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Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa - Hof – Oper – Architektur
Seite - 308 -
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Reinmar Emans 308 3. Dokumente, die das Musikleben in Wolfenbüttel  /  Braunschweig für diesen Zeit- raum erhellen könnten, fehlen fast gänzlich. Wir haben nicht einmal für alle dieje- nigen, die in dieser Zeit das Amt des Kapellmeisters bekleideten, dokumentarische Nachweise. Bei denen, die mit Sicherheit diese Funktion ausübten, bleiben die ge- nauen Amtszeiten im Dunkeln. 4. Nicht zu allen hier zu betrachtenden Theatern liegen eindeutige Beschreibungen vor, was umso misslicher ist, als keine der Spielstätten in ihrer originalen Gestalt überdauert hat. Aufgrund dieser Defizite müssen manche der nachfolgenden Ausführungen hypothe- tisch bleiben. Doch gerade der Versuch, ein wenig Licht in das historische Dunkel zu bringen, kann auch als eine Herausforderung verstanden werden, die häufig stärker motiviert als das Nacherzählen bereits bekannter Sachverhalte. Die Errichtung einer möglichst vielfältigen Theaterlandschaft rund um den Hof von Wolfenbüttel verlangte  – was zu allen Zeiten mit zahlreichen Problemen verbunden ist  – großen finanziellen Einsatz. Da musste wohl schon ein sehr starkes Repräsenta- tionsbedürfnis hinzukommen, das Herzog Rudolf August, der ab 1666 nach dem Tode seines Vaters Herzog August die Regierungsgeschäfte übernahm, gar nicht gehabt ha- ben soll; er war, wie es scheint, eher der Jägerei als der Musik zugetan. Allerdings ent- wickelte er eine rege Bautätigkeit, die letztlich den Plänen seines jüngeren Bruders, Herzog Anton Ulrich, sich mit der Errichtung von Operntheatern ein wenig Venedig in den Norden zu holen, förderlich gewesen sein dürfte.2 Zumindest bei der Beschaffung der Mittel waren beide Brüder in gleichem Maß aktiv, wie eine Urkunde zur Absiche- rung der aufzunehmenden Kredite für das neue Opernhaus von Braunschweig vom 9.  März 1690 erkennen lässt. So haben »Wir zu mehrerm ansehen aufnahm und Wolstand Unserer Stadt Braunschweig für gut befunden, daß daselbst ein besonderes großes gebäude angerichtet, und mit allen darzu erforderten Stücken solcher= gestalt aptiret und versehen werden möchte, damit darin beÿ denen Meß=Zeiten einige Operen oder Sing=Comœdien so wol zu der fremden Herrschafft als aller anderer auf die Messen kommender Persohnen ziemlichem divertissement præsentiret und vorgestellet werden könten; Solche anstalt aber so wol wegen der schwehren bau=Kosten, als auch der 2 Siehe etwa Albrecht  /  Paulus 2006.
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Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa Hof – Oper – Architektur
Titel
Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa
Untertitel
Hof – Oper – Architektur
Autoren
Margret Scharrer
Heiko Laß
Herausgeber
Matthias Müller
Verlag
Heidelberg University Publishing
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-3-947732-36-4
Abmessungen
19.3 x 26.0 cm
Seiten
618
Schlagwörter
Kunstgeschichte, Architektur, Oper, art history, architecture, opera
Kategorie
Kunst und Kultur
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