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Musik am Dom zu Salzburg - Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult
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Seite - 364 - in Musik am Dom zu Salzburg - Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult

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Personenverzeichnis Pietà de’Turchini und später in Rom. ImKarneval 1763/64 ging er nachVenedig,wo seine ersteOperLa contadina in corte imTeatro SanMoisè in Szene ging. InderFolgezeithielt er sich,ohnealsOpernkomponist inErscheinung zu treten, hauptsächlich inRomauf; umdas Jahr 1767 kam er als Kapellmeister an das Theater zuBarcelona, kehrte jedoch spätestens 1772 wieder nach Italien zurück oder unterbrachmehrmals seinEngagement inBarcelona und komponierte bis zumJahre 1777ungefähr zwölfOpern, die inBologna (1772–1773),meist aber inVenedig (1773–1777), zur Aufführunggelangten.DieBeliebtheit seinerOpern in Italien dürfte FürsterzbischofHieronymus zuOhren gekommen sein und ihn veranlasst haben, Rust als Nachfolger von Domenico Fischietti nach Salzburg zu engagieren, zumal ihn dieUnzulänglichkeit seines Hofkapellmeisters Lolli dazu zwang (→S. 62). Samber, Ferdinand Jakob Sebastian (1685– 1742)174, Sohn des Salzburger Stadtpfarr- undDom- stiftsorganisten JohannBaptist Samber, besuchte ab seinem elften Lebensjahr das SalzburgerGymnasium undspäterdieUniversität,woerJuraundMoraltheo- logie studierte. Etwa ab seinem20. Lebensjahr dürfte er seinenVaterbeidessenVerrichtungen fürdieStadt- pfarrmusik unterstützt haben. 1709 bewarb er sich mehrmals umAnstellung alsHofkammerkanzlist. Zu dieser Zeit hatte er bereits gelegentlicheKopierarbei- ten für dieHofmusik durchgeführt und alsOrganist undViolonist bei derHofmusikmitgewirkt. 1710wur- deeralsHofviolonistundHofkopistbeiHofangestellt. 1716 übernahm er für seinen Vater die Organisten- tätigkeit bei der Stadtpfarrmusik, die ihm ein Jahr später nach demTod desVaters auch offiziell zuge- sprochenwurde. 1739 ging diesesAmtwiederuman seinen ältesten Sohn JohannesChrysostomus über. Samber, Johann Baptist (1654–1717)175 , wur- de am Kapellhaus ausgebildet und übernahm ab 1689 in Vertretung von Johann Jacob Raiff den Stadtpfarr- undDomstiftsorganistendienst. Er zählt mit seinenTraktatenManuductio adOrganum (Salz- burg, 1704),Continuatio admanuductio organicam (Salzburg, 1707) und Elucidatio musicae choralis 174Hintermaier:Die Salzburger Hofkapelle, S. 356–359. 175Ebd., S. 360–366;MGG2, Personenteil, Bd. 14, Sp. 885f. (Salzburg, 1710) zu den bedeutenderen barockenMu- siktheoretikerndes süddeutschenSprachraumsvorJo- hann JosephFux.Daneben entfaltete er eine umfang- reiche pädagogischeTätigkeit, sodass er, wie er selbst 1704 inderVorredezuseinerManuductio schreibt,bis zumJahre 1704 bereits „an die 300 Scholarn instruie- ret“ hatte, von denen „bey 60. in fürnehmenHerrn auchFrauen Stifften undClösteren sich befinden.“176 Besonders gute Beziehungen hatte er zum 1695 in Salzburg gegründetenKloster der Ursulinen, wo er als Leiter der Stadtpfarrmusikanten jahrzehntelang die „äußereMusik“ (imUnterschied zur „innerenMu- sik“, die von den Chorschwestern gestaltet wurde) organisierte.177 Samber, Johannes Chrysostomus (um 1708– 31.10.1772), ein Schüler desDomstiftsorganisten Jo- sephBalthasarHochreiter (1669–1731)178, ging nach seinerAusbildung amKapellhaus sieben Jahre lang alsOrganist in das Stift Admont. 1739 übernahmer von seinemVater Ferdinand Jakob Sebastian Sam- ber den Stadtpfarrorganistendienst, die Leitung der Stadtpfarrmusikanten und auch dieMusik in derUr- sulinenkirche.Er scheintalsOrganisatornurmäßiger- folgreich gewesen sein, dennals er 1772 starb,wurden Klagenüberseinen fehlendenFleißunddendaraus fol- gendenVerlust einiger von den Stadtpfarrmusikanten ursprünglich versehenenDienste laut.179 Sandmayr, Joseph (1779–nach 1819), war ein Sohn desHoffagottistenMelchior Sandmayr; versah für die Witwe Johann Evangelist Widmanns 1802 bis Jänner 1805 den Stadtpfarrorganistendienst und machte sich jahrelang Hoffnung auf die Stelle, die dannAndreasBrunnmayr erhielt. Sandmayrwurde ab1805Stadtpfarrorganist inKufstein.180Zwei seiner Kompositionen haben sich in der Sammlung erhal- ten.181 176Zit. nachHintermaier:Die Salzburger Hofkapelle, S. 363. 177Sein Nachfolger wurde zunächst sein Sohn und dann sein Enkel, sodass dieMusik an derUrsulinenkirche in Salzburg fast acht Jahrzehnte in den Händen der Familie Samber lag.Neumayr: „ZurMusikpflege imKloster derUrsulinen“; Neumayr: „ZurMusikpflege imSalzburgerUrsulinenkon- vent“. 178Hintermaier:Die Salzburger Hofkapelle, S. 174–176. 179Archiv derErzdiözese, Akten 5/25/15. 180Hintermaier:Die Salzburger Hofkapelle, S. 369. 181Segenslied „Wir beten an dichwahres Engelsbrot“ (A 1754), Deutsche Litanei (A 1757). 364
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Musik am Dom zu Salzburg Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult
Titel
Musik am Dom zu Salzburg
Untertitel
Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult
Autoren
Eva Neumayr
Lars E. Laubhold
Ernst Hintermaier
Verlag
Hollitzer Verlag
Ort
Wien
Datum
2018
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-99012-540-0
Abmessungen
21.0 x 30.2 cm
Seiten
432
Kategorie
Kunst und Kultur
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