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Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa - Hof – Oper – Architektur
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Das Theaterboskett im Großen Garten Hannover-Herrenhausen 191 Veränderungen 1956 bis 1965 Aufgrund eines Sturmes, der 1956 einige der alten Bäume auf dem Bühnenbereich ent- wurzelte, wurde 1957 die gesamte Bepflanzung auf der Bühne erneuert. Dabei ist es erstaunlich, dass es keine Bilder von den Sturmschäden zu geben scheint. In Herren- hausen gab es das Gerücht, dass der Sturmschaden gar nicht so groß gewesen sei, aber trotzdem gern zum Anlass genommen wurde, die lang geplante, aber von der Bevölke- rung nicht gern gesehene Fällung der alten Bäume durchzuführen. Die Kronenformen der neu gepflanzten Bäume auf der Bühne wurden dem Kastenschnitt der 1930er Jahre in den übrigen umgebenden Gartenbereichen angepasst. Karl H. Meyer als verantwortlicher Leiter der Gärten hatte die Veränderungen der 1930er Jahre bei der Wiederherstellung des Großen Gartens nach den Zerstörun- gen des 2. Weltkriegs übernommen. Bezogen auf das Theaterboskett bedeutete dies, dass die gegenüber der ursprünglichen barocken Gestaltung in den 1930er Jahren veränderte Formensprache fortgeführt wurde. Karl H. Meyer vermittelte dabei, dass die Kastenlinden die einzig richtige Form gewesen sei. Er schrieb: »Die absolute Lö- sung will die Dauer, sie muss die Zeit und den Wandel verneinen, sie verlangt daher, dass das Wachsen in vorgezeichneten Formen erstarrt. Die Hecke, die Baumwand, die geschnittene Pyramide, das sind die einzig zulässigen Formen, die den Pflanzen zugebilligt werden.  […] Um die gleichen 1,45 Meter müssen die streng kastenförmig geschnittenen Lindenbäume entgegengesetzt vorn auf der Bühne größer sein als die hinteren, so in der gartenwirksamen Kante doch wieder eine Waagerechte schaf- fend«.16 In dieser ausführlichsten Schrift Meyers über das Theaterboskett werden die von ihm durchgeführten Veränderungen und die der 1930er Jahre nicht erwähnt, sondern die Maßnahmen als stilistisch reine Wiederherstellung im ursprünglichen Sinn darge- stellt. »Die Mauern wurden gerichtet, die Linden wieder gepflanzt. Langsam wachsen sie in ihre vorgezeichneten Formen, das Heckentheater wieder in die Welt der reinen Maße und der lichten Ordnung stellend«.17 Haben die Verantwortlichen der 1930er Jahre noch Ihre Abweichungen zum über- kommenen Bestand und der ursprünglichen barocken Gestaltung mit mangelnden Un- terlagen begründet oder wollten sie eine Steigerung der Wirkung bei den Besuchern erreichen, so gab Karl H. Meyer seine Veränderungen der 1950er/60er Jahre nicht ein- mal mehr zu und keine eigenständige Begründung für sein Handeln. Die Veränderun- gen unter seiner Verantwortung können als eine Fortsetzung der Umgestaltungen der 1930er Jahre betrachtet werden, die darüber hinaus noch durch einige weitere Zuge- ständnisse an den Spielbetrieb ergänzt wurden. Dazu muss auch die ersatzlose Entfer- 16 Meyer 1966, S.  11. 17 Ebd., S.  12.
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Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa Hof – Oper – Architektur
Titel
Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa
Untertitel
Hof – Oper – Architektur
Autoren
Margret Scharrer
Heiko Laß
Herausgeber
Matthias Müller
Verlag
Heidelberg University Publishing
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-3-947732-36-4
Abmessungen
19.3 x 26.0 cm
Seiten
618
Schlagwörter
Kunstgeschichte, Architektur, Oper, art history, architecture, opera
Kategorie
Kunst und Kultur
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