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Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa - Hof – Oper – Architektur
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Die (dramatische Musik in der) Schlafkammerbibliothek Kaiser Leopolds I. 441 Fineza (22.12.1671) sowie Primera es la honra (18.1.1673) hinzuzufügen. Eine mögliche Chronologie für die frühen Werke wäre: N.3.  und N.4.: 1672; N.1. in oder vor 1671. Unter den kleineren dramatischen Werken sind die Introduttioni ad un ball[ett]o am leichtesten erkennbar. Schon der Titelzusatz (»Introduttione  …«) erleichtert die Zuordnung. Schwerer fassbar sind die Feste, trattenimenti, epitalamia, ossequien usw. Man hat schnell den Eindruck, dass die gattungsmäßige Sorgfalt, die bei den großen dramatischen Werken gilt, hier nicht greift. Doch merkt man hier ebenfalls ein gewis- ses Ordnungssystem. Auch hier sind die meisten Werke wieder von Draghis Hand; die meisten Werke liegen in N.6. oder N.10. Zu den kleineren dramatischen Werken ge- sellt sich in N.6. noch eine ziemliche Menge an Kammermusik. In N.1. liegen mehrere Kompositionen für höfische Akademien. Der »Schrank« N.6. ist als solcher von unse- rem Standpunkt aus gesehen am unklarsten organisiert. Durchgehende Nummerierung gibt es eigentlich vor allem bei Kammermusiken, die eher nicht dramatisch sind. Der Eindruck könnte entstehen, dass sich die Einordnung vor allem auf die Funktion be- zieht und dass eine Gattungsbezeichnung in unserem Sinne nicht das vordergründige Ordnungsprinzip bildet. Unterschiede zwischen Festa musicale  /  teatrale, trattenimento und rappresentatione werden bei der Ordnung nicht berücksichtigt. Wie die Ballettein- leitungen gehören sie alle in den Schrank N.10. Der Schrank N.6. fährt mit Serenaten, Applausi und kleineren Kammermusiken »zweigleisig«, wobei die Nummerierungen innerhalb des Schranks mehr oder weniger getrennt sind. Zwei Ordnungsmöglichkei- ten bieten sich hier an, nämlich nach Funktion und  /  oder nach Anlass. Zunächst gehe ich von der möglichen Funktion der Werke aus; sie ist vielleicht auch wichtiger als unsere Vorstellung von einer deutlichen Gattungseinordnung. Als Ausgangspunkt bieten sich Kompositionen für Akademien an. Reine Akademien  /  Aka- demiemusiken sind in der Gruppe N.1. zu finden; hier gibt es Werke von Draghi und Pederzuoli. Die Reihe der erhaltenen Werke läuft von N.1.N.1. bis N.1.N.16.; fehlende Nummern sind: N.7. bis N.12. sowie N.15. Das letzte unter dieser Signatur liegende Werk ist auf 1698 datiert. Allerdings gibt es auch akademieähnliche Veranstaltungen, die sich der Serenata angleichen. Andrea Sommer-Mathis hat diese Unterscheidung zwischen reiner Akademie, Akademie-Dialog und Serenata in einem unlängst erschie- nenen Aufsatz sehr plausibel dargestellt.39 Diese Unterscheidung lässt sich auch in den Signaturen der Schlafkammerbibliothek wiederfinden. Die teilweise Austauschbarkeit von Bezeichnungen wie Serenata, Festa musicale  /  teatrale, trattenimento und rappresen- tatione kann anhand der Signaturen ein wenig relativiert werden. Wie schon erwähnt, ist hier die Funktion und nicht der Name das bestimmende Moment. Es wird unter- schieden zwischen einer Musica da camera mit Akademie-Anlehnung und einer Musica da camera, die solches nicht hat. Allerdings ist diese Unterscheidung in der Gruppe N.6. nicht immer für uns leicht nachvollziehbar. Es gibt  – immer ausgehend von den Werken 39 Sommer-Mathis 2016, S.  385–403. Grundlage für ihre Beobachtungen bildet u.  a. Hofmann 1979, S.  76–84.
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Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa Hof – Oper – Architektur
Titel
Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa
Untertitel
Hof – Oper – Architektur
Autoren
Margret Scharrer
Heiko Laß
Herausgeber
Matthias Müller
Verlag
Heidelberg University Publishing
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-3-947732-36-4
Abmessungen
19.3 x 26.0 cm
Seiten
618
Schlagwörter
Kunstgeschichte, Architektur, Oper, art history, architecture, opera
Kategorie
Kunst und Kultur
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