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Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa - Hof – Oper – Architektur
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Dorothea Baumann 272 halbrundem Grundriss und ansteigenden Sitzreihen, Säle ohne seitliche Logen oder Galerien und solche mit nur einem Rang. Bei den Theatersälen finden sich die folgenden wichtigen Grundrisstypen: der rechteckige Saal, das halbrunde Theater mit ansteigenden Sitzreihen nach antikem Vorbild, das daraus durch Verlängerung der Seitenwände abgeleitete U (oft mit an- steigenden Sitzreihen im halbrunden hintersten Teil), das gekappte Oval und das Hufeisen, mit etwas stärker gestreckten, zur Bühne hin sich annähernden Seitenwän- den, und die sogenannte Lyra- oder Glockenform, ein U mit Logenrängen, die nicht ganz bis zum Proszenium reichen, und konvex nach vorne gerichteten Abschluss- logen  (Abb.  1). 3.1 Rechteck Die Theater des 17.  und 18.  Jahrhunderts wurden meistens in bestehende Säle einge- baut. Sie haben daher im einfachsten Fall einen durch die Außenmauern begrenzten rechteckigen oder quadratischen Grundriss. Diese Form findet sich häufig als langge- strecktes Saaltheater, nur mit Bühne, ohne Galerien oder Logen, wie beim Stadttheater für Ulm (1641,33  ×  13,50  ×  9  m; siehe Abb.  1.1) von Joseph Furttenbach d.  Ä. (1591–1667), oder mit nur einer Galerie am Saalende, wie beim Theatersaal des Scheremetjew Pa- lais in St.  Petersburg, der über eine hervorragende Akustik verfügt.15 Ein rechteckiger Grundriss sorgt in kürzester Zeit für eine regelmäßige Schallverteilung. Da die Akus- tik sehr ausgeglichen und bei genügender Raumhöhe und geeignetem Innenausbau von hoher Qualität ist, ermöglichen solche Säle eine flexible Nutzung. Sie können von vorne, von der Seite, von hinten oder vom Parkett aus bespielt werden. Auch das Ekhoftheater im Schloss Friedenstein in Gotha ist ein Rechtecksaal mit zwei offenen Rängen aus Holz (Abb.  2). Das Theater wurde 1681 in einen rechteckigen Saal von 22  ×  11  ×  ca.  9  m eingebaut, wobei der quadratische Zuschauerraum mit 11  m Länge genau die Hälfte der Gesamt- länge ausmacht, während die andere Hälfte durch die Bühne eingenommen wird. Seine heutige Form erhielt das Theater 1774. Es wurde 1998 letztmals renoviert, hat seither 165 Sitzplätze im Parterre und zwei Ränge geringer Tiefe mit Stehplätzen. Daher sind die Rangbrüstungen für die jetzt dort sitzenden Besucher zu hoch und die Sitzbänke mussten entsprechend erhöht werden. Ursprünglich hatten nur die Herrschaften be- queme Sessel in der Loge im 1. Rang an der Saalrückwand. Die Wände sind aus glat- tem Putz, die Decke aus stark kassettiertem Holz, die Rangbrüstungen aus Holz mit Halbsäulen auf geschlossenen Holzflächen. Da die dünnen Holzpaneele der Brüstungen 15 Messung durch Waves Audio am 26.10.2004, siehe: http://www.acoustics.net.russia/hermitage_theatre.de [letzter Zugriff am 27.8.2005].
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Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa Hof – Oper – Architektur
Titel
Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa
Untertitel
Hof – Oper – Architektur
Autoren
Margret Scharrer
Heiko Laß
Herausgeber
Matthias Müller
Verlag
Heidelberg University Publishing
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-3-947732-36-4
Abmessungen
19.3 x 26.0 cm
Seiten
618
Schlagwörter
Kunstgeschichte, Architektur, Oper, art history, architecture, opera
Kategorie
Kunst und Kultur
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