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Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa - Hof – Oper – Architektur
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Giovanni Angelini Bontempis Il Paride (Dresden 1662) 455 nella contemplation de’ suoi soliti silentii.«21 Die floskelhafte Topik dieser Bemerkung rechtfertigt nicht nur die im Rahmen einer Festoper ungewöhnliche Exposition autor- schaftlichen Selbstbewusstseins, sondern reklamiert zugleich den Kunstcharakter des »Erotopaegnion Musicum« Il Paride und eine Überlegenheit gegenüber anderen Fest- opern traditionellen Zuschnitts, die explizit in den Dienst einer Überhöhung des Anlas- ses gestellt wird und damit auch eine Überbietung des Pariser Ercole amante impliziert. Der Partiturdruck Einen Sonderfall anderer Art stellt der Partiturdruck dar, der einige Zeit nach der Auf- führung erschien. Auch er stellt prinzipiell kein Novum dar und knüpft an die Praxis der frühen Opernpartiturdrucke an, die in den 1660er Jahren jedoch längst obsolet war. In der Vorrede an den Leser begründet Bontempi die Drucklegung mit der starken Nachfrage nach Partiturabschriften, die ihn seit der Aufführung 1662 erreicht habe. Überdeutlich ist jedoch sein Bestreben, sich mit dem Druck in die Ahnenreihe der Pioniere der Gattung einzuschreiben. Neben den weitschweifigen opernästhetischen Ausführungen ist es insbesondere die Aussage, die Oper auf dem »Teatro del Mondo« präsentieren zu wollen,22 die das Vorhaben in Beziehung zu Monteverdis L’Orfeo setzt, der den Partiturdruck mit einem Erscheinen der Oper auf dem »gran Teatro dell’uni- verso« gleichsetzte.23 Der ursprüngliche Aufführungsanlass wird dagegen mit keinem Wort erwähnt. Dennoch ließ sich der Druck zur Propagierung des Opernstandortes Dresden und der Erinnerung an den Entstehungsanlass einsetzen. Hierauf deutet der ungewöhn- liche Umstand, dass keine Angaben zu Drucker und Druckjahr enthalten sind. Ei- nem datierten Besitzvermerk im Wolfenbütteler Exemplar ist das Jahr 1671 als Ter- minus ante quem zu entnehmen,24 und ferner lässt das Druckbild vermuten, dass die Partitur ebenso wie das Libretto von Melchior Bergen gedruckt wurde. Offenbar sollte eine unmittelbare Verbindung zu dem Aufführungsanlass suggeriert und da- mit die Widmung des Librettos an das Brautpaar implizit übernommen werden. Die Überlieferungsstreuung lässt darauf schließen, dass die Partitur systematisch ver- schickt wurde. Es haben sich mehrere Exemplare erhalten, die offenbar mit Bedacht 21 Bontempi 1662, ohne Pag. 22 Bontempi 1970, ohne Pag. Das diesem Facsimile zugrunde liegende Exemplar (nicht identifiziert, ver- mutlich Museo internazionale e Biblioteca della musica di Bologna) enthält die Vorrede in italienischer und deutscher Sprache, das Exemplar der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel lediglich in Italie- nisch. 23 Monteverdi  /  Striggio 1609. 24 »Ferdinando Alberto Duca di Brunswick e Luneburgo. Luchaw. 1671.« Bontempi 1662 (Wolfenbüttel, Herzog August Bibliothek, 13 Musica div. 2°).
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Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa Hof – Oper – Architektur
Titel
Musiktheater im höfischen Raum des frühneuzeitlichen Europa
Untertitel
Hof – Oper – Architektur
Autoren
Margret Scharrer
Heiko Laß
Herausgeber
Matthias Müller
Verlag
Heidelberg University Publishing
Datum
2020
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-SA 4.0
ISBN
978-3-947732-36-4
Abmessungen
19.3 x 26.0 cm
Seiten
618
Schlagwörter
Kunstgeschichte, Architektur, Oper, art history, architecture, opera
Kategorie
Kunst und Kultur
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