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Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa - Hof – Oper – Architektur
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Klaus Pietschmann 454 Bontempi damit zu Birken begab, zugleich den erheblichen poetologischen Rechtferti- gungsaufwand erklärt, den der Italiener in seiner Vorrede betrieb. Die Librettodrucke Zu Il Paride wurde ein zweisprachiges Libretto im Quartformat hergestellt, wie es spä- ter häufig begegnet. Zum Zeitpunkt der Aufführung allerdings waren Übersetzungen italienischer Opern ungewöhnlich, so dass die Vermutung naheliegt, man habe sich in Dresden an den Librettodruck zu Cavallis Hochzeitsoper für Ludwig  XIV. Ercole amante angelehnt, die im Februar 1662 in Paris uraufgeführt worden war: Dieser Druck orien- tierte sich auffallend an der Praxis der öffentlichen Theater in Italien, indem er sich auf das handliche Quartformat beschränkt, auf jegliche Widmung verzichtet und den Anlassbezug lediglich auf der Titelseite herstellt.16 Neue Wege wurden jedoch mit dem Abdruck einer vollständigen französischen Übersetzung beschritten, wie sie im Vor- feld zwar bereits erprobt, allerdings noch nicht in dieser Konsequenz realisiert worden war.17 Die Bemühung um den Sprachtransfer war noch von Kardinal Mazarin angeregt worden, um dem französischen Publikum den Mitvollzug zu ermöglichen und damit die Akzeptanz der am Hof umstrittenen italienischen Oper zu erhöhen. Zum Dresdner Paride allerdings sind zusätzlich auch ein rein italienischsprachi- ges Libretto entsprechend dem generellen Usus18 sowie einige zweisprachige Exem- plare im Folio-Format überliefert,19 die sich möglicherweise an der in Wien bereits etablierten Praxis großformatiger Libretti orientieren. Zwar sind deren Bestimmung und Verbreitungswege im Einzelnen nicht zu klären, jedoch ist anzunehmen, dass die verschiedenen Exemplare abhängig von Rang und Herkunft der Adressaten aus- gegeben bzw. verschickt wurden. Die Einführung der italienischen Oper in Dresden wurde demnach planvoll propagiert und durch die variablen Präsentationsformen des Librettos unterstützt. Auffällig ist ferner, dass neben einer Widmung an das Brautpaar auch die bereits erwähnte Vorrede Bontempis an den Leser enthalten ist. Letztere stellt ein Novum dar und markiert damit zugleich eine ästhetische Anspruchshaltung, wie sie bereits in den Widmungsreden zu den ersten, etwa 60 Jahre zuvor entstandenen Florentiner Partiturdrucken festzustellen ist.20 Rückgebunden wird sie freilich explizit an den fürstlichen Auftrag: »E se i sovrani comandi de’ Serenissimi Padroni, non mi havessero mosso l’Ingegno, sarebbe rimaso in questa opportunità, si come in molt’altre, 16 Cavalli  /  Buti 1662. 17 Vgl. Klaper 2009. 18 Bontempi 1662 (vgl. etwa das Exemplar Boston, Public Library, ML50. 2. P37 1662x). 19 Bontempi 1662 (vgl. etwa die Exemplare Halle, Universitäts- und Landesbibliothek, AB 177274  [14] sowie Wolfenbüttel, Herzog August-Bibliothek, H: P 500.2° Helmst.). 20 Gargiulo 2001.
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Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa Hof – Oper – Architektur
Titel
Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa
Untertitel
Hof – Oper – Architektur
Autoren
Margret Scharrer
Heiko Laß
Herausgeber
Matthias Müller
Verlag
Heidelberg University Publishing
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-3-947732-36-4
Abmessungen
19.3 x 26.0 cm
Seiten
618
Schlagwörter
Kunstgeschichte, Architektur, Oper, art history, architecture, opera
Kategorie
Kunst und Kultur
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