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Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa - Hof – Oper – Architektur
Seite - 177 -
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Das Theaterboskett im Großen Garten Hannover-Herrenhausen 177 50  Hektar angewachsen und trug seinen Namen »Großer Garten« mit vollem Recht, hatte er doch in etwa die Ausdehnung der gesamten Altstadt Hannovers.6 Ernst Augusts und Sophies Sohn, Kurfürst Georg Ludwig, ab 1714 in Personalunion auch König Georg  I. von Großbritannien, und sein Nachfolger Georg  II. vollendeten die Anlage, obwohl der Hof nach London umgezogen war und die Regenten nur noch zeitweise in Herrenhausen weilten. Die Abwesenheit des Hofes zwischen 1756 und 1837 führte dazu, dass der Große Garten nicht den zeitgenössischen Entwicklungen der Gartenkunst zu so genannten Landschaftsgärten unterzogen wurde. Die Anlage war während dieser Zeit für das Pu- blikum begehbar und blieb öffentlich, auch als der Hof wieder aus England zurück- gekommen und Herrenhausen zunächst wieder Sommerresidenz und ab 1862 sogar ständige Residenz wurde. Nach der Annexion des Königreichs Hannover 1866 kamen Schloss und Großer Garten als beschlagnahmter Privatbesitz der Welfen unter preußi- sche Verwaltung und wurden durch diese weitgehend in den überkommenen Struktu- ren mit nur wenigen Veränderungen unterhalten. Nach dem  I. Weltkrieg konnte die Pflege des Großen Gartens nicht mehr ausrei- chend aufrechterhalten werden. Daher erwarb die Stadt Hannover 1936 den kurz vor dem Verfall stehenden Großen Garten und umgebende Grundstücke. Es begann eine Phase der ›Wiederherstellung‹, die nach nur elfmonatiger Bauzeit 1937 mit der Wieder- eröffnung abgeschlossen war. Dabei wurde weniger in die Grundstruktur des Großen Gartens eingegriffen, sondern viel mehr dessen Einzelräume umgestaltet. Durch diese Arbeiten erfuhr auch das Gesamtbild des Großen Gartens wesentliche Veränderungen. Im  II. Weltkrieg wurde das Schloss vollständig zerstört und der Große Garten beschä- digt. Während das Schloss in der Nachkriegszeit erst 70 Jahre nach seiner Zerstörung in seiner äußeren Form wieder aufgebaut wurde, konnten die Kriegsschäden im Garten beseitigt werden, wobei die Grundsätze der ›Wiederherstellung‹ von 1936/37 übernom- men und unter anderem bei den Arbeiten zur 300-Jahrfeier 1966 fortgeführt wurden. Innerhalb der barocken Grundstruktur des Großen Gartens Hannover-Herrenhau- sen mit seinem hierarchischen Gefüge aus Schloss im Norden, Parterre als »Großes Luststück«, seitliche Boskettzonen und nach Süden anschließenden Wasserflächen, He- ckenbosketts und dem »Nouveau Jardin« sowie den umrahmenden Randalleen und der abschließenden Graft befindet sich das Theaterboskett in der östlichen, schloss- und parterrenahen Boskettzone. Es steht inmitten einer Abfolge verschiedener, aufeinander bezogener Einzelräume, beginnend vor dem Galeriegebäude im Norden mit Orangen- parterre, Königsbusch, Heckentheater, Lindenstück und endend mit dem Kreuzbusch im Süden. Im Folgenden wird das Heckentheater mit Bühnenplateau und Amphithea- ter sowie der Königsbusch aufgrund der gestalterischen Beziehung und Einheit als 6 Zur Geschichte des Großen Gartens vgl. hier und weiter untern: Alvensleben  /  Reuther, 1966; Mora- wietz, 1981; Palm, 2006.
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Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa Hof – Oper – Architektur
Titel
Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa
Untertitel
Hof – Oper – Architektur
Autoren
Margret Scharrer
Heiko Laß
Herausgeber
Matthias Müller
Verlag
Heidelberg University Publishing
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-3-947732-36-4
Abmessungen
19.3 x 26.0 cm
Seiten
618
Schlagwörter
Kunstgeschichte, Architektur, Oper, art history, architecture, opera
Kategorie
Kunst und Kultur
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