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Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa - Hof – Oper – Architektur
Seite - 189 -
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Das Theaterboskett im Großen Garten Hannover-Herrenhausen 189 man 1930 die Bäume auf den Rängen des Amphitheaters. Dabei verminderte man aller- dings die Anzahl der Bäume. Es fehlen seitdem die Bäume auf dem zweiten und vierten Rang. Stattdessen erfolgte die Pflanzung je eines Baumes auf dem dritten Rang. Umgestaltungen 1936/37 Unabhängig von den übrigen Arbeiten zur ›Wiederherstellung‹ des Großen Gartens 1936/37 und den Veränderungen, die zum Beispiel im Parterre oder in den Sondergär- ten vorgenommen wurden, hätten sich die Arbeiten im Theaterboskett eigentlich auf notwendige Reparaturen an den Mauern, Figuren und auf den Austausch der 1930 ge- pflanzten Linden des Amphitheaters beschränken können, denn die historische Subs- tanz und mit den Figuren auch der Schmuck war überwiegend vorhanden. Anhand von vorhandenen Stichen, Plänen und Unterlagen hätte der ursprüngliche Zustand klar nachvollzogen werden können, zumal sich die städtische Gartenverwaltung bei ihrer ›Wiederherstellung‹ auf Forschungsergebnisse der 1920er Jahre berief.12 Doch die Eingriffe 1936/37 im Theaterboskett gingen weit über eine tatsächliche Wiederherstellung hinaus. Vor allem die Veränderungen im Amphitheater und im The- aterparterre mit Neugestaltung der Eingangsbereiche und Einbau des Orchestergra- bens waren gravierend und griffen in die Grundstruktur des Großen Gartens und des Theaterbosketts ein. Hintergrund auch für diese Umgestaltungen war ein Leitbild bei der ›Wieder- herstellung‹ des Großen Gartens 1936/37, das sich zwar an Formen der Barockzeit orientierte, diese und die überkommenen Strukturen aber durchaus bewusst neu in- terpretierte, damit sich der Garten in einem neuen, vermeintlich barocken Idealbild für den damaligen Besucher »prächtiger und reizvoller denn jemals« präsentierte.13 So schrieb der damals verantwortliche Stadtgartendirektor Wernicke, dass es bei der ›Wiederherstellung‹ des Großen Gartens 1936/37 »für die Stadtverwaltung galt  […] den Garten in seiner alten Gestalt zu erneuern, ihn gärtnerisch wiederherzustellen und im strengen Rahmen seines geschichtlichen Stiles nur dort neues zu schaffen, wo vordem Teile des Nutzgartenbaues gedient hatten oder wo der Schmuck der Flächen lange aufgegeben war und zuverlässige Unterlagen über die ursprüngliche Form im einzelnen fehlten.«14 Zugeständnisse an eine moderne Nutzung wurden dabei zugelassen. Für das The- aterboskett bedeutete dies: »Die Wiederherstellung des Gartentheaters in seiner ur- sprünglichen Form war eine besonders dankbare Aufgabe. Um den Wünschen der 12 Alvensleben 1929. 13 Herrenhäuser Gärten 2007. 14 Wernicke 1937, S.  55.
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Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa Hof – Oper – Architektur
Titel
Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa
Untertitel
Hof – Oper – Architektur
Autoren
Margret Scharrer
Heiko Laß
Herausgeber
Matthias Müller
Verlag
Heidelberg University Publishing
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-3-947732-36-4
Abmessungen
19.3 x 26.0 cm
Seiten
618
Schlagwörter
Kunstgeschichte, Architektur, Oper, art history, architecture, opera
Kategorie
Kunst und Kultur
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