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Musik am Dom zu Salzburg - Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult
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Seite - 367 - in Musik am Dom zu Salzburg - Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult

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das Salzburger Franziskanerkloster ein, studierte in Schwaz undBozenTheologie, wurde 1834 zumPries- ter geweihtundwirktenachweiterenStudien1837/38 alsOrganistundChorleiter anderFranziskanerkirche inBozen und von 1838 bis 1840 an der vonFranzis- kanernbetreutenHofkirche in Innsbruck. 1840wurde Singer ans Salzburger Franziskanerkloster berufen, vonwo aus er neben seinenmusikalischenDiensten zeitweise auch hohe organisatorische Aufgaben für die Franziskanerprovinz ausübte. Er komponierte201, verfasste (musik)philosophisch-theologische Schriften, erfand und konstruierte u.a. das Pansymphonikon, „welches von den kundigenFingernP. Peters gespielt, ein ganzesOrchester ersetzt“202 und ihm große Be- kanntheit einbrachte. Auch erwarb er sich durch sein virtuosesOrgelspiel denRespekt so herausragender MusikerwieAntonBruckner undFranz Liszt. In der vorliegenden Sammlung hat sich seinWeihnachtslied „Seht ihr im einsamen Stalle“ (A 1766) erhalten. Sonnleithner,Christoph (28.4.1734–25.12.1786), wirkte als Advokat inWien undwarDekan der ju- ridischen Fakultät an der dortigen Universität.203 AlsKomponist widmete er sich überwiegend derKir- chenmusik, seineWerke sind vor allem in süddeutsch- österreichischen und böhmischenArchiven verbreitet. DasDommusikarchiv bewahrt eine ihm zugeschriebe- neMesse inC (A1458). Spitzeder,AntonFranz (1735–1796), wurde zu- nächst in St. Zeno (Reichenhall) und dann amSalz- burger Kapellhaus als Chorknabe ausgebildet und bereiste dann als Tenorist drei Jahre lang Italien. 1759wurde er als Sänger in dieHofmusikkapelle auf- genommen, ab 1770übernahmer denFiguralgesangs- unterricht amKapellhaus. Er dürfte auch ein fähiger Pianist gewesen sein, denn er vertrat fallweiseAnton CajetanAdlgasser bei denHofkonzerten undbrach- te in diesemRahmen gemeinsammitWenzelHebelt W. A. Mozarts erste, in Paris gedruckte Sonaten- sammlung KV 6–9 zur Aufführung. Jahrelang war er der besteTenor derHofmusikkapelle und sang so- wohl imDomals auch amHoftheater, unter anderem 201Werkverzeichnis in ebd., S. 44–63. 202EduardHanslick inNeue Freie Presse,Wien 1882,Nr. 6257, zit. nach ebd., S. 41. 203MGG2, Personenteil, Bd. 15, Sp. 1056. den „Christgeist“ inMozartsSchuldigkeit des ersten GebotsKV 35 und den „Don Polidoro“ in La finta sempliceKV51.204 Stadlmayr, Johann (um 1575–1648), war Kom- ponist und von spätestens 1603 bis 1606/07 Musi- ker undHofkapellmeister FürsterzbischofWolfDiet- richs in Salzburg, dem er seine erste Magnificat- Sammlung von 1603 dedizierte; Ruhm, Erfolg und Ansehenerlangte er allerdings erst amHofderTiroler Erzherzöge in Innsbruck. Er zählte im süddeutsch- österreichischenRaumzuden erfolgreichstenKompo- nisten seiner Zeit, dem entspricht auch sein umfang- reiches, überwiegend gedrucktesWerk. Steingriebler, Johann Georg (1670–1742), Priester und um 1701 Domkapellmeister in Eich- stätt.205 Sternkopf, Johann Baptist (1753–1817), Orga- nist undKomponist, warDirektor der Singschule im BenediktinerklosterMetten und erster LehrerBene- diktHackers.206 ImDommusikarchiv ist von ihm ein Dixit undMagnificat (A 1460) überliefert. Susan,JudasThaddäus (1779–1838), geboren in Mülln, besuchte zunächst dasUniversitätsgymnasium undstudierte anschließendanderBenediktineruniver- sität Rechtswissenschaften. Neben seinem Studium warerFlötist inderHofmusikkapelleundamTheater. Erwar ab1802mitCarlMaria vonWeberbefreundet und wechselte mit diesem zwischen 1802 und 1822 zahlreicheBriefe. 1812 heiratete er Friederike Salzer, die als Dichterin auf sich aufmerksammachte. Als Jurist war er an verschiedenenOrten tätig, zuletzt als Pfleger und Landrichter in Ried im Innkreis.207 Auch kompositorisch betätigte er sich: Neben einigen Kantaten und anderenKompositionen, die sich heute imSalzburgMuseumbefinden, ist imDommusikar- chiv von ihmdasWeihnachtslied „AufChristen, singt festliche Lieder“ (A 1786 undA1787) überliefert. 204Hintermaier:Die Salzburger Hofkapelle, S. 414ff. 205Focht:BMLO, DS s1787. 206Kramml:Benedikt Hacker, S. 9. 207Schuler,Heinz: „ThaddäusSusan (1779–1838)“, in:Genea- logie, 14 (1978), Nr. 10, S. 305–308. 367
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Musik am Dom zu Salzburg Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult
Titel
Musik am Dom zu Salzburg
Untertitel
Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult
Autoren
Eva Neumayr
Lars E. Laubhold
Ernst Hintermaier
Verlag
Hollitzer Verlag
Ort
Wien
Datum
2018
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-99012-540-0
Abmessungen
21.0 x 30.2 cm
Seiten
432
Kategorie
Kunst und Kultur
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