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Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa - Hof – Oper – Architektur
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423 DIE (DRAMATISCHE MUSIK IN DER) SCHLAFKAMMERBIBLIOTHEK KAISER LEOPOLDS I.: SAMMELTÄTIGKEIT, ORDNUNG UND EINFLÜSSE AUF EINEN KAISERLICHEN KOMPONISTEN Greta Haenen Einleitung Aufführungen repräsentativer dramatischer Stücke wollen nicht nur in bildlichen Medien dargestellt sein, auch die Partituren an sich stellen eine wichtige Dokumen- tation dar, die unter Umständen als solche in einem passenden Rahmen aufbewahrt sein sollte. Leopold  I. (reg. 1658–1705) besaß eine der wichtigsten privaten Musik- sammlungen seiner Zeit, die in seine Bibliotheca Cubicularis (»Schlafkammerbiblio- thek«) integriert wurde. Sie diente nicht dem Musizieren, sondern nur dem »Le- sen«, und ist eine Art von »interner Dokumentation«, die mit der musikalischen Praxis nichts zu tun hat. Somit unterscheiden sich ihre Partituren auch von denen einer Opernbibliothek, die ja als Vorlagen für die Praxis gedacht sind. Die Partituren der Opern, die am kaiserlichen Hof aufgeführt wurden, dienten sozusagen nur der kaiserlichen »Erinnerung«; dass Leopold die Aufführungen der betreffenden Werke mit diesen Partituren verfolgt haben soll, ändert da nichts. Sie werden gebunden und »verschwinden« in einer wissenschaftlichen bzw. repräsentativen Bibliothek. Da reicht es auch, dass z.  B. die Instrumentalstimmen in den Partituren nur »an- gedeutet« sind. Die instrumentalen Ballette sind in gesonderten Ballettbänden extra erhalten (ebenfalls als Particell). Wird ein Werk nach einigen Jahren neu aufgeführt, so wird eine neue Partitur, eventuell mit neuen Ballettmusiken erstellt. Ausnahmen von dieser Regel bilden die häufig aufgeführten kaiserlichen Oratorien L’Amor della Redentione (circa 22 Reprisen), Il transito di S. Giuseppe (16) und S. Antonio di Padoa (10  Reprisen). Die Bibliotheca Cubicularis Die Schlafkammerbibliothek war ursprünglich eine allgemeine Sammlung und umfasste unterschiedliche Wissensgebiete. Der Hofbibliothekar Peter Lambeck (1628–1680) ord- nete den Bestand nach den gleichen Prinzipien wie die Hofbibliothek. Es gab entschie- den mehr Drucke als Handschriften. Die Bibliothek war so wertvoll  – der Kaiser war Veröffentlicht in: Margret Scharrer, Heiko Laß, Matthias Müller: Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa. Heidelberg: Heidelberg University Publishing, 2019. DOI: https://doi.org/10.17885/heiup.469
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Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa Hof – Oper – Architektur
Titel
Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa
Untertitel
Hof – Oper – Architektur
Autoren
Margret Scharrer
Heiko Laß
Herausgeber
Matthias Müller
Verlag
Heidelberg University Publishing
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-3-947732-36-4
Abmessungen
19.3 x 26.0 cm
Seiten
618
Schlagwörter
Kunstgeschichte, Architektur, Oper, art history, architecture, opera
Kategorie
Kunst und Kultur
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