren Pernsteiner nicht in Frage kommt. Zudem wird einDeutsches Requiem (A 1646), das auch in derMusiksammlung des Dominikanerinnenklosters Lienz in einerAbschrift ausdemJahr1851überliefert ist, dort dem jüngerenPernsteiner zugeschrieben.162 Vollständigauszuschließen istdieAutorschaftdesälte- renPernsteiner für die SalzburgerMaterialien jedoch derzeit nicht. Porta,Giovanni (um1675–1755), venezianischer Komponist, der ab 1737 alsHofkapellmeister inMün- chenwirkte und imDommusikarchivmit einerMesse vertreten ist (A 1446). Preindl, Joseph (1756–1823),warSchüler Johann GeorgAlbrechtsbergers und folgte, nach einerKar- riere alsOrganist an verschiedenenWienerKirchen, diesem1809 alsDomkapellmeister vonSt. Stephan in Wien nach. Er istmit einerMesse in der Sammlung vertreten (A 1461). Rainprechter,JohannNepomukFranzSeraph (1757–1812), war ein Sohn des Kapellmeisters von Altötting, JohannGeorgRainprechter (gest. 1800), einemSchüler JohannErnstEberlins.163Er studierte zunächst amGymnasium in Burghausen, dann an derUniversität Ingolstadt.Vondortwandte er sich nach Salzburg, wo er anscheinendKompositionsschü- ler LeopoldMozartswurde.164Ab1773 ist er in der Erzabtei St.Peter alsGeigernachzuweisen; 1779wird er zumChorregenten ernannt, ein Amt, das er bis zu seinemTod innehatte.165Erwar ein geschätzter Komponist, seineWerke sind jedochnicht imDommu- sikarchiv, sondern hauptsächlich imMusikalienarchiv derErzabtei St.Peter erhalten geblieben.Pillweinbe- richtet überdies, er sei ein „äußerst originellerMann“ und „ein sonderbarer Liebhaber des Hühnervolkes“ gewesen.166 Reinhardt, JohannGeorg (um1676–1742), war Hoforganist und ab 1734Hofkomponist inWien und 162A-Imf,M5101 (RISM-Nr. 650000841). 163MGG2, Personenteil, Bd. 5, Sp. 126. 164Vgl.Lipowsky, Felix Joseph:BaierischesMusik-Lexikon, München:Giel 1811, S. 265. 165Eder: „Die St.-PetrischenMusikanten“, S. 108ff. 166Pillwein:Biographische Schilderungen, S. 192f. 362
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Musik am Dom zu Salzburg Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult
Titel
Musik am Dom zu Salzburg
Untertitel
Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult
Autoren
Eva Neumayr
Lars E. Laubhold
Ernst Hintermaier
Verlag
Hollitzer Verlag
Ort
Wien
Datum
2018
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-99012-540-0
Abmessungen
21.0 x 30.2 cm
Seiten
432
Kategorie
Kunst und Kultur
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