Seite - 368 - in Musik am Dom zu Salzburg - Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult
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Personenverzeichnis
Tremml, Joseph (um1800–1867), war spätestens
ab 1830Organist in St. Peter undwurde dort später
Chorregent. In dieser Eigenschaft verwaltete er das
Musikalienarchiv St.Peter umdieMitte des 19. Jahr-
hunderts. Zahlreiche Nachträge im Bischofsreiter-
Katalog undTitelblätter stammen von ihm.208
Umstatt, Joseph (1711–1762), war inWien viel-
leicht Schüler von J.J. Fux. Nach einigen Jahren
musikalischerTätigkeit u.a. inBratislava, Brno, Bo-
skoviceundMikulovwurde erKapellmeister des säch-
sischen Premierministers Graf Heinrich von Brühl;
ab 1752wirkte er als bischöflicherHofkomponist und
-kapellmeister inBamberg.209Er ist imDommusikar-
chivmit einerMesse vertreten (A 1493).
Victoria,TomásLuisde (1548–1611), spanischer
Komponist, der stilistischPalestrina nahestand und
zudenbedeutendsten spanischenVertreternder römi-
schenSchulezählte.BevorVictoria1585nachSpanien
zurückkehrte, hatte ermehrereKapellmeisterämter
inRom inne, unter anderemauch dasAmt desMae-
stro di cappella amCollegiumGermanicum, wo er
dem späteren Salzburger FürsterzbischofWolfDiet-
rich begegnet seinmuss; VictoriasWerk dürfte des-
halb vermutlich auch zu den ersten Neubeständen
gehört haben, die unter demreformfreudigenSalzbur-
ger Fürsterzbischof angeschafftwurden.210
Vogler,Georg Joseph (1749–1814),Komponist,
Musiktheoretiker, Instrumentenbauer undOrgelvir-
tuose. Er besuchte vom22. Juli bis 12.August 1805
Salzburg und nahmQua rtier in St. Peter, wo er die
Orgel nach seinemSystem simplifizierte.211Auch die
Domorgel inspizierte er, übernahmaber denAuftrag,
sie umzubauen, glücklicherweise nicht. DieOrgel von
St. Petermusste Jahre später in den ursprünglichen
Zustand zurückversetzt werden.Während ein Vog-
208Eder: „Die St.-PetrischenMusikanten“, S. 113;Schmid:Die
Musikaliensammlung der Erzabtei St. Peter, S. 26.
209MGG2, Personenteil, Bd. 16, Sp. 1208f.
210Hintermaier:Katalog (1992), passim.
211Vgl.Walterskirchen,Gerhard: „DiegroßeOrgelderStifts-
kirche St. Peter zur ZeitMozarts undHaydns“, in:Petrus
Eder/GerhardWalterskirchen (Hrsg.):DasBenedikti-
nerstift St. Peter in Salzburg zur ZeitMozarts, Salzburg:
Verlag St. Peter 1991, S. 127–134, und Spies, Hermann:
Abt Vogler und die von ihm simplifizierte Orgel von St.
Peter in Salzburg,Mainz:Rheingold-Verlag 1947, (Orgel-
Monographien, 5). lerschesMiserere (A 1484) bereits vor 1791 für die
Dommusik abgeschriebenwurde, könnte eineMesse
inG (A1297) anlässlich diesesBesuchs in dieBestän-
dederDommusik gekommen sein.Ob es sichum jene
Messe handelt, die lautBedaHübner unter Leitung
MichaelHaydnsmitBeteiligung derHofmusik am3.
August 1805 in der Stiftskirche St. Peter aufgeführt
wurde212, ist ungewiss.
Wagenseil, GeorgChristoph (1715–1777), war
als einer der wichtigsten Vertreter derWiener Vor-
klassik ab derMitte des 18. Jahrhunderts vor allem
durch seine Symphonien undKlavierkompositionen
bekannt. Erwar Schüler von J.J. Fux gewesen und
wurde 1739 alsHofkomponist amWienerHof ange-
stellt. Danebenwirkte er als „Hofklaviermeister“ der
Erzherzoginnen.213 ImDommusikarchiv finden sich
zweiMessen (A 1281 undA 1282) und eineVesper
(A 1280).Während es sich bei einerMesse (A 1282)
und der Vesper eindeutig um Salzburger Abschrif-
ten handelt, liegt bei der zweitenMesse eine durch
Wasserzeichen und Schreiber belegte Herkunft von
außerhalbvor. InSalzburg,undzwar indemzwischen
Internationaler StiftungMozarteumundArchiv der
Erzdiözese geteilten BestandDommusikverein und
Mozarteum, befindet sich auch der Nachlass seines
Schülers JohannGeorgAnton „Gallus“Mederitsch
(1752–1835), der zahlreicheWerke seines Lehrers ko-
pierte.
Weindl, Franz de Paula Joseph (1743–1812),
war zunächst Stadtspielmann inMünchen und kam
umdas Jahr 1769 nach Salzburg, wo er zunächst bei
derHofmusik als auch bei der Stadtpfarrmusik aus-
half und später eine Stelle als Musiklehrer an der
Trivial- undHauptschule erhielt. 1780wurde er bei
der Stadtpfarrmusik als Sänger angestellt und 1787
wurde er inderNachfolgeJohannJakobFreystädtlers
212Vgl. Transkription desTagebuchsP.BedaHübners inWal-
terskirchen: „Die großeOrgel“, S. 131–132: „Eswurdeda-
her zuEhren desHerrnPrälaten ein feyerlichstesHochamt
gemacht, welchesAbbéVogler selbst komponirt, aufgelegt,
und vermuthlich auch demPrälaten verehret hat. Vogler
selbst schlug die Orgel; weil er selbe, als vielleicht noch
nicht ganz verfertiget, aufWag, und Gefahr nicht gerne
einemandern anvertrauet hat.Haidn dirigirte dabey, und
der kurfürstlicheOrchesterMusikDirektor,Otter spielte
dabeydie ersteVioline.MehrereTonkünstler vonHoforche-
sterwaren dazu eingeladen, und erschienen.Die gemachte
Messe fiel daher zuVoglers Zufriedenheit sehr gut aus.“
213MGG2, Personenteil, Bd. 17, Sp. 278–283.
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Musik am Dom zu Salzburg
Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult
- Titel
- Musik am Dom zu Salzburg
- Untertitel
- Repertoire und liturgisch gebundene Praxis zwischen hochbarocker Repräsentation und Mozart-Kult
- Autoren
- Eva Neumayr
- Lars E. Laubhold
- Ernst Hintermaier
- Verlag
- Hollitzer Verlag
- Ort
- Wien
- Datum
- 2018
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-99012-540-0
- Abmessungen
- 21.0 x 30.2 cm
- Seiten
- 432
- Kategorie
- Kunst und Kultur