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Die (dramatische Musik in der) Schlafkammerbibliothek Kaiser Leopolds I.
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Einbände
Die Einbände sind in der Regel in weißem Pergament mit eingestanztem Portrait des
Kaisers und / oder mit seinem Wappen und mit ornamentierten vergoldeten Rändern
versehen. Teilweise gibt es noch die Reste der Schleifen zum Zubinden. Es gibt vier
unterschiedliche Portraits, von denen drei mehr oder weniger wahllos durcheinander
spätestens ab 1666 verwendet wurden. Ein Portrait zeigt den Kaiser als jungen Mann.
Dieses gibt es nach 1664 nicht mehr. Es geht um die folgenden Kompositionen von
Antonio Bertali: N.7.N.2. (Maria Magdalena, 1661); N.7.N.2. (Zenobia, 1662), N.8.N.3. (Il
Ciro crescente, 1661); N.8.N.5. (Operetta, 1664), sowie von Leopold
I.: N.9.N.1. (Il figliuolo
prodigo, um 1663).22 Es gibt die Variante (auch sie hilft beim Datieren): Portrait des
Kaisers auf dem vorderen Außendeckel
– eines von den drei anderen Fassungen
– und
Portrait seiner ersten Frau (Margarita Teresa, † 1673) auf dem hinteren. Dies ist bei
mindestens 25 Partituren der Fall; davon sind zwölf oder dreizehn Kompositionen des
Kaisers oder Werke, zu denen er Einlagestücke geschrieben hat.
Am häufigsten gibt es die Variante mit dem Kaiserportrait auf dem vorderen und
dem Wappen auf dem hinteren Buchdeckel. Auch Bände mit dem Kaiserportrait vorne
und dem Wahlspruch hinten kommen häufiger vor; schließlich gibt es auch eine Fas-
sung mit zwei Wappen. Fehlt in dem Fall die alte Signatur, so ist eine Zuordnung zur
Cubicularis nicht immer eindeutig zu machen.
Katalog der dramatischen Musik: Ordnungsprinzipien,
Zuschreibungen und Datierungen anhand der Signaturen.
Verluste.
Man muss davon ausgehen, dass der Kaiser alle dramatischen Werke, die am Hof (in
seiner Anwesenheit) aufgeführt wurden, in seiner Privatsammlung aufbewahrte. Da-
neben gab es noch dramatische Werke, die nicht direkt mit höfischen Aufführungen
in Verbindung gebracht werden können, die entweder Widmungsexemplare oder
Studienpartituren sind. Dies alles bedeutet, dass es größere Verluste geben muss und
auch gibt: Mindestens 48 dramatische Werke Draghis fehlen ganz, ebenso fünfzehn
Werke Carlo Agostino Badias, mindestens vier Bertalis, mehrere Ballettbände Johann
Heinrich Schmelzers und Johann Joseph Hoffers, einige Kompositionen von Giovanni
Felice Sances oder Pietro Andrea Zianis sowie einiges mehr. Mehrere Opern sind nur
teilweise erhalten. Allein mit Hinzuzählung der am Hof aufgeführten Werke kommt
man auf größere Verluste. Die Sammlung umfasste mit Sicherheit mehr als 600 Werke,
22 Signaturen resp: Mus. Hs. 16.010; 16.530; 16.038; 16.861; 16.866. Letzteres Werk nicht wie bei Seifert
1985, S. 584 angemerkt, zwischen 1674 und 1685, sondern spätestens 1664.
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Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa
Hof – Oper – Architektur
- Titel
- Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa
- Untertitel
- Hof – Oper – Architektur
- Autoren
- Margret Scharrer
- Heiko Laß
- Herausgeber
- Matthias Müller
- Verlag
- Heidelberg University Publishing
- Datum
- 2020
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-SA 4.0
- ISBN
- 978-3-947732-36-4
- Abmessungen
- 19.3 x 26.0 cm
- Seiten
- 618
- Schlagwörter
- Kunstgeschichte, Architektur, Oper, art history, architecture, opera
- Kategorie
- Kunst und Kultur