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Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa - Hof – Oper – Architektur
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Dorothea Baumann 284 kauft: Die Sänger auf der Bühne, aber auch die Musiker im Orchester verlieren einen wesentlichen, Verbindung schaffenden Reflektor. Sie hören sich gegenseitig und selbst viel schlechter.38 Folgende Faktoren haben einen Einfluss auf die Akustik eines Theaters: der Büh- nenhimmel (offen oder geschlossen); angekoppelte Raumteile wie Seitenbühnen, Hin- terbühne, offene Gänge zu Galerien, Logen (Absorption, verzögerte Reflexion); die Gestaltung des Proszeniums bzw. des vordersten Saalbereichs; die Materialien des In- nenausbaus und der Konstruktion; die Oberflächenbeschaffenheit (glatt, porös, struk- turiert, fest oder in Schwingung versetzbar  – schwingende Platten absorbieren Bässe); das Proszenium und der Zuschauerraum (Form, Ausrichtung der Begrenzungsflächen, Oberflächenstruktur), die Zahl und Anordnung der Sitz- und Stehplätze. All dies be- stimmt die Struktur des Nachhalls (zeitliche Staffelung, räumliche Verteilung der Refle- xionen) und die frequenzabhängige Nachhallzeit T.39 7 Vergleich der Räume anhand des Raumvolumens und des Raumdämpfungsmaßes Das durch den Akustikingenieur Jürgen Meyer vorgeschlagene Raumdämpfungsmaß DA  , welches einen Vergleich der erforderlichen Schallleistung bei Beschallung durch die gleiche Schallquelle in verschiedenen Räumen ermöglicht,40 ist die Differenz zwischen dem Schallleistungspegel der Schallquelle Lw und dem im Raum erreichten Schalldruck- pegel (im statistischen Schallfeld) Lp. Diese Größe lässt sich in der Praxis zum Vergleich verschiedener Räume bei gleichbleibender Schallquelle (beispielsweise einem Orches- ter gleicher Größe) anwenden, ohne dass die tatsächliche Schallleistung der Quelle bekannt sein muss. Folgende Angaben werden zur Berechnung benötigt: das Raumvo- lumen des Zuschauerraums und die Nachhallzeit T (im besetzten Raum). Wenn keine Messung der Nachhallzeit T im besetzten Raum vorliegt, muss diese berechnet werden. Dazu werden die Materialeigenschaften gemessen oder bei historischen Räumen durch vergleichbare Messwerte ersetzt. Dies kann je nach eingesetzten Werten zu gewissen Abweichungen der Resultate führen, die bei einer vergleichenden Betrachtung jedoch meist vernachlässigbar sind, wenn die Berechnung für die verschiedenen Räume auf- grund derselben Voraussetzungen erfolgt. 38 Die Vergrößerung des Orchesterraums auf Kosten des Proszeniums und die Absenkung entwickelte sich erst im Laufe des 19.  Jahrhunderts. Dazu Baumann 2015, S.  127–142. 39 Die Angabe bzw. Berechnung von T erfolgt in der Regel für mittlere Frequenzen von 500 bis 1000  Hz (Tm) oder für Frequenzen von 125 bis 4000  Hz. 40 Meyer 2015, S.  151 und 270, Abb.  177; Baumann 2011, S.  108–111 und Abb.  177.
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Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa Hof – Oper – Architektur
Titel
Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa
Untertitel
Hof – Oper – Architektur
Autoren
Margret Scharrer
Heiko Laß
Herausgeber
Matthias Müller
Verlag
Heidelberg University Publishing
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-3-947732-36-4
Abmessungen
19.3 x 26.0 cm
Seiten
618
Schlagwörter
Kunstgeschichte, Architektur, Oper, art history, architecture, opera
Kategorie
Kunst und Kultur
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